generelle Installation von LS Typ C

In dieses Forum gehört alles, was sich mit dem Titel vereinbaren lässt
Benutzeravatar
cyclist
Beiträge: 2285
Registriert: Mittwoch 23. November 2005, 21:29
Wohnort: Ruhrpott, tief im Westen u. OWL
Kontaktdaten:

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von cyclist » Mittwoch 18. Oktober 2017, 22:28

Hallo Jens!
Bei Leitungsschutzschaltern hast du ja einige Buchstaben für die Charakteristik zur Auswahl: A, B, C, D, E (SLS/SH-Schalter), K, früher gabs dann noch G, H, L, R, S, U, Z. Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Leitungsschutzschalter
Grundsätzlich kann man jede (außer E) Charakteristik für die Absicherung einer Steckdose nehmen. Ist halt die Frage, ob die zur Verfügung stehende Netz-/Schleifenimpedanz auch dazu passt, sprich ob an der Steckdose passend zum gewählten LS-Schalter noch ausreichend Kurzschlussstrom ansteht. Dazu noch weitere Variablen, wie z.B. Leitungslänge, -querschnitt, Vorgaben des Geräteherstellers, usw.

Genauso kann ich eine Steckdose - für ein spezielles Betriebsmittel beispielsweise - mit nur 1A absichern. Genauso wie ich eine Leitung mit 35mm² nur mit 25A oder noch kleiner absichern darf, weil halt die Leitungslänge nicht mehr her gibt... - hatte sowas mal, 1200m NYY-J 5x35mm², am Ende dann LS-Sch. B 2/4/6A für ein paar Endstromkreise. Wurde lange hin und her gerechnet... Die Lösung war dann eine Schmelzsicherung mit AR-Charakteristik. Denn auch bei Sicherungen gibts verschiedene Typen. :)

Es kommt halt darauf an, was man wie und wofür installiert. Wer nur "B" kennt, nimmt halt nur B, ob das immer auch richtig ist, die Frage stellt sich dann ja nicht, da es nix anderes gibt... :D Wer mehr kennt, der nimmt dann auch mal z.B. einen LS-Schalter Z 6A für ein elektronisches Betriebsmittel im Schaltschrank, welches über eine Steckdose angeschlossen wird.
Ciao + Gruss
Markus

E-Jens
Null-Leiter
Beiträge: 16
Registriert: Freitag 16. Dezember 2016, 21:37
Wohnort: im Norden

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von E-Jens » Donnerstag 19. Oktober 2017, 05:26

Hallo Alois,

das mit der Netzimpedanz dachte ich vorher auch. Dabei ist es aber so, dass der hohe Kurzschlussstrom von ab 5/ 10 / 20 fachen für eine sehr schnelle Auslösung des LSS sorgt und das sogar so um so höher der Strom um so schneller die Auslösung. Meine Frage bezieht sich auf die normalen Anlaufströme. Die ja entsprechend der Charakteristik auch knapp unter bei C auf das 10 fache/ bei D auf das 20 fache vom Nennstrom steigen dürfen und bis fast 10 s anstehen können.

Gruss Jens

Benutzeravatar
Elt-Onkel
Null-Leiter
Beiträge: 4772
Registriert: Donnerstag 25. März 2004, 01:08
Kontaktdaten:

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von Elt-Onkel » Donnerstag 19. Oktober 2017, 06:12

Hallo,
E-Jens hat geschrieben:
Mittwoch 18. Oktober 2017, 19:46

... , aber die Ströme können doch gewaltig sein.
Irgendwo wird wohl eine Grenze sein. Nur Wo?
Naja, kurz bevor die 1,5 mm² Ader im NYM zu Plasma mutiert.

Und dann muß man eben das Vorhaltemaß wählen.

Siehe auch der Hinweis von Alois auf die Diplomarbeit.


...

Trumbaschl
Null-Leiter
Beiträge: 1631
Registriert: Mittwoch 11. Februar 2004, 12:17
Kontaktdaten:

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von Trumbaschl » Donnerstag 19. Oktober 2017, 12:03

Elt-Onkel hat geschrieben:
Montag 16. Oktober 2017, 23:09
Hallo,

na, das ist dort ein Zirkus.

Die Tiefbauarbeiten kosten ja immer gleich viel, ob man nun ein NAYY 4x35 (in Göttingen 4x50) oder ein NYY 3x6 in den Kabelgraben legt.
(In Dachau liegt in den Privathäusern 2 x NYCWY 3x120/70 oder 2 x NAYY 4x150 !)

Mit dem 'Klingeldraht' kann man bestimmt prima Zukunftssicher installieren.

Dann noch ein paar Oberwellen von den neumodischen Schaltnetzteilen, und in Malmö dampfen die Bürgersteige.


...
Die NBs legen schon meistens dicker, aber ab HAK gibt es halt standardmäßig nur 3x6 oder 5x6, in Altinstallationen 2x/4x. PEN durfte in Schweden bis Anfang der 90er 6 mm2 Cu haben, erst seither die international üblichen 10. Schutz durch nichtleitende Räume war für Neuanlagen bis 1995(!) zulässig und daher üblich, wozu soll man denn eine zusätzliche Ader verlegen?!? Auch neue Verteiler hatten bis in die 80er meistens Diazedsicherungen und keine LSS.

Notiz am Rande: die ganzen Erdkabel werden seit Jahrzehnten austauschbar in Rohr mit passenden Biegeradien verlegt, also hat man bei Anschlusserweiterungen wenig Probleme. Bei Neuanschlüssen stellt der Kunde bzw. dessen Tiefbauer das Rohr ab Grundgrenze bei, der NB zieht anschließend das Kabel, d.h. wenn das Rohr besch*en verlegt wurde, fliegt das sofort auf.

E-Jens
Null-Leiter
Beiträge: 16
Registriert: Freitag 16. Dezember 2016, 21:37
Wohnort: im Norden

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von E-Jens » Donnerstag 19. Oktober 2017, 19:29

Naja, kurz bevor die 1,5 mm² Ader im NYM zu Plasma mutiert.
Vielleicht erschließen sich dort neue Möglichkeiten. Plasma-leiter und Plasma-schukosteckdose.

Bisher kam ich nicht in die Verlegenheit an einer Schukosteckdose mehr als Charakteristk B zu benötigen.
Dafür hatte ich des öfteren 230 V Geräte mit 16 A CEE Steckdose. Das 230 V Gerät war entsprechend mit einem 16 A CEE Stecker original ab Hersteller ausgestattet.
Steckdosen mit vorgeschalteten LSS weniger als B16 kenne ich. Das sind doch die, wo der Benutzer schon weis, wo der LSS ist.

Olaf S-H
Beiträge: 11889
Registriert: Montag 10. Januar 2005, 23:57

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von Olaf S-H » Freitag 20. Oktober 2017, 04:03

E-Jens hat geschrieben:
Donnerstag 19. Oktober 2017, 19:29
... Bisher kam ich nicht in die Verlegenheit an einer Schukosteckdose mehr als Charakteristk B zu benötigen. ...
Moin E-Jens,

ich Werkstätten ist es nicht unüblich, C oder D zu verwenden. Insofern gibt es genügend Anwendungsfälle, wo B ungeeignet ist. Auch der von Alois beschriebene Fall kann dazu gehören.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.
vde1
Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

Corioliskraft
Null-Leiter
Beiträge: 16
Registriert: Mittwoch 27. September 2017, 09:09

Re: generelle Installation von LS Typ C

Beitrag von Corioliskraft » Freitag 20. Oktober 2017, 08:40

Hallo,

bei uns im Haus werden auch nur C Automaten verbaut. Da ist die Haustechnik bisschen "eigenartig". Natürlich wird immer gemessen ect. aber die kennen trotzdem keine anderen Automaten :-)

Antworten