Bahn mit 1435 mm Spurweite

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von OChatter » Dienstag 8. Mai 2018, 15:22

Da frage ich mich, wie der FDL es geschafft hat die (Schutz)Weiche umzustellen, und eine Fahrstraße in Richtung Güterzug zu legen ?

Die Weiche am Ausfahrsignal müsste doch mit dem Halt zeigen Ausfahrsignal technisch verriegelt gewesen sein ?
Warum sollte es? Einfahrt gegen ein haltzeigendes Ausfahrsiugnal ist doch normal.
Und da mech. Stellwerke oftmals keine Gleisbesetztmeldung haben, hindert einen auch keiner an einer Einfahrt in ein besetztes Gleis...

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Elt-Onkel
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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 8. Mai 2018, 15:37

Hallo,

das will ich so glauben.

Aber hier fungiert die Einfahrweiche als Schutzweiche.

Die Einfahrweiche müsste doch in Richtung Gleis 1 verriegelt gewesen sein,
wenn das Ausfahrsignal am Gleis 2 Halt zeigt ?

Gemäß Fahrplan hätte der Triebwagen in die Überholung nach Gleis 1 wechseln müssen.

Steht die Einfahrweiche in Richtung Durchfahrtsgleis (2) und das Ausfahrsignal am Gleis 2 zeigt Halt,
hätte doch das Vorsignal zur Einfahrt auf 'Halt erwarten' gestanden haben müssen ?

Wenn dem nicht so wäre (Eingleisige Strecke), könnte man ja mit voller Geschwindigkeit auf ein Halt zeigendes Hauptsignal zufahren.

...

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von OChatter » Dienstag 8. Mai 2018, 16:15

Was die Ausfahrt Richtung Ingolstadt zeigte ist nicht bekannt. Und eigentlich auch egal. Das Regioding hätte doch so oder so am Bahnsteig gehalten.
Dummerweise erkennt man die Weichenlage dank Kurve erst wenige Sekunden vor dem Kollisionspunkt,da bremst es sich auch bei langsamer Fahrt eher schlecht. Zudem man erst einmal die nicht passende Weichenlage bei ansonsten üblicher Signalisierung wahrnehmen muss.

Weichenverriegelung - wozu? Da sind ein paar hundert Meter Durchrutschweg vom ESig bis zur Weiche. Und Wenn gleis 2 leer gewesen wäre, hätte man da auch ganz regulär so reinfahren können. Dummerweise war es aber belegt. Kriegt aber die Stellwerkstechnik bei dieser Bauform nicht mit.

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von Elt-Onkel » Dienstag 8. Mai 2018, 16:30

Hallo,

wir reden aneinander vorbei.

- Der Triebfahrzeugführer kann nichts machen.
Der ist hier nur der Leidtragende.

- Die Bauform vom Stellwerk bedingt, daß es keine Gleisfreimeldeanlage gibt.
(In der Schweiz hat man nachgerüstet.)

Ich spreche von der Abhängigheit der Lage der Weiche von der Signalstellung der beiden nebeneinander stehenden Hauptsignale.

Wenn da nichts gegeneinander verriegelt ist, ist das ja wie auf einem Rangierbahnhof, wo man Weichen und Signale je nach
persönlichem Belieben stellen kann.

...

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von OChatter » Dienstag 8. Mai 2018, 19:39

Die sind schon gegen feindliche Fahrten verriegelt. Aber nur soweit die Technik auch die Situation erfassen kann.
Und wenn die keine Gleisfreimeldung hat (siehe auch die Kollision in HLST), dann sperrt sie halt nicht gegen eine Einfahrt in ein belegtes Gleis 2. Das wäre bei leerem Gleis ja eine völlig legale Fahrt, was soll denn da verriegeln? Der einzige hier bei neueren Stellwerken greifende Riegelgrund wäre doch, dass das Gleis besetzt ist.

Das alles mal unter Annahme, dass kein ESig überfahren wurde. Das halte ich aber für unwahrscheinlich, dürfte doch per PZB-Zwangsbremsung den Triebwagen vermutlich rechtzeitig zum Stehen gebracht haben, wenn der eh ein paar meter weiter gehalten hätte.

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von Ehemaliger 2 » Dienstag 8. Mai 2018, 22:14

In welchem Jahrzehnt oder von mir aus Jahrhundert leben wir eigentlich ? Solche Unfälle dürften durch einen Fehler des FDL (sofern er denn schuld sein sollte), garnicht mehr möglich sein. Ist ja schon ziemlich lächerlich (außer für die Hinterbliebenen), dass die Technik dahinter scheinbar noch aus dem 2. Weltkrieg stammt.

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von EIB-Nutzer » Dienstag 8. Mai 2018, 23:54

Hallo,

diese Alttechnik ist aber Deutlich Robuster als die DR Stellwerke oder ESTWs die gerne mal in Störung gehen weil ein Relais klemmt oder die Software sich an einer Vorbeifliegenden Sternschuppe stört.

Das eine Gleisbesetzmeldung Unfälle mit Besetzen Gleisen auch nicht verhindert zeigt Bad Aiblingen.
Allerdings hat man in der Schweiz derartige Stellwerke mit Gleisbesetzmeldungstafeln ausgerüstet, um die Wahrscheinlichkeit zu verhindern.

Sowohl Achsmelder als auch Gleichstromkreise können Fehler erzeugen, bei Gleichstromkreisen können ganze Loks verschwinden.

Die wesentlich jüngeren DR Stellwerke müssen aufgrund gealterter Isolierungen an sich früher erneuert werden, und die Elektrischen Außenanlagen sind oft Opfer der Rohstoffdiebe.

Und jedes Stellwerk bietet die Möglichkeit auf Ersatzsignal zu fahren, was man aus diversen Gründen (Panne, Baum auf den Gleisen, ...) auch nicht abschaffen kann, will man den Eisenbahnverkehr nicht Deutschland-weit zum erliegen bringen.

MfG

Ralf

PS: Fahrwegprüfung durch Augenschein macht jeder Autofahrer, wir alle wissen wie oft das daneben geht im Straßenverkehr. Kann also auch bei der Bahn Passieren. Und was ein Computer macht hat ja gerade ein Autonomes Auto in USA eindrucksvoll bewiesen.

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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von Elo-Ocho » Mittwoch 9. Mai 2018, 17:09

Moinsen,

vielleicht beantwortet das ja einige Grundlegende Fragen, warum es in letzter Zeit (gefühlt?) zu mehr Unfällen auf der Schiene kommt:

Tagesschauartikel von heute.

Interessant fand ich vor allem 2 Kommentare, sinngemäß:
...
Früher galten folgende Prioritäten: Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit, Pünktlichkeit, Wirtschaftlichkeit
...
Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber das sollte nicht nur für den ÖP(N)V gelten, sondern für die gesamte lebensnotwendige Daseinsvorsorge. Den "Luxus on top" soll wegen mir der Markt regeln.
...
Ein (staatlicher) Kontrolleur kann doch nicht den ganzen Tag am Bahnhof stehen und Lokführer kontrollieren.
...
Ich denke, genau das ist sein Job. Ein anderer Kontrolleur könnte dann den ganzen Tag Elektrohandwerker abfahren und das Vorhandensein der vorgeschriebenen VDE-Normen kontrollieren (Alles, was keine Kaffeeflecken und Eselsohren hat zählt als nicht vorhanden ;-)). Ein anderer die Einhaltung diverser anderer Regeln.
Damit bekommt man nicht alle schwarzen Schafe vom Markt, aber doch einige.

Nur meine Meinung zur Marktwirtschaft mit maximaler Freiheit für die Unternehmer und Vorstände von Unternehmen, denen die Interessen der Kunden und Arbeitnehmer am Bobbes vorbeigehen.

Ocho
Immer wenn ich Langweile habe, dann melde ich mich in einem Eltern-Forum an und Frage, wie weit man den Schimmel im Pausenbrot der Kinder wegschneiden sollte...

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Elt-Onkel
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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 25. Juni 2018, 08:21

Hallo,

wenn es so kommt, wie es kommen könnte,
könnte ich an analoge Stellwerkstechnik kommen.

Braucht jemand (z.B. für seine Privatbahn) die Ausrüstung eines Stellwerks ?

Es gibt auch noch drei Formsignale (Hauptsignale).



Bod_Stellwerk.jpg
Bod_HS.jpg

Olaf S-H
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Re: Bahn mit 1435 mm Spurweite

Beitrag von Olaf S-H » Montag 25. Juni 2018, 19:32

Moin Elt-Onkel,

ein Formsignal im Garten hat was. Das könnte mich schon begeistern. Allerdings kommen dann noch die Transportprobleme und die interne Abstimmung im Bauausschuss erschwerend hinzu.

Gruß Olaf
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"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

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