strukturierte Verkabelung

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geloescht

Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von geloescht » Samstag 14. Oktober 2017, 16:44

Hallo Elt-Onkel,

hier mal ein Link zu einer Seite auf der ein Schulnetz dargestellt ist. Obwohl dort nur ein Switch verbaut ist hast Du durch Vlans drei Netze auf dem Switch (der Switch ist sozusagen drei Switches).

http://docs.linuxmuster.net/de/latest/addons/unifiwlan/

Das nur mal vorab um zu zeigen was man machen kann.

Überleg Dir mal was Du brauchst.

Ein paar Ideen meinerseits:

1. Uneingeschränktes Netzwerk in beiden Häusern
2. Eingeschränktes Netzwerk für Gäste in beiden Häusern
3. Wenn Du Seiten sperren willst, brauchst Du ggf. noch eine Firewall

Zu den Leitungen Steckern u.a. später.

Im Bild ein Angebot welches ich 2010 eingeholt habe. Die Glasfaserleitung ist fertig mit acht Fasern konfektioniert. Es sind LC-Stecker angebracht die direkt in die Gbics passen. Der Preis dürfte inzwischen niedriger sein. Hier handelte es sich um eine Sonderanfertigung. Du kannst das aber auch als Meterware fertig konfektioniert bekommen.
LWL_Kabel.jpg
Nicht zu sehen im Ausschnitt. Die Leitung wurde auch einer OTDR-Messung unterzogen und ein entsprechendes Protokoll mitgeliefert.

Hier:

https://www.lichtleiterkabel.com/produc ... 60m/#ODOM3

noch ein Lieferant für fertig konfektioniertes Glasfaser.

Damit sind im Prinzip alle Komponenten zusammen die Du für eine Verbindung von zwei Gebäuden brauchst.

Ich zähl noch mal auf was Du brauchst:

1. eine Fritz-Box oder vergleichbares (das ist wohl vorhanden)
2. Zwei Switches mit der Möglichkeit GBics anzuschließen (wenn Wlan geplant ist rate ich zu Unifi Geräten)
3. Mindestens zwei GBics
4. LWL-Leitung wie oben
5. Wenn WLAN eingerichtet werden soll, dann eine Anzahl Unifi-AP´s
6. Ein Rechner um die Controller-Software für Unifi zu installieren (der Rechner muss nicht permanent mitlaufen)

Mit diesen Komponenten sollte einer professionellen LAN/WLAN-Lösung nichts im Weg stehen

Gruß

Alois

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Elt-Onkel
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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 16. Oktober 2017, 01:32

Hallo Alois,

danke für die Infos.

Beim Kabellieferanten sehe ich (Erd-)Kabel mit 4 Fasern.

Warum ?

Reicht nicht eine Faser ?

Dann die Mauer- oder Schottdurchführungen.
Ich bevorzuge ST-LWL-Verbinder, so daß ich außen am Gebäude abkuppeln kann.(*)
Eine 40mm-Kernbohrung durch die Wand ist schon nicht schön.
Aber die Bohrung offen zu halten finde ich blöd.
Im Zweifel kriechen die Mäuse durch.

Wofür sind die 2 Gbic's ?

Ein Unifi-Switch hat ja schon zwei LWL-Ausgänge.

Um zwei (konventionelle) TP-Link-Switches zu verbinden, reicht jeweils ein 30,- EUR Kästchen,
mit einer einzigen Koppelfaser.

Also, so ganz durchblicke ich die Installation noch nicht.


...

Edit (*)
Die fertig konfektionierten Outdoorkabel habe ich angeschaut.
O.K. gibt es auch mit 60 Meter und ST-ST.
Dann baue ich außen an das Haus eine (kleine) Hensel-Abzweigdose,
und dann die ST-Koppelverbinder hinein.
So kann ich nach außen operieren, ohne die Wanddurchführung offen zu halten.
Von innen nach außen dann ein 5 Meter-LWL.
Bleibt die Frage nach den vielen Fasern.

geloescht

Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von geloescht » Montag 16. Oktober 2017, 10:53

Hallo Elt-Onkel,
Reicht nicht eine Faser ?
Du brauchst je eine Faser zum Senden und eine zum Empfangen, also mindestens zwei.
Eine 40mm-Kernbohrung durch die Wand ist schon nicht schön.
Egal, womit Du die Gebäude verbindest, Du wirst ein Loch bohren müssen. In meiner Erinnerung war die Leitung mit acht Fasern ungefähr so dick wie mein Zeigefinger.
Wofür sind die 2 Gbic's ?

Ein Unifi-Switch hat ja schon zwei LWL-Ausgänge.
Ich sags mal mit Radio Eriwan troest1

Im Prinzip ja, aber die Anschlüsse sind Einschübe in die Du Gbics Deiner Wahl einschieben kannst. (Erst mit den Gbics hast Du die Möglichkeit Glasfaser anzuschließen). Der Hintergrund ist wohl die Vielfalt an Steckverbindern für Glasfaser. Je nach dem welches System Du bevorzugst benötigst Du einen anderen Gbic.
Um zwei (konventionelle) TP-Link-Switches zu verbinden, reicht jeweils ein 30,- EUR Kästchen,
mit einer einzigen Koppelfaser.

Also, so ganz durchblicke ich die Installation noch nicht.
Das geht sicher so, ist aber wenig flexibel.

Durch die Verwendung eines managebaren Switches hältst Du Dir alle Möglichkeiten offen. Wie schon geschrieben kannst Du über die Glasfaser mehrere Netze übertragen. Das geht aber nur, wenn Dein Switch managbar ist. Weiterhin hast Du die Möglichkeit die Glasfasern zu bündeln und damit zwischen den Switches die doppelte Übertragungsrate zu erreichen (das ist derzeit zwar nicht nötig, aber man weiss nicht was noch kommt).

Es gilt: Je mehr Einschübe für Gbics vorhanden sind, desto mehr kannst Du bündeln und damit die Bandbreite erhöhen,

Mal ein Beispiel:

In beiden Häusern willst Du uneingeschränktes Internet und für Gäste ein eingeschränktes Internet. Das kannst Du mit den managbaren Switches realisieren und hast beide Netze in beiden Häusern. Mit 0815 Switches brauchst Du dann schon eine zweite Leitung was Du natürlich mit den beiden freien Fasern realisieren kannst. Kommt dann noch ein weiteres Netz dazu, dann stehst Du wieder vor einem Problem welches Du mit meiner Konstellation problemlos realisieren kannst. Nur die Anzahl der Ports an Deinem Switch bestimmt die Anzahl der Netze die Du in beiden Häusern haben kannst (dabei gilt nicht ein Port ein Netz).

In dem weiter oben verlinkten Bild hat das Schulnetz drei Netze die aber allesamt über die Glasfaser in die Etagen verteilt werden. Ich kann mir in der Etage jedes Netz meiner Wahl abgreifen und damit arbeiten. Z.B. ist es manchmal nötig einen vollwertigen DSL-Anschluss zu haben. Den kann ich im Verteiler abgreifen, oder ihn an eine beliebige Dose im Haus patchen. Das Gleiche gilt für alle anderen Netze.

Gruß

Alois

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Elt-Onkel
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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 28. Oktober 2017, 06:49

Hallo,

bei uns in der Nähe lagern 50 kg LWL-Strippen.

Anbei ein Foto.

Kann man mit dem Zeugs etwas anfangen ?

Umarbeiten auf ST ?


...
LWL_Kabel.jpg

Jesaja
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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Jesaja » Samstag 28. Oktober 2017, 17:29

Umbauen lassen sich die Stecker an LWL-Kabeln nicht wirklich.
Allerdings solltest du auch keine ST-Stecker anstreben, die sind deutlich veraltet.
Halbwegs gebräuchlich sind ST-Stecker (grob/eckig), Stand der Technik aber LC-Stecker (deutlich kleiner).
LC-Stecker passen auch in einen SFP (der Begriff GBIC meint andere, ältere Interfaces).

Auf deinem Haufen liegen Patchkabel, welche für die Verbindung von Patchpanels, Servern, Switches,... vorgesehen sind.

Du solltest dir ein ausreichend langes Verlegekabel (robuster) mit vorgefertigten Steckern besorgen (z.B. dieses: https://www.netzwerkprodukte.glasfaseri ... cts_id/940).

Unterschieden wird zwischen Multimode (günstiger, kürzere Reichweite) und Singlemode. Bei Multimode gibt es verschiedene Qualitäten wie OM3, OM4.
Daraus und aus den Standards der verwendeten SFPs (z.B. 1000Base-SX für Gigabit) ergibt sich dann die Reichweite.
Selbst Stecker zu konfektionieren bzw zu Spleißen ist nichts für Laien und für ein einzelnes Kabel deutlich zu teuer.

Wenn du eh neue Switche anschaffst, kannst du gleich welche mit SFP-Slots nehmen, dann brauchst du keine externen Medienwandler.
Bei den SFPs ist aber nicht zwingend jeder mit jedem Switch kompatibel, auch wenn die Schnittstelle eigentlich gleich ist. Hier sollten beide vom gleichen Hersteller kommen oder füreinander freigegeben sein.
Bei der Wahl des Switches kommt es drauf an, was du genau vor hast, was bisher vorhanden ist und womit sich deine Admins auskennen. Dabei gibt es Switche in Fullmanaged, Smartmanaged (kann auch schon VLANs), mit POE auf allen oder nur einigen Ports,...

Es gibt Standards, bei denen auf einer einzelnen Faser gesendet und empfangen wird, auf Grund des größeren Aufwandes würde ich davon abraten. Reservefasern sind immer gut, meines Wissens gibt es keine oder kaum Verlegekabel mit weniger als vier Fasern.

Im Idealfall endet das Verlegekabel beidseitig auf einem Patchpanel, von wo aus die Verkabelung mittels Patchkabel zum Switch weitergeht.

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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 29. Oktober 2017, 02:03

Hallo,
Jesaja hat geschrieben:
Samstag 28. Oktober 2017, 17:29

Bei der Wahl des Switches kommt es drauf an,
was du genau vor hast,
was bisher vorhanden ist und womit sich deine Admins auskennen.
Danke für die Zusammenfassung.

Was ich vorhabe, ist eigentlich ganz einfach:
Ich brauche eine Potentialfreie Verbindung von Wohnungen und Häusern.
Haken an der Sache:
Drei Objekte haben eine 'etwas' größere Entfernung zur Basis.
Einmal 60 m, einmal 6 km, einmal 300 km.

Vorhanden ist bisher in den Wohnungen eine Cu-Verdrahtung mit RJ45-Dosen.

Der Admin bin ich selbst.
In Cu kenne ich mich aus.
LWL ist ein neues Aufgabengebiet.

Immerhin hat sich die Datengeschwindigkeit der Basis seit 2 Tagen um den Faktor 20 erhöht.
Das geht aber alles noch über einen 1-paarigen Klingeldraht über 500m zum Straßenverteiler.
Einen LWL-Anschluss wollte der neue Anbieter nicht in's Haus legen.


...

Olaf S-H
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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Olaf S-H » Sonntag 29. Oktober 2017, 07:05

Elt-Onkel hat geschrieben:
Sonntag 29. Oktober 2017, 02:03
... Drei Objekte haben eine 'etwas' größere Entfernung zur Basis.
Einmal 60 m, einmal 6 km, einmal 300 km. ...
Moin Elt-Onkel,

dann hast Du ja auch das Problem, dass Du über "öffentlichen Grund" gehen musst. Das wird mit einer "privaten" Leitung wohl nicht möglich sein und Du bist auf einen der "üblichen Verdächtigen" angewiesen. Hierzu passt der Standardspruch aus dem Kfz-Gewerbe: "Das wird teuer."

Gruß Olaf
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, BekBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden. Die Nennung von Fundstellen in Regelwerken stellt keine Rechtsberatung sondern nur die Sichtweise des Verfassers dar.
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"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794

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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Elt-Onkel » Sonntag 29. Oktober 2017, 08:26

Hallo,

danke für die Anteilnahme.

Die 60 m kann ich auf dem eigenen Grundstück realisieren.

Bei den 6 km könnte ich ggfs. den LWL längs einer Kreisstraße an die Bäume nageln.

Bei den 300 km wird es wohl wirtschaftlicher, einen seperaten Internet-Anschluß zu legen.

Dann alle 4 Objekte per Darknet verbinden, so daß fremde Leute nicht in dem
privaten Netzwerk herumfummeln.


...

Jesaja
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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von Jesaja » Sonntag 29. Oktober 2017, 11:56

Darknet ist etwas anderes, was du suchst ist ein klassischer VPN-Tunnel.
Dabei musst du drauf achten, was dein Internetanbieter dir für einen Anschluss bereit stellt. Wichtig ist ein guter Upload und IPv6 (auf beiden Anschlüssen) oder eine eigene/vollwertige IPv4-Adresse.

Ob die 6km an den Bäumen halten und was die Mäharbeiten bzw das Zurückschneiden im Frühjahr daraus machen, mag ich dir nicht prognostizieren.
Ich habe dabei gute Erfahrung mit Brugg mil Kabel gemacht. 2-4 Fasern im doppelten Stahlmantel plus Kunststoff.
Die 1000er Rolle soll wohl fünfstellig Kosten.

coyote_m
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Re: strukturierte Verkabelung

Beitrag von coyote_m » Sonntag 29. Oktober 2017, 14:02

ich weiß nicht ob das mit dem LWL-Kabel "an einer Kreisstraße aufhängen" eher so als Spaß gemeint war, aber ich würde mal sagen, du darfst bestimmt nicht einfach so Kabel über öffentlichen Grund verlegen.
Wie Jesaja schon erwähnt hat, benötigst du für eine Freileitung eine spezielle LWL-Leitung, die mit den Widrigkeiten draussen klarkommt... allen voran Bewegung durch Wind, aber auch UV und anhaftendes Eis.

Potentiell schalten dir eine solche Punkt-zu-Punkt-Verbindung auch diverse Telekommunikationsanbieter in der gewünschen Bandbreite - ganz perfekt wäre die Anmietung einer Dark-Fiber-Verbindung.

Es gab weiter oben eine Frage nach der Anzahl der Fasern: Wenn du schon (auf dem eigenen Grundstück) verlegst würde ich mind. 4 Fasern verlegen... einerseits hast du dann wenn u.U. eine Faser gebrochen ist noch eine Fallback-Möglichkeit, andererseits weiß man nie was kommt. Der Preis der Leitung verdoppelt sich ja auch nicht, wenn 2 weitere Fasern drin sind.

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