EFK ?

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E-Jens
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Re: EFK ?

Beitrag von E-Jens » Dienstag 2. Februar 2021, 18:55

Hallo,

wie viel Wissen in dieser knappen Zeit vermittelt wird, darüber sind wir uns ganz bestimmt einig. Auch wird nach der Ausbildung kaum eine elektrotechnische Weiterentwicklung statt finden.
Wenn du dir die Aufgaben eines Mechatronikers anschaust, wirst du feststellen, dass sich alles um die Reparatur und den Aufbau von Maschinen dreht. Das sind alles Arbeiten entsprechend einer vorhandenen Planung einer Maschine.
Für mich sind Mechatroniker EFK genau für ihr Ausbildungsgebiet.
Gruß Jens

DBY656
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Re: EFK ?

Beitrag von DBY656 » Dienstag 2. Februar 2021, 20:11

Tobi P. hat geschrieben:
Dienstag 2. Februar 2021, 11:34
.. als Elektriker beworben. Als der Bewerber dann seinen Gesellenbrief vorzeigen sollte kam raus dass er eigentlich Schreiner gelernt hat. Er war allerdings der festen, unumstößlichen Überzeugung jetzt Elektriker zu sein "weil er doch mal diese Schulung zur Elektrofachkraft gemacht und bestanden hat". ...
Welchen Umfang hatte die Schulung zur Elektrofachkraft?
Aus meinem Bekanntenkreis kenn ich auch einen der nach seiner Schreinerlehre in einem anderen Bundesland eine Schule für Elektro... besucht hat. Hier in Bayern gab es sowas nicht. Da sowohl Vater als auch Bruder vom Elektrofach (Meister) sind, ist hier das Fachwissen voll da.

Gruß Markus

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Tobi P.
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Re: EFK ?

Beitrag von Tobi P. » Dienstag 2. Februar 2021, 20:46

Moin Markus,

soweit ich das mitbekommen habe war es eine Schulung zur EFKffT für küchenbautypische Arbeiten. Nur hat man ihm dort entweder ziemlichen Murks hinsichtlich dessen erzählt wozu diese Schulung befähigt oder er hat es nicht verstanden. Ich hab nicht selbst mit dem Bewerber gesprochen aber laut meinem Freund war er der festen Überzeugung er wäre nach dieser Schulung jetzt Elektroinstallateur und könnte als solcher in einem Installationsbetrieb anfangen.

@Elt-Onkel: Zur Erlangung einer Schaltberechtigung musst du niemanden beim Energieversorger "anmelden", der hat damit nämlich genau nichts am Hut. Die Schaltberechtigung erhält man nach der Erlangung der erforderlichen Qualifikation vom Betreiber der Anlage in der geschaltet werden soll. Wenn du also von Kunde A eine Schaltberechtigung für seine MS-Anlage hast bedeutet das nicht dass du bei Kunde B ebenfalls schalten und walten darfst wie du lustig bist - sogar die Energieversorger dürfen nach dem Übergabeschalter nicht einfach munter in einer kundeneigenen Anlage rumschalten! Ich habe hier zum Beispiel mittlerweile einen ganzen Ordner voll mit Schaltberechtigungen.



Gruß Tobi

IH-Elektriker
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Re: EFK ?

Beitrag von IH-Elektriker » Mittwoch 3. Februar 2021, 10:32

E-Jens hat geschrieben:
Dienstag 2. Februar 2021, 18:55
Wenn du dir die Aufgaben eines Mechatronikers anschaust, wirst du feststellen, dass sich alles um die Reparatur und den Aufbau von Maschinen dreht. Das sind alles Arbeiten entsprechend einer vorhandenen Planung einer Maschine.
Und hier sind oftmals Kenntnisse der Mechanik und der Elektrik nötig da sich die Teilbereiche bspw. bei einer Fehlersuche oftmals überschneiden. Beispiel CNC-Maschine: Achse läuft "ruckelig" kann mechanische Ursachen haben oder aber auch elektrisch bedingt sein. Oder auch Arbeiten wo zum Bauteiltausch aufwendige mechanische Demontagearbeiten nötig sind.

Viele Firmen haben mit Mechatronikern im Service und Instandhaltung gute Erfahrungen....

Um (anspruchsvollere) konstruktive Aufgaben erfüllen zu können sind meiner Meinung nach weitergehende Kenntnisse u.a. auch in der allgemeinen Maschinensicherheit und dem Bereich der Maschinenrichtlinie nötig welche in der Ausbildung auch von „reinen“ Elektrikern bzw. Elektronikern i.d.R. nicht oder nicht umfassend genug vermittelt werden.

Hier ist Weiterbildung angesagt sowie eine ständige Fortbildung.
E-Jens hat geschrieben:
Dienstag 2. Februar 2021, 18:55
Für mich sind Mechatroniker EFK genau für ihr Ausbildungsgebiet.
Das ist der „reine“ Elektriker der Installationsarbeiten durchführt aber auch. Er wird sein Fachgebiet beherrschen, wenn er eine komplexere Instandsetzung an einer Maschine durchführen soll wird er in der Praxis oft scheitern, ebenso dürften in den seltensten Fällen die nötigen Normenkenntnisse (über welche sich ja u.a. eine EFK definiert) vorhanden sein.

Ich sehe das bei mir selbst, mein Einsatzgebiet ist seit über 30 Jahren der Maschinenbau sowie die Verfahrenstechnik. Hier habe ich entsprechende Fachkenntnisse sowie Weiterbildungen, tlw. sogar mit Zertifizierung und bin seit mehr als 20 Jahren zwischenzeitlich mehrheitlich in der Konstruktion sowie Prüfung von Maschinen und Anlagen tätig. Die einfache Elektroinstallation habe ich zwar in meiner Ausbildung mal gelernt, aber außer einiger Renovierungsarbeiten am eigenen Haus kaum mehr angewendet. Sollte ich jetzt aus dem Stand heraus die Elektroinstallation für ein Mehrfamilienhaus fachgerecht planen sollen so wäre ich ziemlich überfordert mit der Aufgabe….

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Re: EFK ?

Beitrag von Olaf S-H » Mittwoch 3. Februar 2021, 11:22

Moin zusammen,

Elektrofachkraft wird man nicht durch seien Ausbildung sondern durch Ritterschlag der zugehörigen VEFK. In der zugehörigen Bestellurkunde wird dann der Tätigkeitsbereich aufgeführt. Man möge hierbei auf das Kleingedruckte in den Regelwerken achten - da steht "in der Regel".

Eine Elektrofachkraft benötigt:
- eine fachliche Ausbildung
- verfügt über Kenntnisse und Erfahrungen im Tätigkeitsbereich
- verfügt über Kenntnisse der einschlägigen Regelwerke für den Tätigkeitsbereich
- kann die übertragene Arbeit beurteilen
- kann mögliche Gefahren erkennen

Die Ausbildung kann man über einen Gesellen-/Facharbeiterbrief abdecken. Den Rest muss die VEFK machen. In der Regel scheitert es an der Regelwerkskenntnis und der Eigenschaft Gefahren erkennen zu können ("haben wir schon immer so gemacht").

Wenn nun der Mechatroniker seinen Facharbeiterbrief hat und auch die anderen Punkte erfüllt, hätte ich keine Probleme damit, die Person als EFK zu bestellen. In der Bestellung steht dann ein "passender" Tätigkeitsbereich.

Der Mechatroniker ist ein Thema für sich. Die ELT-Qualitäten sind stark von seiner Ausbildung abhängig. Hat er dort viel mit Steuerungen gemacht, dann sollte es ein guter Elektriker sein. Hat das Unternehmen jedoch nur Metall verformt und die ELT-Tätigkeiten beschränkten sich auf das Wiedereinschalten eines Motorschutzschalters, dann sieht es mit der EFK eher schlecht aus. Bei dieser Berufsgruppe ist es immer eine Einzelfallentscheidung, ob es passt.

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

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Re: EFK ?

Beitrag von Corioliskraft » Freitag 5. Februar 2021, 06:43

Elt-Onkel hat geschrieben:
Dienstag 2. Februar 2021, 00:40
Hallo,

im Internet fand ich folgendes Zitat:

"Der Mechatroniker für Kältetechnik bzw. der Kälteanlagenbauer besitzt aufgrund seiner Ausbildung die Qualifikationsvoraussetzungen für eine Elektrofachkraft."

Ist das so ?
[..]
Hallo,

im Internet fand ich folgendes Video

"Die Erde ist eine Scheibe"

Ist das so ?

...

IH-Elektriker
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Re: EFK ?

Beitrag von IH-Elektriker » Freitag 5. Februar 2021, 08:55

Olaf S-H hat geschrieben:
Mittwoch 3. Februar 2021, 11:22
In der Regel scheitert es an der Regelwerkskenntnis und der Eigenschaft Gefahren erkennen zu können ("haben wir schon immer so gemacht").
Regelwerke und Normen – die VDE-Ordner waren sauteuer, darum stehen die beim Chef im Büro im verschlossenen Schrank, sollen ja möglichst lange halten…. Oder anders gesagt, oftmals ist es nicht unbedingt das Verschulden des Elektrikers wenn er keine Normenkenntnisse hat bzw. diese nicht durch Studium der Regelwerke auffrischen kann.

Das erkennen von Gefahren ist meiner Meinung nach nicht nur abhängig vom Faulheits-Faktor (haben wir schon immer so gemacht), sondern auch vom Arbeitsdruck (muss schnell gehen) und der persönlichen Risikobereitschaft. Das gibt tlw. sehr gefährliche Kombinationen welche ich persönlich nicht gutheißen kann und auch versuche auf Kollegen welche „gefährlich“ handeln einzuwirken. Wobei viele da eher beratungsresistent sind….

Olaf S-H
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Re: EFK ?

Beitrag von Olaf S-H » Freitag 5. Februar 2021, 13:36

Moin IH-Elektriker,

bei vielen von meinen Kunden gibt es Normenzugänge, bei denen mir ganz warm ums Herz wird - VDE-Vollzugriff, DIN-Zugriffe, ...

Leider ist meine Wahrnehmung, dass es ein großes Desinteresse an den Regelwerken gibt - allerdings nicht bei allen. Ich kann jedoch auch nachvollziehen, dass die Mitarbeiter von der Fülle der Regelwerke erschlagen werden. Da wird es die Kunst sein, die Regelwerke wohlprotioniert anzubieten.

Ich war letztens an der Ostseeküste bei einem feinmechanischen Grobschlosser. Dort gab es auch das Thema, ob eine VEFK-Bestellung unterschrieben werden solle. Wir haben dann mal das ArbSchG an die Wand geworfen und den § 13 durchgeackert. Es gab einige Aha-Erlebnisse. Es wurde verstanden, worum es geht. Aus meiner Sicht waren die VEFKen (alles aufgeschlossene Personen) schlichtweg nicht durchgehend informiert worden. Wem dies zuzuschreiben ist, kann man nicht sagen - liegt wohl im System begründet.

Das Problem ist es, dass die Regelwerke nicht "passend" vermittelt werden. Dann kommt aus meiner Berufssparte noch das Rudel der Angstmacher hinzu (die VEFK steht immer mit einem Bein im Knast). Es muss vernünftig vermittelt werden, warum was gemacht werden muss und welche Flogen es hat. Es bürgert sich aber langsam ein, dass der bequemste Weg der richtige Weg sein muss.

Gruß Olaf
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Re: EFK ?

Beitrag von E-Jens » Freitag 5. Februar 2021, 17:58

Hallo,

habt ihr schon mal versucht nur eine Norm zu lesen. Man kommt nicht weit. Es wird sich auf eine Unmenge Normen bezogen. Das mag fachlich korrekt sein. Ist jedoch für mich als Normeninteressierten ein Kosten-Problem. Mein Chef ist mir keine Hilfe. Ganz im Gegenteil. Er ist fest der Überzeugung. "Wenn es geht, ist es gut und der Rest ist Geldschneiderei."

:schimpf:
Gruß Jens

DBY656
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Re: EFK ?

Beitrag von DBY656 » Freitag 5. Februar 2021, 19:28

Hallo E-Jens,

das kaufen von Normen kann in der Tat viel viel Geld kosten, vor allem außerhalb eines vergünstigten Normen-Abo.
Vor fast 20 Jahren habe ich damit angefangen zu einer öffentlichen Auslage für Normen zu fahren. Das lesen der Normen ist dort kostenlos und das Abschreiben ist erlaubt. Kopieren und ähnliches der VDE-Normen ist normal nicht möglich, auch nicht gegen Bezahlung. Oftmals benötigt man ja nur ein paar Zeilen aus einer Norm. Wie von dir bereits bemerkt hat so manche VDE-Norm viele Verweise auf andere VDE-Normen. Mir ist es auch schon passiert das ich dank Verweise satte 4 Normen hintereinander durchackern musste um die gesuchten wenigen Zeilen zu finden.
Vor über 10 Jahren habe ich mir das Normen-Abo für das E-Handwerk zugelegt. Damit spare ich mir einige Fahrten, zudem sind bei der von mir genutzten Auslage die in Papierform vorliegenden Normen nicht immer voll greifbar. Genau die aus dem Abo haben oftmals denen ihre Betriebselektriker in Beschlag und die extra bringen lassen muß nicht sein.

Gruß Markus

PS: Dank der aktuellen Pandemie verzichte ich aktuell auf derartige Ausflüge

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