Maximale Länge Leerrohr

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Selektiv
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Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Selektiv » Dienstag 14. August 2018, 17:16

Hallo,

ich plane bei einem Grundstück eine Leerrohrtrasse. 2 x 110er Kabuflex Rohre vom Haus bis an die Grenze zur öffentlichen Straße. Da soll später eine Speedpipe für Glasfaser eingezogen werden plus Reserve für spätere Anwendungen wie Torsteuerung, Sprechanlage evtl. Beleuchtung. Ein Rohr ist für Schwachstrom, das andere für Starkstrom.Die Strecke ist 100m lang, geht der Einzug noch in einem Stück oder müssen besser Kabelschächte gesetzt werden um die Strecke in mehreren Teilstücken einzuziehen? Ich denke es geht noch warte aber mal auf andere Meinungen.

Gruß Selektiv

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Tobi P.
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Tobi P. » Dienstag 14. August 2018, 19:45

Moin,

ich würde Zugschächte setzen. Solange das Rohr noch frei ist sollte ein Einzug problemlos vonstatten gehen aber sobald das Rohr belegt ist und dann nachbelegt werden soll kann es bedingt durch die Haftreibung zwischen den einzelnen Kabeln bzw. Kreuzungen innerhalb des Rohrs schon weitaus schwieriger werden. So zumindest meine Erfahrung aus zig Aussenbeleuchtungsanlagen bei denen ich sehr froh um die Zugschächte (ca. alle 50-60m und natürlich überall dort wo das Rohr von der Geraden abknickt hat sich bei mir bewährt) war.


Gruß Tobi

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Chris
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Chris » Dienstag 14. August 2018, 20:19

Wie schon betont, je nach weg. Wenn da viele Biegungen sind, lohnt sich nen Schacht.

Alternativ..könnte man ja für reservierte anwendungen...kleinere rohre einziehen.

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Olaf S-H
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Olaf S-H » Dienstag 14. August 2018, 23:32

Moin Selektiv,

ich bin kein Freund von Kabuflex. Mir ist das Rohr nicht stabil genug. Außerdem sind die Muffen nicht sanddicht.

Wie wäre es mit einem starren Rohr? Die Stangen lassen sich auch im ganz sanften Bogen verlegen (falls erforderlich).

Wenn es stabil und flexibel sein soll, dann habe ich früher immer Hauff Hateflex verwendet. Mit den richtigen Einführungen war es dann auch dicht. Gleichwertige Systeme gibt es auch von anderen Herstellern.

Bei 100 m Länge ist ein Schacht in der Mitte nicht schlecht - aber auch nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist die Dichtheit des Systems - am Anfang, am Ende und an den Muffen.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

ThomasR
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von ThomasR » Mittwoch 15. August 2018, 08:56

Ja, aber richt1

Hängt von der Belegung ab: wenn das wirklich nur für Schwachstromanwendungen gedacht ist, reichen die 110 völlig aus. Willst du später noch NYY einziehen wird es schon gefährlicher, vor allem bei vorheriger Teilbelegung. Bei reinen Schwachstromanwendungen kommt es auch auf die Leitungsbeschaffenheit an: bei 100 Meter treten selbst bei freiem Rohr schon erhebliche Zugkräfte auf, die ein 2x2x0,6 zerlegen könnten :D

ego11
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von ego11 » Mittwoch 15. August 2018, 09:21

Das Rohr ist in 50m Ringen zu beziehen. Die Muffe ist laut Hersteller Sanddicht, wer möchte kann zusätzlich noch eine Gummidichtung einsetzen.

Olaf S-H
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 15. August 2018, 12:16

Moin ego,

ich habe mit dieser Rohrbauart schon einiges erlebt. Sicherlich ist die "Günstig-Variante" für einige Anwendungen ausreichend. Meine Meinung ist da aber eine andere, insbesondere wenn man langfristig denkt.

Gruß Olaf
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Selektiv » Mittwoch 15. August 2018, 14:23

Danke für eure Einschätzungen. Ich würde gerne mittig und am Ende der Strecke einen Zugschacht setzen, falls es dem Kunden = Verwandschaft nicht zu teuer wird. Das andere Ende endet im Keller vom Haus. Die Tiefbauarbeiten werden in Eigenregie laufen, Ziel ist es das ganze nicht zu teuer umzusetzen. Falls es mit den Schächten zu teuer wird könnte man bei einer höheren Nachbelegung und ggf. auftretenden Problemen einen Schacht nachträglich setzen. Ist zwar dann gefummel, aber die Wahrscheinlichkeit dass da mal viele Kabel reinkommen ist gering.

@Olaf S-H: Die Trasse verläuft neben einer Auffahrt und die Hälfte der Strecke ist nicht gerade und macht dann 2 Kurven, deswegen die Idee mit dem Kabuflex. Sonst müsste man starre Rohre nehmen und dann wieder mit Flex Rohren verbinden um es an die Kurven anzupassen. Die Bodenbelastung ist eher gering, einzig vor einer Garage kreuzt es sich aber da fährt nur ein PKW drüber.

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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von Trumbaschl » Donnerstag 16. August 2018, 10:04

Ich hab mal vor einigen Jahrenwas billiges von Hornbach verlegt, mit drei 90-Grad-Bögen, DN50. Einziehen (ein NYY-J 5x10 und zwei 5x1,5) ging ohne jegliche Hilfsmittel wie geschmiert. Strecke war aber ein Viertel dessen was hier anliegt.

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didy
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Re: Maximale Länge Leerrohr

Beitrag von didy » Montag 3. September 2018, 16:09

Warum nicht gleich daneben noch eine Speedpipe für Glasfaser legen? Spart immerhin dafür mal das einziehen.
Hab ich in einem noch-nicht erschlossenen Neubaugebiet gesehen, ein Bauherr hat das gleich bis an die Grundstücksgrenze gelegt. Fand ich gut.

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