Achsenölung bei Trix

Hier kommt alles rein was mit Modelleisenbahnen zu tun hat
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Olaf S-H
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Achsenölung bei Trix

Beitrag von Olaf S-H » Samstag 20. Oktober 2018, 19:45

Moin zusammen,

ich habe hier eine Anfrge im "Kundenauftrag". Bei einem Modelleisenbahnwaggon (Trix 24050) befindet sich auf der Packung der Hinweis, dass die Achslage geölt werden sollen.

Es handelt sich um eine spitz zulaufende Achse, welche in einer "Kunststoffeindrückung" gelagert ist. Fleischmann bau es ebenso.

Ich wurde nun gefragt, warum man hier ölen soll bzw. welchen Sinn es macht. Ich hatte hierzu keine Antwort. Kann jemand helfen?

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 20. Oktober 2018, 21:34

Hallo,

ich kenne nur Märklin.

Dort sind die (nichtangetriebenen) Achsen außen stufenförmig.

Zur Ausgangsfrage:
Jede Art von Schmierung verhindert Materialabrieb.
Wobei Öl mir dort 'spanisch' vorkommt.
Das verdunstet ja irgendwann.
Ich würde Moykote (MSO2) nehmen.
Das hat zwar den Nachteil, daß sich dort die Fusseln sammeln,
aber nach je 100 km kann man die ja rauspulen.


...

ThomasR
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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von ThomasR » Montag 22. Oktober 2018, 09:48

Da ich kein Modelleisenbahner bin: Bild?

Jede Lagerung von Stahl auf Kunststoffen ist besonders. Zum Teil ist das "Öl" schon geeignet, den Kunststoff anzufressen, das sollte man nicht trivial nehmen (nur das empfohlene Öl verwenden). Die Schmierung entsteht durch einen dünnen Film zwischen dem festen Lager und der Welle, der erst duch die Bewegung entsteht (hydrodynamischer Druckaufbau. Bei sehr empfindlichen Maschinen wird vor dem eigentlichen Einschalten erst durch eine externe Pumpe ein gewisser Mindestöldruck aufgebaut sonst frißt die Welle auf dem noch trockenen Lager; sonst Notlaufbeschichtungen aus Blei/Zinn erforderlich). Auch kleinste Flächen bis hin zur Schmierung einer Spitze auf einem Lagerteller können hydrodynamisch geschmiert werden. Allerdings müssen dafür die Drehzahlen sehr hoch sein.....

Molybdändisulfid kann man nehmen, wenn eine hydrodynamische Schmierung eher nicht entsteht (wie hier vorliegend), jedoch ist das reine MoS2 Pulver praktisch immer in einem "Trägeröl" enthalten. Dafür gelten dann dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie für "normales" Öl auf Kunststoff.

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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 22. Oktober 2018, 09:54

Hallo,

völlig richtig.

Natürlich muß es MoS2 heißen.

Ich dachte an die Variante aus der Fettbüchse.



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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von Snippy30 » Dienstag 23. Oktober 2018, 15:20

Achsenölung bei Trix :D
Ich dachte es ging um ein Deodorant oder so sagnix1 joint1

Olaf S-H
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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 28. Oktober 2018, 08:57

Moin zusammen,

ich habe hierzu eine Info des Herstellers erhalten. Es wird angegeben, dass der Verschleiß durch den "winzigen" Tropfen Öl gemindert wird.

Für mich ist dies etwas schwer verständlich, da Öl immer der Schwerkraft folgt und auch bei einer Spitzachse das Fahrzeuggewicht immer auf die erdabgewnadte Seite drückt. :confused:

Gruß Olaf
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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 28. Oktober 2018, 16:48

Hallo,


deswegen mein Hinweis auf das MoS2-Fett.

Dazu ein großtechnischer Hinweis:
Bis vor 30 Jahren mussten die hinteren Kettenumlenkrollen beim MTW M113 eine Ölfüllung haben.
Dann hat man auf Fettfüllung umgestellt.


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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von EIB-Nutzer » Sonntag 4. November 2018, 14:01

Hallo Olaf,

Deine Grundsätzlich Newtonsche Betrachtung ist sicher nicht falsch, aber hier nicht zielführend weil sonst keinerlei Lager die mit Öl oder Fett gefüllt sind laufen würde. Die Newtonsche Betrachtung lässt das Haftverhalten ("Klebung") und die Dickflüssigkeit der Schmierstoffe außen vor :D

Also, der Tropfen Öl benetzt die Achsspitzen und bleib daran in Grenzen haften. Sobald der Radsatz sich dreht wird das Anhaftende Öl in der Spitzenlagerung verteilt und es bildet sich ein Schmierfilm der die Lager schont und die Reibung mindert. Weswegen Züge die Länger im (Schatten) Bahnhof gestanden haben schwerer Anfahren als welche die nur kurz standen. Wegspritzen tut das Öl bei Geringer Menge nicht, da die Form des Spitzenlager als Fang für Öl dient und es wieder runter läuft, bzw hochgeschleudert wird.

Kunstoff-Spitzenlagerung ist dafür bekannt, das es nach längeren Betrieb ohne Öl zu einem Hochfräsen der Achsen kommt, bis diese am Wagenboden schleifen. Auch gefördert dadurch, das die Lager leichten Druck ausüben. Das wird durch den Ölfilm begrenzt. Fett wäre hier nicht geeignet, da es nicht von selbst an die Spitze fließt. Es ist an sich nur von Verwendeten Kunststoff abhängig, wie lange es dauert bis das Hoch-fräsen zum Problem wird, verhindern lässt es sich nicht. Grundsätzlich kann man auch auf Metalllager umrüsten, da gibt es einschlägige Angebote, das streckt das Problem um den Faktor 10~100 oder noch mehr. Aber solange es Reibungslager gibt ist das Problem vorhanden.

Bei den Güterwagen die bis ca. 1960 Konstruiert wurden gab es noch Blechlager mit Zapfenachsen. Dies hatte das Problem nicht, laufen aber sehr schwergängig weswegen die Loks relativ dicke/Starke Motoren brauchten. Erst mit Hoch-elastischen Kunststoffen als Spitzenlager die u.A. die Miba forcierte wurde es dann besser.

Und noch ein Hinweis: Auch wenn die "Grünen" im Haushalt noch so schimpfen, Pflanzenöle aller Art sind dafür nicht geeignet, verkleben und sind nicht Alters-stabil. Die Einschlägigen Synthetische Öle der Modellbahnhersteller sind das Mittel der Wahl, wobei die meisten Hobbykollegen nicht Markentreu sind. Dann gibt es noch freie Anbieter die, wie einige Meine, unter bestimmten Randbedingungen besser sind. Erinnert an die Diskussion welches Benzin besser ist. Ebenfalls geht im Notfall Nähmaschinenöl und auch Fahrradöl bei geringer Fahrleistung. Märklin hatte früher ein Öl aus dem Automobilbereich, ich meine 10W40 oder so, gab dann allerdings mal Probleme mit dem Verharzen von Loks nach langer Pause (> 3~5 Jahren). Jetzt nehmen die was anderes.

MfG

Ralf
Olaf S-H hat geschrieben:
Sonntag 28. Oktober 2018, 08:57
Moin zusammen,

ich habe hierzu eine Info des Herstellers erhalten. Es wird angegeben, dass der Verschleiß durch den "winzigen" Tropfen Öl gemindert wird.

Für mich ist dies etwas schwer verständlich, da Öl immer der Schwerkraft folgt und auch bei einer Spitzachse das Fahrzeuggewicht immer auf die erdabgewnadte Seite drückt. :confused:

Gruß Olaf

Olaf S-H
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Re: Achsenölung bei Trix

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 4. November 2018, 17:25

Moin EIB-Nutzer,

vielen Dank für die ausführliche Erläuterung. Hätte ich nicht gedacht, dass es mit dem Öl so funktioniert.

Gruß Olaf, der noch eine halbe Flasche Märklin-Öl (über 30 Jahre alt und augenscheinlich harzfrei) in Arbeit hat
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