Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

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Elo-Ocho
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Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

Beitrag von Elo-Ocho » Dienstag 10. Juli 2018, 17:20

Moinsen,

ich bin mir der aktuellen Vorschriftenlage bezüglich des Überspannungsschutzes in Wohngebäuden gerade nicht bewusst, daher die Frage:

Seit Anfang des Jahres müssen ja Einfamilienhäuser über einen Überspannungsschutz verfügen. Bei den von mir geplanten Gebäuden gibt es hinter dem HAK einen Kombi- oder Typ 1 Ableiter. Jetzt war ich in einem Haus, in dem die Elektroanlage im Zuge eines Umzuges erneuert wurde. Von HAK im Keller geht die Leitung ungeschnitten in eine Zählerverteilung in einem anderen Raum.

Über den inneren Aufbau kann ich nichts sagen, wollte da jetzt nicht so offensichtlich dran gehen, ohne drum gebeten worden zu sein. Hier ist ein TYP 2 Ableiter verbaut. Mal vorausgesetzt, dieser ist richtig montiert, hat das so seine Richtigkeit? Ist ein Typ 1 oder Kombiableiter nicht gefordert?

Gruß,

Ocho
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Re: Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 10. Juli 2018, 22:39

Hallo,

woher kommt denn die Forderung: "Seit Anfang des Jahres müssen Einfamilienhäuser über einen Überspannungsschutz verfügen" ?

Vom NB ?
Vom Sachversicherer ?

Nachrüstpflichten ?



Challenger
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Re: Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

Beitrag von Challenger » Dienstag 10. Juli 2018, 23:09

Die aktuelle VDE 0100-443 beschreibt wo der Überspannungsschutz gefordert wird.
In der VDE 0100-534 geht es um das was und wie.

Gruß Challenger

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Re: Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

Beitrag von Elt-Onkel » Mittwoch 11. Juli 2018, 03:22

Hallo,

Dehn schreibt folgendes:

Frage 1: Was ist nach DIN VDE 0100-443 nun Pflicht?
Antwort:
Die DIN VDE 0100-443 spricht nun von verpflichtenden Überspannungsableitern auf der Spannungsversorgungsseite wenn Betriebsmittel der Überspannungkategorie I und II eingesetzt werden. In nahezu allen Wohngebäuden werden Geräte mit dieser normalen bzw. geringen Bemessungsstoßspannung eingesetzt (z. B. Haushaltsgeräte, Computer, Werkzeuge ...).


Olaf S-H
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Re: Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 11. Juli 2018, 06:53

Moin Ocho,

ein Typ2-Ableiter funktioniert nur betriebssicher, wenn ein Typ1 davor geschaltet ist.

Guck mal in die DIN 18015. Dort steht auch etwas zum Überspannungsschutz.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
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Elo-Ocho
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Re: Überspannungsschutz im Einfamilienhaus

Beitrag von Elo-Ocho » Mittwoch 11. Juli 2018, 09:42

Moinsen,

gemäß VDE 0100-534:2016-10 534.4.4 müssen nur bauliche Anlagen mit Freileitungseinspeisung oder externem Blitzschutzsystem oder Forderung nach einem Schutz bei direktem Blitzeinschlag mit ein SPD Typ 1 ausgerüstet werden, sonst reicht Typ 2

Ich hatte irgendwie im Kopf, dass sich zu Anfang des Jahres da was getan hat, nicht schon im Oktober 2016 mit Übergangsfrist bis 14.12. diesen Jahres ;-(

Ob andere Normen, Vorschriften, Herstellervorgaben, Kundenwünsche, Lastenhefte oder sonst was mehr fordern oder wünschen sie mal dahin gestellt.

Aus dem Bauch heraus hätte ich auch einen Kombiableiter gesetzt, sowie einen Typ 2 in die UVen, je nach Situation.

Gruß,

Ocho
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