Einbaulage von NH Sicherungen und Überlast

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 31. März 2017, 14:39

Hallo,
Lightyear hat geschrieben: Cu und Sn ergibt Bronze
Danke, geändert.

Stand ja auch so in der Zeile davor.


...

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Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 31. März 2017, 14:49

Hallo,
Duncan70 hat geschrieben:Den physikalischen Vorgang der dem Mechanismus zugrunde liegt, gibt es definitiv. Stichwort "Diffusion von Festkörpern".
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Diffusion

Die Diffusion wird aktiviert über Temperatur und es ist plausibel, das sie bei bereits geschmolzenem Lot auf festem Kupfer in endlicher Zeit stattfindet.

Wers nicht glaubt, nimmt eine Leiterplatte und hält einen Lötkolben lange auf eine Lötstelle. Das Kupfer wird dünner und löst sich zum Teil im Lot auf. Auch ist der Vorgang der Grund, warum minderwertige Lötspitzen schnell verschleissen.
Da haben wir ja schon wieder flüssiges Lot.

Es ging in der Ausgangssituation um das Diffundieren von
zwei Festkörpern.

In dem zitierten Artikel steht doch klar drin,
daß in einem perfekten Metallgitter keine Diffusion
zwischen zwei Festkörpern stattfindet.

Wenn man natürlich fehlerhafte Gitter hat,
springt mal was von A nach B.
Sicherlich ist das dann kein Vorgang,
der bei der Konstruktion von NH-Sicherungen eine Rolle spielt.


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Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 31. März 2017, 14:57

Hallo,

eines ist in der Grafik von ZVEI sicher falsch:

Da liegt das Lot auf dem Kupfer,
und im Überlastfall wird eine Mischkristallschicht angegeben.

Wenn denn das Lot mit dem Kupfer verlötet ist,
ist schon im Herstellvorgang genau diese Mischkristallschicht erzeugt worden.

Das ist ja genau das Prinzip vom Löten:

Man verbindet mit einem Artfremden Werkstoff zwei Metallteile.
Das flüssige Lot diffundiert jeweils in die Oberfläche des Metallteils ein.


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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 31. März 2017, 15:11

Hallo,
langer hat geschrieben:Hallihallo,

Wie könnte es vielleicht Funktionieren?

Wenn in dem Kupferstreifen eine kleine Unterbrechung ist, die mit dem Lot geschlossen wird, zerfließt das Lot bei ca 170 °C und die Leiterbahn wird unterbrochen.

Ich denke, dass es nur so funktionieren kann, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


Und wie wird der Lotstreifen auf dem Kupfer festgehalten ?

Kleben scheidet ja aus, wegen Isolation.

Vielleicht mit Kabelbindern ?


...

Funker
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Beitrag von Funker » Freitag 31. März 2017, 21:49

Tobi P. hat geschrieben:Moin,

ihr macht euch ernsthaft Gedanken über die Einbaulage von NH-Sicherungen? Dann macht euch doch mal Gedanken über den Einbau derselben in Masttrennschaltern mit Stangenbedienung - da hängt das Schriftbild nämlich nach unten :p


Gruß Tobi der die Sicherungen immer so einsetzt dass die Beschriftung lesbar ist ohne sich auf den Kopf stellen zu müssen
Hallo Tobi, interessanter Einwurf - machen die NH - s dort Überlastschutz,
um den es hier geht oder Kurzschlußschutz ?

Ich habe einmal einem der Autoren des Artikels aus der TU DD eine Mail geschrieben. Der ist aber bis Ende nächster Woche nicht greifbar.
Da dort das Problem Überlastschutz von NH ebenfalls ein Thema ist, mit dem man offensichtlich sogar promovieren kann, schein es vielleicht nicht ganz uninteressant zu sein.
Jedenfalls gibt es in der Literatur sogar die Aussage, daß durch längere Überlast vorgeschädigte Sicherungen sogar als funktionelles Sicherheitsrisiko gesehen werden, wenn dieser Legierungsvorgang schon
sehr weit fortgeschritten ist und dann einmal eine kürzere Überlast stattfindet.
Genauso wäre es ein Brandsicherheitsrisiko, wenn die Legierung in die falsche Richtung erfolgt und die Sicherung dann erst bei Kurzschluß des Kabels auslöst, z.B. wie beim beiliegenden Foto unten
Dateianhänge
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03052008_012.jpg (57.14 KiB) 639 mal betrachtet

Jörgi-1911
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Beitrag von Jörgi-1911 » Freitag 31. März 2017, 23:01

Elt-Onkel hat geschrieben:Hallo,



So, so.

Bitte mal meinen Beitrag genau lesen.

Die Erstarrungs- =ca. Schmelztemperatur von Quecksilber liegt bei - 39 °C.

Also den Versuch bitte bei Minus 50 °C wiederholen.

Und keine mechanische Energie zuführen.


...
Hab ich ja. Bei meinem geschilderten Fall war das Messing ja auch nicht
flüssig. Also bitte nochmal genau lesen: Es geht um die Konstellation
von Themenstarter, bei der ein festes Metall seine Eigenschaft ändert,
nachdem ein flüssiges Metall Kontakt zu ihm sucht.

...und ja, ich hab mich vertan. Kupfer und Zink ergibt Messing. Logisch.
Bronze hab ich genug verarbeitet. Das ist natürlich Kupfer und Zinn.
Es macht bei der Auflösung im Hg allerdings keinerlei Unterschied.
Einfach reinlegen und warten. Dauert nicht lange isses weg. Auch ohne
umrühren. Geht aber nicht endlos. Irgendwann ist Schluss.

Etrick
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Beitrag von Etrick » Freitag 31. März 2017, 23:25

Flüssiges Lot (Zinn Blei 60/40, schmilzt bei ca 185°C) von 300°C löst Lötspitzen aus Kupfer auf, obwohl Kupfer pur nicht bei 300° schmilzt.
Spitzen, die keine Veredelung haben, sehen zerfressen aus: das flüssige Lot löst kontinuierlich die Spitze auf...

Also keine Besonderheit, wenn eine Schwächung des Metallstreifens einer Sicherung durch Lot auftritt. Besonders ist höchstens die Kunst, den Vorgang reproduzierbar zu steuern...

Gruß

Achim

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 1. April 2017, 04:11

Hallo,

ich muß mich wiederholen:
Elt-Onkel hat geschrieben:Hallo,

und wie wird der Lotstreifen auf dem Kupfer festgehalten ?

Kleben scheidet ja aus, wegen Isolation.

Vielleicht mit Kabelbindern ?


...

Die Frage ist weiterhin ungeklärt.


...

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Wulff
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Beitrag von Wulff » Samstag 1. April 2017, 14:14

Ich bin für Kabelbinder.

Sind deswegen die NH -Sicherungen immer so groß? help1

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Wulff
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Beitrag von Wulff » Samstag 1. April 2017, 14:16

Aber ernstaft:

Wenn ich als Hersteller da ein Problem sehe, würde ich mich fragen, ob nicht besser ein Richtungspfeil 'Einbaulage' oder so sein müsste. Ebenso bei waagerechten Lastschalterleisten..

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