Toleranz-Angaben für Amperezangen

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Mackie Messer
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Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von Mackie Messer » Freitag 8. Juni 2018, 07:28

Ich bin gerade dabei mir einen Überblick über Amperezangen zu verschaffen und bin dabei auf eine etwas seltsame Toleranzangabe gestoßen die ich nicht verstehen.
Beispiel:
Technische Daten:
AC Strom (A): 2 A / 20 A / 100 A ± (2,5% + 5)
Gleichstrom (A): 2 A / 20 A / 100 A ± (2% + 3)
Wechselspannung (V): 2V / 20V200V / 600 V ± (1,0% + 3)
DC-Spannung (V): 200 mV / 2V / 20V200V / 600 V ± (0,7% + 3)
Widerstand (Ω): 200Ω / 2 kOhm / 20KΩ / 200KΩ / 2MΩ / 20MΩ ± (1,0% + 2)
Kapazität (F): 2nF / 20nF / 200 nF / 2μF / 20μF / 200μF / 2mf / 20mF ± (4% + 5)

Die Werte sind klar, verschiedene Messspektren, der %-Wert ist auch klar (um soviel Prozent weicht der Wert nach oben oder unten ab...maximal) aber was bedeutet die Zahl hinter dem Prozentwert?

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Elt-Onkel
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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 8. Juni 2018, 08:19

Hallo,

analog war transparent, aber gestern.

Neumodich ist digital.

Vermutlich sind es die Diggits.


...

Heinrich
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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von Heinrich » Freitag 8. Juni 2018, 08:30

Mackie Messer hat geschrieben:
Freitag 8. Juni 2018, 07:28
Gleichstrom (A): 2 A / 20 A / 100 A ± (2% + 3)
Die Werte sind klar, verschiedene Messspektren, der %-Wert ist auch klar (um soviel Prozent weicht der Wert nach oben oder unten ab...maximal) aber was bedeutet die Zahl hinter dem Prozentwert?
Digits, Sprich 2% Abweichung + 3 Zähler der letzten Stelle.

Für eine DC- A Messung mit Zange würde ich die Toleranz nicht unbedingt glauben, da verstellt sich manchmal der Nullpunkt um 10-20%, gerade bei geringen Strömen.

hth

ThomasR
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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von ThomasR » Freitag 8. Juni 2018, 15:15

Das sind die Digits, hier mit Angabe nur ins Positive (+3)

Beispiel für ein 3 1/2 stelliges Gerät im 2A Bereich: tatsächlicher Strom sei 191mA

Möglicher Fehler: 2% von 2A = 40mA, also darf die Anzeige von 151mA bis 234mA alles anzeigen und es wäre in der Toleranz richt1

Hätte dasselbe Gerät einen 200mA Bereich, wäre der Fehler wesentlich kleiner:

Möglicher Fehler: 2% von 200mA = 4mA, also dürfte die Anzeige von 187mA bis 198mA alles anzeigen und wäre in der Toleranz richt1

Deswegen sind die Bereiche bei sonst gleichen Bedingungen so wichtig.

Oder es wird ein 4 1/2 stelliges Gerät, da ist zwar die prozentuale Abweichung immer noch gleich, aber die Digitabweichung wäre vernachlässigbar....(weil das letzte Digit nur noch 1/10 mA anzeigt)

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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von SPS » Freitag 8. Juni 2018, 15:20

Hallo Thomas,
ich kenne es bei Digitalen Messgeräten so, das nicht vom Messbereich der % Fehler gerechnet wird, sondern vom Abgelesenen Wert.
Bei digitalen Multimetern wird die Genauigkeit in Prozent in Bezug auf den aktuellen Messwert angegeben.
Dagegen sind bei analogen Multimetern die Genauigkeiten immer auf den Messbereichsendwert bezogen.
Quelle Beha
http://www.iv-krause.de/media/pdf/Katal ... imeter.pdf
Mit freundlichem Gruß sps

ThomasR
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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von ThomasR » Freitag 8. Juni 2018, 16:02

Kann sein, muß aber wohl nicht. Je nach Hersteller wird das wohl anders gehandhabt. Im Zweifel gilt für mich die Angabe auf den Endwert des Bereiches, weil damit die Billigheimer ihre mindere Qualität verstecken können :D

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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von SPS » Freitag 8. Juni 2018, 16:20

Hallo Thomas,
was hat ein Hersteller davon den Endwert als Grundlage der Rechnung zu nehmen? Der Fehler wird dadurch nur größer.
Mit freundlichem Gruß sps

ttwonder
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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von ttwonder » Freitag 8. Juni 2018, 16:34

Interessant.

Ich habe gerade mal in die Anleitung der Leckstromzange Benning CM9 geguckt.

Hier steht Folgendes:

Messgenauigkeit im Frequenzbereich 50 Hz - 60 Hz

0…10 A: ± (1 % des Messwertes + 8 Digit)
10…50 A: ± (2 % des Messwertes + 10 Digit)
50...100 A: ± (10 % des Messwertes + 10 Digit)

Da bin ich aber froh, dass sich das auf den Messwert bezieht und nicht auf den "Skalenendwert". Alles andere wäre auch schlecht, im größten Messbereich ne Abweichung von 10A...

Das Ding ist halt für kleine Ströme gedacht.

Edit: Groben Fehler korrigiert, sorry
Zuletzt geändert von ttwonder am Freitag 8. Juni 2018, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.
---
Viele Grüße
Jörg

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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von SPS » Freitag 8. Juni 2018, 16:38

Hallo,
ich würde wie in deinem Daten aus der Anleitung "Fehler in % vom Messwert" sagen. Messbereich ist für mich wieder was anderes (hier die 3 Strombereiche mit unterschiedlichen % Fehlern.).
Mit freundlichem Gruß sps

ThomasR
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Re: Toleranz-Angaben für Amperezangen

Beitrag von ThomasR » Samstag 9. Juni 2018, 13:32

Der Bezugswert wird oft genug nicht angegeben (also Skalenendwert oder Anzeigewert) und dann würde ich die schlechtere Version zugrunde legen. Wenn der Hersteller das klar angibt, dann ist das doch gut!

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