YDYp in Deutschland verwendbar?

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OChatter
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YDYp in Deutschland verwendbar?

Beitrag von OChatter » Samstag 23. Februar 2019, 12:31

Hallo Forum,

bei den polnischen Nachbarn gibt es den Leitungstyp YDYp, im Wesentlichen ein flach angeordnetes NYM. Allerdings ohne Füllage die Adern direkt mit der äußeren Isolierung umspritzt. Üblicherweise als 450/750V ausgewiesen.
Lässt sich diese Leitung auch in Deutschland verwenden? Für manche Problemsituation mit geringer Putzüberdeckung bzw. kritischer Schlitzbarkeit kommt einem die dünnere Ausführung mit 4-5mm natürlich entgegen. Vom Hersteller NKT findet sich auch eine Konformitätserklärung:
https://www.nkt.de/fileadmin/user_uploa ... _Rev03.pdf
Reicht das zur Übertragbarkeit auf Deutschland oder scheitert es noch an irgendwelchen nationalen Besonderheiten?

ego11
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Re: YDYp in Deutschland verwendbar?

Beitrag von ego11 » Samstag 23. Februar 2019, 16:32

Keine Ahnung, was ich aber interresant finde, ist das in PL offenbar auch Installationsleitungen in 1mm² gebräuchlich sind.

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Elt-Onkel
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Re: YDYp in Deutschland verwendbar?

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 23. Februar 2019, 22:02

Hallo,

zu dem Thema gab es schon mal einen Tröt.

Die beiden größten Haken bei Verwendung eines solchen Kabels ist die komplizierte Arbeit des Abmantelns,
und das schwierige Eindichten an Abzweigdosen.



Trumbaschl
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Re: YDYp in Deutschland verwendbar?

Beitrag von Trumbaschl » Mittwoch 27. Februar 2019, 11:40

Bis grob gepeilt 2010 wurde so eine Leitung (nach TGL) noch in Deutschland gefertigt bzw. zumindest im Sortiment geführt, als Flachmantelleitung von XBK. In Tschechien fand man zur selben Zeit ab und zu eine ähnliche Leitung mit schwarzem Mantel, allerdings lief die unter der Normbezeichnung CYKYlo, was einer Stegleitung entspricht. Die meisten Leitungen dieser Bezeichnung haben einen extrem dünnen Mantel (gemeinsam für alle Adern, ohne Füller) und die Verlegebedingungen entsprechen ziemlich exakt NYIFY bzw. YM-Steg.

Das Abmanteln sollte machbar sein wenn die Leitung halbwegs brauchbar gefertigt ist, also die Adern nicht am Mantel kleben (XBK-Leitungen haben dieses Problem teilweise), wenn auch nicht so bequem wie bei runden Leitungen mit Füller. Einmal längs mit dem Messer einritzen, Mantel von den Adern wegziehen und abschneiden. So machen das die Kollegen in anderen Ländern, flache Installationsleitungen sind gar nicht so selten, z.B. in GB und früher Irland, Norwegen, Russland und Nachbarländer,... in Irland stirbt das Material allmählich aus weil früher britisches Twin&Earth mit blankem, um mindestens eine Stufe reduziertem Schutzleiter verbaut wurde und seit 2013 der PE isoliert und in vollem Querschnitt ausgeführt sein muss. Hab spaßeshalber einmal recherchiert was jetzt stattdessen verkauft wird - die Antwort lautet NYM! Überrascht mich jetzt nicht gar so sehr, Irland hatte schon seit den 20ern eine gewisse Affinität zu Siemens, die sich erst mit Spionage-Affären im 2. Weltkrieg etwas abkühlte, und bis zur verbindlichen Einführung von BS1363 in den 60ern war Schuko das häufigste Stecksystem.

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