Erhöhung Niederspannung

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Elt-Onkel
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Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 13. November 2017, 01:09

Hallo,

letztens hatte ich ein Gespräch bezüglich Lademöglichkeit E-Batterie-Autos.

Wie hier alle wissen - und die Politiker nicht - reicht unsere Niederspannungsverkabelung bei weitem nicht hin,
um für jeden 'Ottonormalverbraucher' eine Ladesteckdose mit Energie zu versorgen.

Unser 230/400 Volt-System gibt eben nicht genug Leistung her.

Nun sind unsere Niederspannungskabel in den Straßen auf 1 kV zugelassen.
(Straßenverteiler mal außen vor.)

Daher keimte die Idee auf, die Spannung im Straßennetz zu erhöhen.
O.K., dann bekommt jeder in den Keller einen Trafo, der dann wieder die bisher übliche Spannungsebene bereitstellt.

In der Industrie gibt es zwei weitere Spannungshöhen: 500 Volt und 690 Volt.

Wenn ich nun Wurzel 3 mal 500 Volt rechne, komme ich auf 870 Volt.

Wurzel 3 mal 690 Volt wäre zuviel.

Wie 500 Volt und 690 Volt zusammenhängen, habe ich noch nicht herausgefunden.

Was wäre aber, die Straßenverkabelung auf eine Spannung 500 / 870 Volt quasi zu verdoppeln ?

Das würde viel Tiefbau entbehrlich machen.


...

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Thommy62
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Thommy62 » Montag 13. November 2017, 07:19

...wenn ich so überlege, was bei der MS-Spannungsumstellung von 15auf 20 KV damals für "schlummernde" Fehler hochgekommen sind, bin ich auf die praktische Umsetzung schon sehr gespannt( wenn sie denn kommt). Zu DDR -Zeiten gabe es mal eine Spannungsebene für die großindustrie( 660V), die sich auch nicht durchgesetzt hat. Im Kfz-Bereich ist die Bordspannungserhöhung auf 48V auch überfällig....nichts.
Grüßli Thomas

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Jester
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Jester » Montag 13. November 2017, 10:06

Elt-Onkel hat geschrieben:
Montag 13. November 2017, 01:09
Ha
Was wäre aber, die Straßenverkabelung auf eine Spannung 500 / 870 Volt quasi zu verdoppeln ?

Das würde viel Tiefbau entbehrlich machen.
...
Hallo,

ich würde bei der Erhöhung der Spannung mit zusätzlichem Tiefbau rechnen, bei dem Alter der jetzt noch in der Erde schlummerdem Leitungsmaterial denke ich das einige Isolationen den Kampg aufgeben würden.

zudem wo sollen die ganzen Transformatoren in den Wohngebäuden hin?

Ich wollte so einen Trafo nicht im Keller unterm Schalfzimmer stehen haben wollen.

Just my 2cent

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Lightyear
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Lightyear » Montag 13. November 2017, 10:52

Ich sehe diese Idee als völlige, in der Praxis nicht umsetzbare, Utopie.

Eine Erhöhung der Spannung dürfte in der Tat erst Recht den Tiefbau ankurbeln.
Es soll ja aktuell schon VNBs geben, die ausgedehnte Iso-Messungen an den unterirdisch verlegten Netzten strikt untersagen, weil dabei zu viele Schäden verursacht / entdeckt werden.
Mindestens hier in unserer Region gibt es zudem noch ein mittelaltes "Muffenproblem" über die konkrete Anzahl der noch in Betrieb befindlichen "kritischen" Muffen kann man nur mutmaßen, es können aber auch hunderte oder tausende sein.
Daneben sind noch so viele verschiedene Kabelbauarten mit allerlei unterschiedlichen Isolierkonzepten aus völlig unterschiedlichen Bauzeiträumen seit 1950(?) in Betrieb, dass ich da seeeeehr vorsichtig wäre, ernsthafte Sparpotentiale zu erwarten.

Und das Platzroblem der Trafoidee hat Jester ja auch schon angerissen - wir leben im Zeitalter der "Hausanschlußnische" (Mehrsparten-Hausanschluß nach DIN 18012), da wünsche ich viel Erfolg bei der Installation eines Trafos im Bereich der Immobilie der Anschlußnehmer.
http://www.abn-electro.com/fileadmin/fi ... k_2015.pdf

Wenn die Burg überhaupt noch einen Keller hat (worauf heutzutage ja oft verzichtet wird), dann erwarte ich mindestens einen Aufschrei, vermutlich jedoch noch viel mehr an Widerstand aus der Bevölkerung. Mögliche Stichworte aus der Bevölkerung "Trafo brummt", "Elektrrosmog", "Bestandsschutz" und "MeinGrundstückbetretenSIEnicht, ICHbinReichsbürger!" ;)
Beim EFH mit ZAS im Vorgarten mag das technisch noch einigermaßen sinnvoll und preislich im Rahmen gehen, macht der Amerikaner ja auch (äußerst dekorativ *würg*), aber im städtischen Bereich..?

Bliebe noch die Lösung, jedem Haus außerhalb des jeweiligen Privateigentums einen Trafo hinzupflanzen. Abgesehen von den Kosten hierfür, wird das im städtischen Bereich auch enorm problematisch, weil schlicht der Platz nicht da ist, es sei denn, man vergräbt die Trafos vollständig.
HURRA, das wird ein Spaß... joint1

Elo-Ocho
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Elo-Ocho » Montag 13. November 2017, 11:36

Moinsen,

ich halte es für am sinnvollsten, den Strom in oder an den Ladestationen zu Bunkern, dann kann man die Akkus in der Zeit laden, in der die Netze und Erzeugeranlagen das hergeben. Da der Strom dann schon als Gleichstrom vor Ort lagert, kann ja auch mit ansprechender Stromstärke geladen werden. Benötigt natürlich ein "smart grid". Es freut mich schon ein wenig, auf dem Dorf zu wohnen, da ist wenigstens Platz für ausreichend Ladestationen vorhanden.

Ich bin für Elektroautos, die Vorteile überwiegen in meinen Augen. Allerdings müssen zuerst die Voraussetzungen für den ordnungsgemäßen Betrieb geschaffen werden.

Ob es Sinn macht, die Netzspannung anzupassen weiß ich nicht, aber ganz ausschließen will ich das nicht. Vielleicht hatte Edison ja doch recht. Nachdem Westinghouse dann eine paar Jahrzehnte hatte, wird es in Zukunft nur noch Gleichspannungsnetze geben, wer weiß?

Gruß,

Ocho
Immer wenn ich Langweile habe, dann melde ich mich in einem Eltern-Forum an und Frage, wie weit man den Schimmel im Pausenbrot der Kinder wegschneiden sollte...

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Oberwelle
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Oberwelle » Montag 13. November 2017, 20:16

Hallo,

letztens hatte ich ein Gespräch bezüglich Lademöglichkeit E-Batterie-Autos.
Wie hier alle wissen - und die Politiker nicht - reicht unsere Niederspannungsverkabelung bei weitem nicht hin,
um für jeden 'Ottonormalverbraucher' eine Ladesteckdose mit Energie zu versorgen.
Unser 230/400 Volt-System gibt eben nicht genug Leistung her.
Nun sind unsere Niederspannungskabel in den Straßen auf 1 kV zugelassen.
(Straßenverteiler mal außen vor.)
Daher keimte die Idee auf, die Spannung im Straßennetz zu erhöhen.
O.K., dann bekommt jeder in den Keller einen Trafo, der dann wieder die bisher übliche Spannungsebene bereitstellt.
In der Industrie gibt es zwei weitere Spannungshöhen: 500 Volt und 690 Volt.
Wenn ich nun Wurzel 3 mal 500 Volt rechne, komme ich auf 870 Volt.
Wurzel 3 mal 690 Volt wäre zuviel.
Wie 500 Volt und 690 Volt zusammenhängen, habe ich noch nicht herausgefunden.
Was wäre aber, die Straßenverkabelung auf eine Spannung 500 / 870 Volt quasi zu verdoppeln ?
Das würde viel Tiefbau entbehrlich machen.


Wo sollen bitte die ganzen Transfomatoren für die Haushalte und in den Stationen der Netzbetreiber her kommen, bzw. wer soll das bezahlen..

Dann lieber mit dem Elektroauto Benzin einzukaufen und dann Zuhause mit einem Moppel Strom für das E-Auto zu erzeugen. joint1

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Elt-Onkel
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 13. November 2017, 21:30

Hallo,

das Thema war gedacht, um mal die Meinung der geneigten Leserschaft zu erkunden.

Das mit den Trafos machen uns die (Nord)Amerikaner vor.
Alle Nase lang hängt an der Mittelspannungsfreileitung so ein Topf,
aus dem die 127 Volt hervorquellen.

Also technisch wäre es schon machbar.
Bei den (Öl)Kabeln aus den 50er-Jahren müsste man schon vorsichtiger sein.
O.K., und nicht fachgerecht hergestellte Muffen gibt es auch noch.

Die Frage nach der Verhäkelung von 500 Volt und 690 Volt hat interessanterweise noch keiner beantwortet.


...

Funker
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Funker » Montag 13. November 2017, 21:47

Die Gedanken sind an sich nichts Neues bereits um 1990 bestanden Verteilernetze in Dresden und Chemnitz zu den Häusern als Nennspannung mit 2 kV

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Elt-Onkel
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Elt-Onkel » Montag 13. November 2017, 21:57

Hallo,

nur liegt 2 kV leicht oberhalb der Zulassung von Niederspannungskabeln.

Da müsste man dann alles aufbaggern.
Die Idee war ja, die vorhandenen Kabel möglichst weit auszunutzen.

Das ist so ähnlich, wie die vielen PV-Anlagen auf nicht tragfähigen Scheunen-Dachstühlen.
Nur mir dem kleinen Unterschied, daß eine Potentialdifferenz von 870 Volt kleine Isolationsfehler nicht verzeiht.

...

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Tobi P.
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Re: Erhöhung Niederspannung

Beitrag von Tobi P. » Montag 13. November 2017, 22:06

Moin,
Elt-Onkel hat geschrieben:
Montag 13. November 2017, 01:09
Wie 500 Volt und 690 Volt zusammenhängen, habe ich noch nicht herausgefunden.
die Antwort ist einfach: Gar nicht. Es gab 380/660V-Netze die mittlerweile zu 400/690V mutiert sind. Üblicherweise sind das allerdings Dreiecksnetze ohne Sternpunkt, meist als IT ausgeführt. Im Chempark Leverkusen müsste es zum Beispiel noch einige davon geben (oder auch nicht, ist mehr als zehn Jahre her seit ich da zuletzt rumgewurschtelt habe).


Gruß Tobi

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