Netzersatzanlage

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Tobi P.
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Beitrag von Tobi P. » Samstag 26. November 2011, 19:03

Moin,

Vektorsprung ist durchaus noch aktuell nur werden dazu mittlerweile keine Relais mehr eingesetzt sondern die Detektierung ist in der Aggregatesteuerung integriert.
Eine weitere Möglichkeit zur Netzausfallerkennung ist die df/dt-Methode. Moderne Steuerungen wie die GCP-30-Serie können beides und müssen nur entsprechend parametriert werden.

Ein weiterer Hersteller für Aggregatesteuerungen ist übrigens die Fa. Deif:

http://www.deif.de

Mit denen habe ich allerdings keine Erfahrung.


Gruß Tobi

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 26. November 2011, 19:40

Hallo,

nachfolgend noch ein Foto von der original-Steuerung.

...
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E5.jpg (62.08 KiB) 513 mal betrachtet

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Tobi P.
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Beitrag von Tobi P. » Samstag 26. November 2011, 20:16

Joa,

die hat einen Netzleistungsschalter. Sollte Netzentkopplung also eigentlich auch unterstützen.
Hast du zufällig auch die Unterlagen dazu bekommen?

Wie siehts eigentlich beim Motor aus, verfügt der bereits über eine elektronische Motorregelung (Motorsteuergerät)?
Verfügt der Generator über eine gesehnte Wicklung? Ist wichtig für den Parallelbetrieb zwecks Glättung der Erregerkurve, falls nicht wäre der Einsatz einer Sternpunktdrossel im Parallelbetrieb erforderlich da es andernfalls zu Problemen mit Oberwellen kommen kann.

Gruß Tobi

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Oberwelle
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Beitrag von Oberwelle » Samstag 26. November 2011, 21:39

Teletrabi hat geschrieben:Ist Vektorsprungrelais nicht als Schutz überholt und für neue NS-Einspeiser nicht mehr ausreichend?
Moin TT,

nur bei Einspeisern ( Wind, Biogas etc. ), diese sollen sich ja bei einem Fehler, der nicht direkt mir der Zuleitung zu tun hat, nicht mehr trennen > sonst Dominoeffekt.
Diese sollen dann mit Blindleistung das Netz stützen > Spezielle Steuerungen

Bei Notstromaggregaten ev. diese Forderung, da diese das Netz nicht stützen können > Sind ja meistens aus..


Grüße OW
.
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Beitrag von Teletrabi » Samstag 26. November 2011, 23:07

> für den "scharfen" Testbetrieb dachte ich an einen unterbrechungslosen
> Übergang.
>
> D.h. Starten, synchronisieren, Parallelbetrieb, Netz abschalten
> Zurück dann umgekehrt.

Damit würdest aber noch nicht den automatischen Anlauf im Unterbrechungsfalle testen. Soll schon Krankenhausaggregate gegeben haben, deren Tests wiederholt immer brav mit der netzspannungsversorgten Steuerung funktionierten, bis eben diese dann im echten Bedarfsfall oder einem wirklich scharfen Test mit Wegschalten der gesamten MS-Versorgung dann plötzlich fehlte...

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 26. November 2011, 23:50

Hallo,

blöd wäre nur, wenn man die NEA gestartet und synchronisiert hat,
und dann zufällig der NB die Niederspannung am Straßenverteiler
wegschaltet, weil z.B. Arbeiten nötig sind.
Dann hatt der Monteur plötzlich Spannung auf dem abgeschalteten
Kabel.

Dann kann man nur hoffen, daß er pflichtgemäß die Spannungsfreiheit
trotz gezogener NH1 prüft.

(Einen MS-Anschluß haben ich (noch) nicht)

...

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 27. November 2011, 01:40

Hallo,

nun bin ich auf noch eine Sache gestoßen, die es sich vielleicht lohnt,
zu betrachten:

Die Minutenreserve.

Befragt man das WWW, sind Leistungen ab 1'000 kW gefragt.

Da reichen meine 175 kVA nicht ganz heran.
Aber ein bischen 'Bums' ist es schon - meine ich.

Liest man weiter, gelten die 1'000 kW aber 'je Standort'.
Dann gibt es noch 'Agenturen' die sowas zusammenfassen.

Ich meine, daß 175 kVA doch ein 'bischen' interessant sein müsste.
Die Leistung ist ja ein wenig größer als ein Moppel, oder ein
übliches BHKW eines Einfamilienhauses.

Weiß jemand was dazu ?

...

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Beitrag von Teletrabi » Sonntag 27. November 2011, 05:12

> blöd wäre nur, wenn man die NEA gestartet und synchronisiert hat,
> und dann zufällig der NB die Niederspannung am Straßenverteiler
> wegschaltet, weil z.B. Arbeiten nötig sind.
> Dann hatt der Monteur plötzlich Spannung auf dem abgeschalteten
> Kabel.

Deswegen ist ja i.d.R. auch bestenfalls Kurzzeit-Synchronbetrieb zum Umschalten gewünscht. Wenn du damit einspeisen willst in Richtugn Netz ist definitiv eine erweiterte Überwachung des Netzes mit Abschalten bei Netzfehlern Pflicht. Siehe VDE-AR-N 4105:2011-08 Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz.


> Dann kann man nur hoffen, daß er pflichtgemäß die Spannungsfreiheit
> trotz gezogener NH1 prüft.

Mit der neuen VDE-Anwendungsregel ist dann ohnehin beidseitiges Erden und Kurzschließen oder Handhabung als AuS bei jeglichen Arbeiten am NS-Netz vorgegeben.




Man könnte ggf. auch nur das anlaufen bei Spannungswegfall separat testen, indem irgendwo die Verarbeitungskette zum synchroniseren und umschalten dann beim Testbetrieb abgefangen wird und der Moppel nur im Leerlauf oder eine Prüflast arbeitet. Aber halt in der AC-Zuleitung zur Moppelsteuerung eine Trennmöglichkeit, um zum einen fremdenergiefreie Funktion aus Batterie/USV zu prüfen und zum anderen das erkennen von Versorgungsunterbrechungen und daraus resultierendes anlaufen.

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Oberwelle
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Beitrag von Oberwelle » Sonntag 27. November 2011, 08:03

Elt-Onkel hat geschrieben:Hallo,

blöd wäre nur, wenn man die NEA gestartet und synchronisiert hat,
und dann zufällig der NB die Niederspannung am Straßenverteiler
wegschaltet, weil z.B. Arbeiten nötig sind.
Dann hatt der Monteur plötzlich Spannung auf dem abgeschalteten
Kabel.

Dann kann man nur hoffen, daß er pflichtgemäß die Spannungsfreiheit
trotz gezogener NH1 prüft.

(Einen MS-Anschluß haben ich (noch) nicht)

...
Moin..

wenn das Aggregat in das abgeschaltete öffentliche Netz einspeisen kann, gehört der Erbauer dieser Konstellation in einen Bau mit vergitterten Fenstern !

Dein Versorger hat ( mit Sicherheit ) auf seiner Homepage Broschüren für den Betrieb von Notstromaggregaten bzw. Netzersatzanlagen oder siehe Hinweis von TT.


OW
.
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Tobi P.
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Beitrag von Tobi P. » Sonntag 27. November 2011, 11:05

Moin Elt-Onkel,

eine Rückspannung am KV-Schrank kann es gar nicht geben da die Anlage wie bereits erwähnt mit einer Netzentkopplung ausgerüstet sein muss. Wenn das Aggregat im Netzparallelbetrieb läuft und das öffentliche Netz ausfällt wird dieser Ausfall per Vektorsprungerkennung oder df/dt (je nach Parametrierung der Aggregatesteuerung) erkannt und die Steuerung öffnet sofort den Netzleistungsschalter. Damit ist jegliche Verbindung zum öffentlichen Netz getrennt und es kann auch keine Rückspannung auf der Zuleitung und damit im Ortsnetzkabel geben. Das Aggregat läuft jetzt im Inselbetrieb.
Wird das Netz wieder zugeschaltet merkt die Steuerung das über die Netzspannungsüberwachung. Jetzt wird das Inselnetz automatisch auf das wieder vorhandene Ortsnetz synchronisiert und der Netzleistungsschalter geschlossen. Damit ist das Aggregat wieder im Netzparallelbetrieb.

Beim automatischen Notstrombetrieb ist es ähnlich, nur dass hier das Aggregat noch nicht läuft wenn das Netz ausfällt. Der Vorgang sieht dann folgendermassen aus:

Netzausfall -> Steuerung erkennt Ortsnetzausfall -> Motor wird gestartet -> Steuerung öffnet Netzleistungsschalter -> Steuerung schliesst Generatorschalter -> Aggregat läuft im Inselbetrieb

Bei der Netzwiederkehr läuft es dann so ab:

Netz schaltet wieder zu -> Steuerung erkennt anliegendes Ortsnetz -> Aggregat synchronisiert auf Ortsnetz -> Netzleistungsschalter wird geschlossen -> Generatorschalter wird geöffnet -> Motor wird nach Ablauf der - einstellbaren, meist 60 Sekunden - Netzberuhigungszeit abgeschaltet

Sollte während der Netzberuhigungszeit das Ortsnetz erneut ausfallen geht das Aggregat sofort wieder in den Inselbetrieb, sprich der Netzleistungsschalter öffnet, der Generatorschalter schliesst und der Ablauf bei Netzwiederkehr beginnt erneut.


Gruß Tobi

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