Spannungsfall nur Empfehlung

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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von Probator » Freitag 19. Oktober 2018, 19:53

Für Zi gibt es keine Grenzwerte.
Selbstverständlich, muss man nur selber ausrechnen.
B16: 120A
C16: 240A
K16: 336A
Den Schutzleiter prüfe ich mit der Niederohmmessung. Gemesssen von der Leuchte bis zur Poti-Schiene
Auch eine Möglichkeit...

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SPS
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von SPS » Freitag 19. Oktober 2018, 20:20

Hallo Probator,
das sind doch die Werte für Zs und gelten nicht automatisch für Zi
So einfach ist das nicht

Praxisfrage
Wert des Netzinnenwiderstands
Frage gestellt am 22. Januar 2016 Fachzeitschrift de
https://www.elektro.net/praxisprobleme/ ... derstands/
Mit freundlichem Gruß sps

E-Jens
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von E-Jens » Freitag 19. Oktober 2018, 20:35

Hallo,

ich glaube schon, dass es im Fall der Fälle dem Stom unwichtig ist, welchen Weg er nimmt. Dann sollten Zs und Zi eine schnelle Abschaltung ermöglichen.
Gruß Jens

Olaf S-H
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von Olaf S-H » Samstag 20. Oktober 2018, 18:16

SPS hat geschrieben:
Freitag 19. Oktober 2018, 18:46
... Zs brauche ich bei RCd nicht beachten Zi messen wird nicht verlangt
Moin SPS,

Zi verbirgt sich in VDE 0100-600:2017-06, 6.4.2.3 c).

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von SPS » Samstag 20. Oktober 2018, 19:45

Olaf S-H hat geschrieben:
Samstag 20. Oktober 2018, 18:16
Zi verbirgt sich in VDE 0100-600:2017-06, 6.4.2.3 c).

Gruß Olaf
Hallo Olaf danke für die Antwort, nur hilft mir die Angabe ohne VDE nicht viel
Mit freundlichem Gruß sps

Olaf S-H
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von Olaf S-H » Samstag 20. Oktober 2018, 19:52

Moin SPS,

"6.4.2 Besichtigen
(...)
6.4.2.3 Das Besichtigen muss, sofern zutreffend, mindestens folgende Überprüfungen umfassen:
(...)
c) Auswahl der Kabel, Leitungen und Stromschienen hinsichtlich Strombelastbarkeit und Spannungsfall (siehe DIN VDE 0100-430 (VDE 0100-430) und DIN VDE 0298-4 (VDE 0298-4):2013-06);
(...)"

Die VDE 0100-430 beinhaltet im Abschnitt 433 den Schutz bei Überlast und in Abschnitt 434 den Schutz bei Kurzschluss. Im Abschnitt 434.5.2 befindet sich das Thema mit der Abschaltung bei Kurzschluss, bevor die Leitung beschädigt wird. Da hierzu der Kurzschlussstrom bekannt sein muss, ist die Ermittlung von Zi wichtig. Dann man hier sehr einfach messen kann, fällt rechnen für mich als Alternativbetrachtung aus.

Gruß Olaf
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von SPS » Samstag 20. Oktober 2018, 20:01

dank1 Olaf,
Nach meinen Unterlagen gibt es jedoch keinen Grenzwert für Zi.

Kannst du auch noch was zum "Spannungsfall als Empfehlung" der Eingangsfrage schreiben?
Kann ich auch für alles einfach 5 % festlegen. Sind die 30 m 1,5 mm² mit 16 A ein Mangel am Bau?
Mit freundlichem Gruß sps

Olaf S-H
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von Olaf S-H » Samstag 20. Oktober 2018, 21:28

Moin SPS,

der Spannungsfall ist in mehreren Regelwerken definiert.

"Meine" TAB sagt hierzu:
bis 100 kVA 0,5 % im Hauptstromsystem (also dem ungezählten Teil ab HAK), ansonsten siehe DIN 18015-1.

DIN 18015-1:2013-09 sagt hierzu im Abschnitt 5.2.1:
3 % zwischen Messeinrichtung und Anschlusspunkt der Verbrauchsmittel, VDE 0100-520 ist zu berücksichtigen.

VDE 0100-520:2013-09 sagt im Abschnitt 525:
Falls nichts anderes vorgegeben ist, sollte der Wert aus Tabelle G.52.1 zwischen HAK und Verbrauchsmittel eingehalten werden.

Die Tabelle G.52.1 sagt:
Beleuchtung 3 %
andere Verbrauchsmittel 5 %

So, nun haben wir den Salat. Die TAB macht die DIN 18015-1 hinsichtlich des Spannungsfall zum "Gesetz" (Vertragsbestandteil). Mit DIN und TAB haben wir 3,5 % vom HAK zum Anschlusspunkt des Verbrauchsmittels. Die DIN holt die VDE ins Boot. Diese sagt, wenn nichts anderes vorgegeben ist, dann nimm für Beleuchtung 3 % zwischen HAK und Verbrauchsmittel bzw. 5 % für den Rest - die Vorgabe aus der DIN ist aber 3,5 % (es ist also etwas anderes vorgegeben). Über § 49 EnWG haben wir die VDE aber auch direkt.

Fazit: Bitte 1 x ordnungsgemäß erbrechen und dann schriftlich festlegen, welcher Wert warum verwendet wurde. bier4

Mal philosphisch: Was ist der Anschlusspunkt des Verbrauchsmittels? Bei der fest montierten Leuchte sollte es der Klemmstein sein. Ist es bei einer Handleuchte mit Anschlussleitung die zugehörige Steckdose bzw. Verlängerung?

Gruß Olaf
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von Olaf S-H » Samstag 20. Oktober 2018, 21:30

SPS hat geschrieben:
Samstag 20. Oktober 2018, 20:01
... Nach meinen Unterlagen gibt es jedoch keinen Grenzwert für Zi. ...
Moin SPS,

der "Grenzwert" ergibt sich aus Leitungsmaterial und Abschaltzeit (Kurzschlusstrom). Insofern ist es eher umgedreht. Man guckt nach, ob beim ermittelten Zi die Abschaltung vor der Schädigung der Leitung erfolgt.

Gruß Olaf
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Re: Spannungsfall nur Empfehlung

Beitrag von Spannungsfall » Montag 22. Oktober 2018, 07:02

Guten Morgen zusammen,

Die DGUV hat auch für ortsfeste Anlagen eine Information herausgegeben: DGUV Information 203-072
https://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/ ... 03-072.pdf

Hier wird soll schon bei der Sichtprüfung auf den Spannungsfall geachtet werden.
Wenn Du nur EINE Leuchte am Stromkreis anschließt, ist natürlich nur der Nennstrom dieser relevant.
Bei Steckdosenstromkreisen musst Du von den 16A ausgehen.

Einen wirklichen Zwang, den Spannungsfall nachzuweisen, kann ich nirgends herauslesen (ausser bei der Sichtprüfung).
Ich finde, es obliegt der befähigten Person, dies zu entscheiden. Ich hole mir den Nullpunkt in der Verteilung und weise den Spannungsfall messtechnisch nach. Zusammen mit den zuletzt gemessenen Werten, kann ich die Anlage dann gut beurteilen.
Es nützt mir doch nix, wenn der Grill nur mit 75% Leistung läuft. Das Essen dauert ewig und gesund für den Grill ist das sicher auch nicht...

Zi muss in jedem Fall überprüft werden!
:rolleyes:Wer zuletzt lacht, hat es vielleicht nur zu spät gerafft! :rolleyes:

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