neue VDE 0100-410 kommt

Hier geht es um neue Normen/Vorschriften und Änderungen
ttwonder
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von ttwonder » Donnerstag 23. August 2018, 10:29

dank1 Funker!

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Strippe-HH
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von Strippe-HH » Donnerstag 23. August 2018, 16:15

Der alte Wortlaut in der VDE0100-410 war ja: "Alle sich im Laienbereich befindlichen Steckdosen müssen zusätzlich mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter mit einem Bemessungsdifferenzstrom von <30mA zusätzlich abgesichert werden" und da war ich immer der Ansicht gewesen, dass da an der Sache was fehlte.
Immerhin montieren ja Laien mehr Leuchten an, als sie an Steckdosen herumfummeln.
Ich finde es jedenfalls gut ungesetzt und es wird auch zeit dass es gemacht wurde.
Aber trotz allen, es gab immer bei uns zusammenhängende Licht- und Steckdosenstromkreise.

EIB-Nutzer
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von EIB-Nutzer » Sonntag 9. September 2018, 00:27

Hallo Zusammen,

Würden denn Jalousien, die außen am Gebäude hängen, Sonderstecker haben, theoretisch durch den Laien Bedienbar sind (Überwurfkupplung) aber mangels Steiger doch nicht, nunmehr auch dazu zählen? Diese sind ja ähnlich wie Lampen auch nicht in Handreichweite, aber durchaus für den ein oder anderen Risiko-befreiten erreichbar. *Grübel*

MfG

Ralf

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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von E-Jens » Sonntag 9. September 2018, 07:04

Hallo,

ich bin der Meinung, dass fast überall RCDs 30 mA oder kleiner eingebaut werden sollten. Als Lebensretter find ich die Dinger genial. Nur dann müssen die elektrischen Anlagen auch fachmännisch errichtet, geprüft und instant gehalten werden. Sonnst verfliegt die schöne Sicherheit sehr schnell wieder.
Gruß Jens

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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 9. September 2018, 10:42

Moin Jens,

der RCD ist sicherlich gut, verleitet aber den Heimwerkerkönig nun voll durchzustarten. Passiert ja nichts mehr. Leider ist der Trugschluss, dass ein RCD den Strom bei der Körperdurchströmung auf 30 mA begrenzt, weit verbeitet.

Bei mir werden die RCDs vierteljährlich gestestet und halbjährlich gemessen. Dies erfolgt aus gutem Grund (böse Überraschung bei einer Prüfung nach der Erweiterung der elektrischen Anlage).

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
vde1
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von EIB-Nutzer » Sonntag 9. September 2018, 16:00

Olaf S-H hat geschrieben:
Sonntag 9. September 2018, 10:42
...
Leider ist der Trugschluss, dass ein RCD den Strom bei der Körperdurchströmung auf 30 mA begrenzt, weit verbeitet.
...

Gruß Olaf
Nette Idee...ich behaupte mal was bei Voll-Intakten Fi jemand der Vollkontakt in der gefüllten Badewanne sitzt trotzdem Pech haben kann. Allerdings habe ich kein Zugang zu entsprechenden Unterlagen/Tests.

Weshalb sich mir die Frage stellt ob nicht 10mA Sinnvoller währen weil er früher anspricht.

MfG

Ralf

Funker
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von Funker » Sonntag 9. September 2018, 20:50

Die Idee mit 10 mA ist schon nicht schlecht.
Da hat man aber Bedenken davor, daß bei dem was heute an einem SK hängen kann dieser RCD dann nicht mehr eingeschaltet werden kann.
Der billig Bau Elektriker wie ich das schon ein paar mal bei hochwertigen Eigentumswohngen gesehen habe, man muß nur mal bei einschlägigen
Werbeangeboten bei Großinvestoren bei einem Tag der offenen Tür vorbeigehen und die Wohnungsverteiler ansehen, setzt dann z.B. im EFH oder der ETW zwei Gruppen RCD 4 polig ein bei gemischten SK für Licht und Dosen ein und meint er haben dann die Forderung nach den 30 mA als auch die Selektivität, getrenntes Schalten Fehlerfall erfüllt. Das würde mit 10 mA sicher schwierig realisierbar sein.
Wer das möchte kann das je machen. In der Norm steht ja immer =< 30 mA.
Wenn man 10 mA einsetzt erreicht man oft kleinere Schaltzeiten im betrachteten Gefährdungsbereich um 30 mA, teilweise unter 5 ms und kann
damit über die Einwirkdauer und letztendlich den Einfluß auf den Menschen bei direkter Durchströmung begrenzen.
Dann sollte man aber das für jeden einphasigen ESK getrennt machen. Wurde hier an anderer Stelle z.B. beim beliebten Haartrockner oder bei
den Schaltzeiten schon intensiv diskutiert.
Da die Norm aber international verabschiedet werden muß, wird man das in sichtbarer Zukunft nicht durchbekommen.
Da gibt es wohl gegenwärtig mehr Probleme mit Pedelectoten als mit Elektroverserten.

E-Jens
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von E-Jens » Sonntag 9. September 2018, 21:06

Hallo,

der Heimwerkerkönig ist doch sowieso der beste. Er macht alles was der Kunde möchte, ohne den "ganzen Firlefanz", schneller und billiger ist er auch noch. Übergabe mit Handschlag.
Das wird mit dem Handwerker -Mangel noch interessanter.
Irgendwann kommt der Elektriker (ist doch sowieso überqualifiziert) nur noch zum setzen des Hausanschlusskasten und der Hauptverteilung mit Zählerplatz damit der Energieversorger den Zähler setzt und Strom liefert. Der Rest wird dann frei jeglicher Zwänge vom Heimwerkerkönig nachgerüstet.
Gruß Jens

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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von IH-Elektriker » Montag 10. September 2018, 14:52

E-Jens hat geschrieben:
Sonntag 9. September 2018, 21:06
der Heimwerkerkönig ist doch sowieso der beste. Er macht alles was der Kunde möchte, ohne den "ganzen Firlefanz", schneller und billiger ist er auch noch. Übergabe mit Handschlag.
Das was Du meinst ist der „Universal-Hausmeister-Service-wir machen-alles-auch Elektro- und Gas!“ - der Heimwerker macht das alles nur in rein privatem Umfeld ;)

Die meisten Heimwerkerkönige haben keinen Kunden, allerhöchstens eine KundIN :D

Was die Sache nur noch verkompliziert, denn der besseren Hälfte ihre Wünsche nicht zu erfüllen könnte die Aktivierung eines Nudelholzes o.ä. nach sich ziehen, da nimmt man den kleinen Elektroschock falls was passieren sollte dann doch lieber in Kauf…. :D

Der allgemeine „Heimwerkerkönig“ kommt in zwei Sorten vor – entweder Typ „elektrisch übervorsichtig“ der beim wechseln einer normalen Glühlampe am besten das Haus komplett stromlos schaltet (mit diesem Typus gibt es für uns EFK eher weniger Probleme) oder als der Typ „Strom? Das schaff ich mit links!“ welcher es dann regelmäßig auch in die Schlagzeilen der Zeitungen schafft bzw. in die Notaufnahmen der Krankenhäuser….Kurzschlüsse pflastern seinen Weg….

Da der erste Typus eher eine selten anzutreffende Spezies darstellt ist die Forderung nach einem RCD auch in Beleuchtungsstromkreisen absolut sinnvoll und die Begründung das man ja nicht ohne weiteres an Leuchten hinfassen kann weil sie ja unter der Decke hängen und darum kein RCD nötig weil eine Berührung doch eher nicht zu erwarten sei eigentlich in meinen Augen schon immer eine Ausrede um keinen RCD zu verbauen. In der Vergangenheit war das ggf. durch den Preis eines RCD begründbar, heute sind RCDs quasi Massenware und die einzusparende Summe steht in keinem Verhältnis zum Schutzlevel den ein RCD einfach bringt.

Trotzdem wird ein auch mit der Pflicht zu einem RCD in Beleuchtungskreisen das Unfallgeschehen beim Heimwerkerkönig Typ „Kurzschlussmechaniker“ oder beim „Universal-Hausmeister-Service-wir machen-alles-auch Elektro- und Gas!“ nicht zwingend damit auf Null gehen. Einfach schon deshalb weil auch beim RCD die Sekundärunfälle wie das fallen von Leitern o.ä. nicht weg sind, denn eine entsprechende Reflexhandlung und das ganze nachfolgende an Unfällen wird ja mit einem RCD nicht unbedingt verhindert.

E-Jens
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Re: neue VDE 0100-410 kommt

Beitrag von E-Jens » Montag 10. September 2018, 19:04

Hallo

im Moment bin ich am Zweifeln, ob mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen (z.B. neue VDE 0100-410 - 2018-10) das Sicherheitslevel wirklich erhöht wird. Bei den neuen Anlagen wird ein bisschen die Sicherheit erhöht. Das ist auch gut so. Nur wenn ich an die ganzen alten Anlagen und uralten Anlagen denke, bekomme ich Zweifel ob zusätzliche RCDs in neuen Anlagen der richtige Weg sind. Was nutzt der höchste Sicherheitsstandard bei der Neuinstallation, wenn die Anlagen nie wieder geprüft und nicht instand gehalten werden. Oder sich gar der „Kurzschlussmechaniker“ daran vergreift. Solange es keine Kontrollinstanz für elektrische Sicherheit gibt, wird es allein durch den Handwerkermangel immer mehr Problemanlagen geben. Hier sollte meiner Meinung nach angesetzt werden.
Gruß Jens

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