Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Hier geht es um allgemeine Normen der Elektrotechnik, Auslegungen und deren Anwendung
droid
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von droid » Sonntag 19. Mai 2019, 20:34

Unser Elektriker hätte die Kombi Bauteile (AFDD+) von Eaton vorgeschlagen.

Trumbaschl
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Trumbaschl » Mittwoch 22. Mai 2019, 18:59

meisterglücklich hat geschrieben:
Freitag 17. Mai 2019, 15:12
Was mir nicht schmeckt ist, daß es keine seriöse Prüfmöglichkeit gibt, man vertraut dem Testknopf, als ob man mittels Prüftaste am FI-Schalter eine ordentliche VDE-Prüfung machen könnte. Und da Elektronik nur eine begrenzte Lebensdauer hat, wäre als vorbeugende Instandhaltung das Ding alle 10 bis 15 Jahre zu tauschen.
Willkommen in Amerika! Sichtprüfung, Kontrolle der Steckdosen auf Vorhandensein des Schutzleiters und polrichtigen Anschluss von L und N (mittels LED-Steckdosentester), Testen der DI-Steckdosen mittels Testtaste, Freigabe der Anlage.

Funker
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Funker » Mittwoch 5. Juni 2019, 09:07

Es soll wohl bis Oktober 2019 einen neuen Weißdruck inhaltlich im Wesentlichen dem Entwurf vom Dezember 2018 entsprechend.

froebel88
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von froebel88 » Sonntag 8. Dezember 2019, 12:43

Moin,

die im Oktober in Kraft getretene DIN VDE 0100-420 fordert ja nun AFDDs in

Räumlichkeiten mit Schlafgelegenheit ohne Berücksichtigung der Feuerwiderstandsklasse Räumlichkeiten sind nach allen Seiten abgeschlossene Raumgebilde. Beispiele: Schlafzimmer, Schlafräume, Gästezimmer, Hotelzimmer.


Kommt man da jetzt um die Installation von AFDDs in Hotelzimmern überhaupt noch drumherum? Gibt es eine "Mustergefährdungsbeurteilung" für Hotels, aus der hervorgeht, dass FIs für den Brandschutz ausreichen?

E-Jens
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von E-Jens » Sonntag 8. Dezember 2019, 17:36

Hallo,

eine Norm gibt den Stand der Technik wieder. vde1 Auch wenn der Sicherheitsgewinn nicht direkt sichtbar ist. Die Funktion der Schutzgeräte ist von den Herstellern nachgewiesen worden. Meinst du, dass kann man mit einer Gefährdungsbeurteilung umgehen. Das wird spätestens im Falle eines Schadens eine sehr schwierige Argumentation. Wieso möchtest du dich dafür in die Nesseln setzen und dem Kunden Geld ersparen. mm:1
Gruß Jens

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Wulff
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Wulff » Sonntag 8. Dezember 2019, 18:39

Es heißt in 421.7 es wird empfohlen... (Was das inhaltlich bedeutet wurde hier im Forum auch schon mehr als einmal diskutiert, möge jeder selber entscheiden)

Dennoch gilt das von E-Jens benannte natürlich trotzdem.

Wichtig ist für uns Elektriker m.E. das die Risikobewertung durch den Bauherren erstellt wird und nicht durch uns.

Im übrigen soll nach meinem Kenntnisstand noch ein Hilfe zu Erstellung der Risikobewertung vom zuständigen DKE erstellt werden. Die kann man ja dann dem AG übermitteln mit der Bitte um Rückgabe.

Wenn sie nicht ausgeführt wird, sollte man sich eventuell hintenraus absichern. Dann eben AFDD zur Sicherheit einbauen.

Funker
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Funker » Sonntag 8. Dezember 2019, 22:27

Wie an anderen Stellen schon dargelegt,
1. Das Thema AFDD ist nunmehr nur noch empfohlen. Die Spezifika Schlafräume in Kindereinrichtungen und Altenheimen sind nicht mehr enthalten.
2. Das das Wort Schlafräume ist nur enthalten weil es leider beim Vorpreschen in der internationalen Norm in 2015, ohne ausreichende Gefährdungsbeurteilung dort so eingebracht wurde und nunmehr so mit übersetzt werden muß, auch wenn das der schlechteste Anwendungsfall ist.

Die Wirksamkeit der AFDD Technologie gegenüber des RCD 30 mA bzw, 10 mA ist bisher in der EU nicht nachgewiesen.
Man muß man auch einmal reale Test mit den immer vorgegebenen Fehlerquellen machen : Leitung 3 x 1,5 qmm wie folgt präparieren Mantel vorsichtig auftrennen und zur Seite schieben eine Ader N oder L halbseitig einschneiden und definiert ca. 70 % der Einzeldrähte der Litze durchschneiden. Anschließend Mantel über die defekte Stelle wieder überschieben. Leitung nun mit einem Strom belasten, bei dem die Teststelle merklich, d.h. > 90 °C überhitzt wird. Diesen Prüfling in Reihe Schalten mit RCD 10 mA, RCD 30 mA RCD 300 mA, LS 6 A, LS 10 A, LS 16 A und AFDD (ohne RCD) . Die Frage wäre zu beantworten welche Schutzeinrichtung löst zuerst aus ? Den Versuch ca. 100 x wiederholen zu statistischen Zwecken. Das wäre einmal eine reale Darstellung eines beschriebenen Fehlers der Leitungsdeformierung. Entsprechend den bereits vorhandenen Darstellungen, kann man davon ausgehen, daß der produzierte serielle Fehler nicht auf die eine Ader beschränkt bleibt, wie immer behauptet, sondern sich auf die Isolationsfestigkeit der anderen Adern auswirkt bevor der Mantel brandgefährlich beschädigt wird. Nun kommt es darauf an welche der Adern das dann zuerst ist. Mit 50 % Wahrscheinlichkeit bei zwei Adern wird es der PE sein und mit den anderen 50 % der andere aktive Leiter. Damit hätte dann als Erdschluß einer der RCD eine Chance und beim parallelen Phasenfehler ein im Wert abgesenkter LS Schalter. Aus den 100 Versuchen kann man dann Gleichwertigkeitsfaktoren ableiten. Solche Vorschläge und vielleicht auch Versuche haben schon 2003 zwei Mitarbeiter der CPSC in den USA gemacht, zumindestens den Sachverhalt anlog beschrieben. Nicht umsonst steht in VDE 0100 - 410 bereits seit 2009 und auch derzeit der Satz, daß ein kombinierter LS RCD 30 mA sowohl Brandschutz, Personenschutz und Sachschutz gewährleistet, wobei zur Höhe des LS nichts gesagt wird. Eine Feinsicherung im Stecker des Gerätes, angepaßt an die Geräteleistung aber jedenfalls < 16 A, wie in einigen anderen Ländern üblich, ist dann in Kombination mit einem RCD 10 mA sicher entschiedend preiswerter und bietet bestimmt gleichwertige Sicherheit wie ein AFDD.

3. Die Gefährdungsbeurteilung findet sich in VDE 0100 - 410 in der Anmerkung, daß LS FI 30 mA sowohl Personen, Brand-als auch Sachschutz gewährleisten. Da diese in Wohnräumen unabhängig vom AFDD in allen Bereichen eingesetzt werden müssen, hat sich die Doppelung der Sicherheits
somit erledigt.

froebel88
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von froebel88 » Sonntag 8. Dezember 2019, 23:39

Jep, der AFDD wird empfohlen. Aber wie begründet man eine normative Empfehlung nicht anzunehmen? Gibt es da nicht ein fertiges, juristisch wasserdichtes Schreiben?

Trumbaschl
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von Trumbaschl » Sonntag 8. Dezember 2019, 23:50

Die trägen Feinsicherungen nach BS 1362 dienen ausnahmslos dem Schutz der Geräte-Anschlussleitung gegen Kurzschluss, da dieser Schutz bei LSS B32, der in GB üblichen Absicherung, nicht gegeben ist. Warum diese nicht ausschließlich in 13 A vorkommen, sondern auch mit kleineren Nennströmen, weiß niemand mehr so genau, stammt möglicherweise aus der Zeit, als in GB grauenhaft winzige flexible Leitungen für leicht Hausgeräte benützt wurden, hier im Regal steht ein Spulentonbandgerät mit originaler Zuleitung aus den frühen 60ern, die ich per Augenmaß auf 3x0,25 mm2 schätzen würde. Das ist buchstäblich Märklinleitung! Nur als PVC-Schlauchleitung.

E-Jens
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Re: Aktueller Stand Brandschutzschalter (AFDD) - Februar 2019?

Beitrag von E-Jens » Montag 9. Dezember 2019, 15:16

Hallo,

gravierende Schadensereignisse sind zum Glück nicht so häufig, aber es gibt sie. Eine Akzeptanz der Nutzer, dass moderne Techniken auch Risiken in sich tragen und es bei der Nutzung Unfälle geben wird ist selten vorhanden. Es ist eher so, dass „Einer“ Schuld sein muss. Der Elektriker bietet sich dafür sehr gut als Zielscheibe an.
Nun möchte der Elektriker den AFDD vorn herein abwählen und dem Kunden Kosten ersparen. hair1
Gruß Jens

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