Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Hier geht es um allgemeine Normen der Elektrotechnik, Auslegungen und deren Anwendung
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Tobi P.
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von Tobi P. » Montag 21. Juni 2021, 21:52

Moin,
ego11 hat geschrieben:
Montag 21. Juni 2021, 17:17
Je komplizierter ein System ist, desto fehleranfälliger und abschreckender ist es.
genau so ist es. Glücklicherweise hab ich nur Kunden die klipp und klar sagen "Ihr seit die Fachfirma, ihr projektiert das, ihr entscheidet das!" Na gut, bis auf einen, da gehts aber um die Datentechnik. Da sind die Bezeichnungen die die IT gern auf den Dosen haben will so lang dass ich den Tag herbeisehne an dem der Schalterprogrammhersteller eine Laufschrift ins Beschriftungsfeld implementiert :rolleyes:


Gruß Tobi

Elo-Ocho
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von Elo-Ocho » Dienstag 22. Juni 2021, 08:08

Moinsen,
ego11 hat geschrieben:
Montag 21. Juni 2021, 17:17
Je komplizierter ein System ist, desto fehleranfälliger und abschreckender ist es.
Ja.
Tobi P. hat geschrieben:
Montag 21. Juni 2021, 21:52
...
Da sind die Bezeichnungen die die IT gern auf den Dosen haben will so lang dass ich den Tag herbeisehne an dem der Schalterprogrammhersteller eine Laufschrift ins Beschriftungsfeld implementiert :rolleyes:
...
Ja, KG 450 ist schlimmer als 440. 480 topt alle.
Bei der Gebäudeautomation würde man mitunter am liebsten die 50 x 100 mm Bezeichnungsschilder von HLS gleich mit für die Datenpunktbezeichnung ausschreiben.

Ocho,

der es auch gerne kurz und knackig mag.
Immer wenn ich Langweile habe, dann melde ich mich in einem Eltern-Forum an und Frage, wie weit man den Schimmel im Pausenbrot der Kinder wegschneiden sollte...

IH-Elektriker
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von IH-Elektriker » Dienstag 22. Juni 2021, 08:36

Ich weiss nicht was ihr habt mit simpel und Einfach.... DE.122=G76/2.41+361-F1-S27-BK-5 ist doch eine banal einfache und konzern- und weltweit eindeutige Kennzeichnung für eine Steckdose in Deutschland, Niederlassung 122, Gebäude 76 im 2.Stock, Raum 41, Unterverteiler 361, Sicherung F1, Steckdose 27 im Brüstungskanal Westseite Fensterfront…. 😃


Soaß beiseite, so einfach wie nur möglich und so komplex wie nötig ist die Devise. Niemand braucht eine Betriebsmittelkennzeichnung über Gebäude- oder Anlagengrenzen hinaus, denn solche Bandwürmer wie oben kann sich kein Schwein merken.

Im Maschinenbau ist es prinzipiell genauso, wobei sich hier eine Betriebsmittelkennzeichnung mit Angabe der Schaltplanseite je nach Anlagengröße bewährt hat. Denn wer schon mal in einer großen Anlage mit mehreren hunderten von Sensoren und einem Schaltplan von 2 proppevollen dicken A4-Ordnern den Endschalter „B42“ gesucht hat der wird wissen was ich meine.

DBY656
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von DBY656 » Dienstag 22. Juni 2021, 11:12

Um weiter vom Thema abzuweichen:

Vor vielen Jahren hatte ich den Wunsch das alle im Betrieb vorhandenen Geräte bei einem Wechsel an einen nicht für dieses Gerät vorgesehenen Anschlußpunkt durch eine elektronische Sperre die Wiederinbetriebnahme verhindert wird. Zu Wartungsarbeiten, Wiederholungsprüfungen usw. müsste man nicht den kompletten Betrieb absuchen.
Bei der Beschriftung von Steckdosen ist zu bedenken das andere Gewerke für Renovierungsarbeiten gerne mal alle Deckel abnehmen und umsortiert wieder anbringen.
Eine logische und allgemein verständliche Struktur reduziert die Probleme der Zukunft. Es gibt aber leider Etliche deren Geschäftsmodell auf zukünftige Probleme beruht und entsprechend ist das Produkt aufgebaut. Beispiel aus der Vergangenheit: Steckdosenverteiler ohne Nachrüstplatz für einen RCD.

Gruß Markus

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Willi4
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von Willi4 » Dienstag 22. Juni 2021, 12:45

Weil es gerade so gut dazu passt...

IMG_20210622_085603_3~2.jpg
Beschriftung wird überbewertet :) .
In der Tür war nur das Typenschild vom Verteiler...

Gruß

Willi



Sorry für off-Topic
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froebel88
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von froebel88 » Dienstag 22. Juni 2021, 13:50

Ich hab mal mitbekommen, dass RFID wohl der nächste große Schrei werden soll. Jetzt nicht unbedingt für die Beschriftung von Steckdosen, sondern eher für die Kennzeichnung von Motoren, Sensoren, Aktoren usw..

Da könnte man jeweils so n RFID-Dingens dranpappen und dann nach dem Auslesen direkt die "Akte" des Bauteils bekommen inkl. Parametrierung, Alter, Vorerkrankungen usw.

Ist euch sowas schon mal über den Weg gelaufen?

(Ebenfalls Sorry für OT ;))

IH-Elektriker
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von IH-Elektriker » Dienstag 22. Juni 2021, 15:15

froebel88 hat geschrieben:
Dienstag 22. Juni 2021, 13:50

Da könnte man jeweils so n RFID-Dingens dranpappen und dann nach dem Auslesen direkt die "Akte" des Bauteils bekommen inkl. Parametrierung, Alter, Vorerkrankungen usw.

Ist euch sowas schon mal über den Weg gelaufen?
Direkt begegnet noch nicht, aber davon gehört habe ich ebenfalls schon.

Die Frage ist nur wie sinnvoll eine reine RFID-Kennzeichnung ist. Wenn ich in einem Schaltschrank mit 300 Komponenten erst jeden Schütz, jeden MSS mit einem RFID-Leser abscannen muss ist das kontraproduktiv. Wenn dann muss eine quasi Doppelkennzeichnung optisch und parallel als RFID oder ggf. auch 3D-Code bzw. Barcode passieren.

Eine Kennzeichnung mit Barcode kenne ich von RCD, da wird eine fortlaufende Nummer am RCD in Barcodeform angebracht welche dann mittels einem Smartphone gescannt werden und direkt die Überprüfung in ein übergeordnetes System eingebracht werden und ggf. je nach anstehender Prüfung mit den Prüfergebnissen verknüpft werden kann.

Zwecks „Hintergrundinfos“ wie Datenblätter, Parameterlisten oder Anleitungen gibt es bereits heute Maschinenhersteller welche in ihren Elektroplänen direkt Links hinterlegen. Der Plan liegt dann als PDF vor, die normalen Querverweise sind als klickbare Links angelegt und bestimmte Bauteile bekommen einen Link zu zugehörigen Dokumenten.

Der größte Vorteil sind die PDF-Pläne bzw. die darin hinterlegten Links bei den Querverweisen, spart massiv Blätterarbeit und Zeit bei der Suche und ist ggf. super bequem bei einer Fehlersuche, vorausgesetzt der Mitarbeiter hat ein Endgerät mit entsprechend großem Display vor Ort – ein Laptop mit 14“ oder 15“ Display ist okay, ein Tablet mit 12“ grenzwertig und auf kleinen Tablets mit 7“ oder gar einem Smartphone ist so ein Plan eine Zumutung weil man andauernd am Vergrößern und Verkleinern ist und dabei den Überblick völlig verliert (außer man hat supergute Adleraugen und ein Retina-Display mit gigantischer Auflösung und kann dabei Schriften mit 1mm Höhe erkennen….)

Einige Maschinenhersteller bieten für die schnelle Fehlerdiagnose inzwischen in der Steuerung hinterlegte Bilder an, bspw. wo sich im Schaltschrank eine bestimmte Sicherung oder an der Anlage ein bestimmter Sensor finden lässt. Die Fotos ploppen dann bei einem erkannten Fehler zusätzlich zur Fehlermeldung auf. Das ganze deint aber eher dazu einen Maschinenbediener zu führen der keine EFK bzw. kein Instandhalter ist.

Was ich selbst in einem Pilotprojekt mit umgesetzt habe ist der Einsatz von AR-Devices zur Reparatur- und Wartungs- bzw. Serviceunterstützung. Da wird der Mitarbeiter genau geführt, für Routineaufgaben ist kein anlagen-/maschinenspezifisches oder ortsspezifisches Wissen mehr nötig. Problem hierbei ist aktuell noch der ziemlich hohe Aufwand der Erstellung der nötigen Daten für diese AR-Unterstützung so das sich oftmals der ROI nicht rechnet….

Aber spannend ist das schon

DBY656
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Re: Betriebsmittelkennzeichnung eines RCD

Beitrag von DBY656 » Freitag 2. Juli 2021, 14:37

Hallo zusammen,
es gibt von Doepke RCD's mit Not-Aus-Kreis.
Siehe https://www.youtube.com/watch?v=KrEsX5vwkd0

Dieser dürfte wohl mit Q bezeichnet werden.

Gruß Markus

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