Starthilfekabel ALDI-Nord

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Elt-Onkel
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Starthilfekabel ALDI-Nord

Beitrag von Elt-Onkel » Freitag 7. Oktober 2016, 20:35

Moin,

gestern fand ich im Aldi schöne, neue Starthilfekabel.

Da auf der Verpackung nix draufstand, habe ich zum Leidwesen
vom Personal die Sicherung der Umhüllung aufgeschnitten,
und das Kabelpaar besichtigt.

Dort steht: "Moderne Leichtmetalltechnik."

Kein einziger Hinweis auf den Querschnitt !

Es sind Alu-Gemisch Adern mit Kupfer-Beschichtung.

Frage:

Darf man so etwas ungestraft in Verkehr bringen ?


...

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kabelmafia
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Beitrag von kabelmafia » Freitag 7. Oktober 2016, 22:33

Moin Elt-Onkel,

warum nicht? ist ja nicht mal ein Niederspannungsprodukt.
Der Strom kann ruhig bunt sein-ohne Kabel nützt das nix.
Bild: NAKBA 3x95/50sm 0,6/1kV VDE U 0250:1936
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Strippe-HH
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Beitrag von Strippe-HH » Freitag 7. Oktober 2016, 22:49

Ich hatte die auch gesehen aber nicht näher betrachtet.
Die Frage stellt sich auch nach den Querschnitt und ob die ein GS-Zeichen haben.
Wenn ich morgen bei Aldi sein sollte dann sehe ich die mir mal näher an.
Kaufen tue ich mir aber keine, denn ich habe welche.
Immer das Beste draus machen

Jörgi-1911
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Beitrag von Jörgi-1911 » Freitag 7. Oktober 2016, 23:28

Solche Konstrukte finden sich immer wieder im Notfallgepäck meiner Kunden.
Zwischen zahlreichen leeren Taschenlampen und Damenschuhen sieht man
hübsch original verpackt das Mitbringsel vom AutoAldi. Mächtige Isolierung
und kein Querschnitt. Die Klemmen haben nur einseitig ein eingelegtes
Kupferblech und das ist lieblos um das Kabel gewickelt. Der eigentliche
Leiter ist auch irgendwie mit reingezwirbelt.

Wenn der Spender seinen Motor laufen läßt und der Empfänger einen Moment
bei angeschlossenem Starthilfekabel wartet, funktioniert das sogar.
Vorraussetzung: Die Batterie ist nur ein wenig schwach, es ist kein
großkubikiger Dieselmotor und es stehen drei Sonnen am Himmel.

Die Wenigsten wissen doch was sie tun. Youtubewissen und Stammtischgerede
ersetzt meist die dreieinhalbjährige Ausbildungzeit und die anschließende
Lehrzeit. Wichtig ist, das die Leute so richtig Mist bauen. Davon lebe ich.

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Elt-Onkel
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Beitrag von Elt-Onkel » Samstag 8. Oktober 2016, 08:40

Hallo,
Strippe-HH hat geschrieben:
Die Frage stellt sich auch nach den Querschnitt und ob die ein GS-Zeichen haben.
GS-Zeichen habe ich keines gesehen.

Wieso ?

Ist das Pflicht ?


...

chris11
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Beitrag von chris11 » Samstag 8. Oktober 2016, 12:21

Von der Idee ist das nicht mal schlecht. Alu ist bei weitem leichter wie Kupfer und wählt man den Querschnitt eine Nummer grösser, auch vergleichbar mit Kupfer. Dafür das man das Kabel fast nur nutzlos in der Gegend herumfährt, spart man sogar Treibstoff.

Das Problem bei den billigen Starthilfekabeln wie bei diesem von Aldi sind eher die lausigen Kunststoffklemmen. Deren Kunststoff-"Scharniere" brechen nach längerer Zeit wegen Versprödung, da diese dauerhaft unter der Federspannung stehen.

Hab bei mir 4m 50qmm Aluleitung für einen Wechselrichter ins Fahrzeug eingebaut. Mit den entsprechend verpressten Kabelschuhen deutlich leichter wie eine elektrisch vergleichbare 35qmm Kupferlitze.

Mit freundlichen Grüßen
Christian

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Thommy62
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Beitrag von Thommy62 » Montag 10. Oktober 2016, 07:19

...zu dem Thema,
letztens habe ich einem bekannten meine "Reservebatterie 12V/ 72AH" als Starthilfe für sein Motorrad (1 Zyl 900ccm) ausgeborgt.
Selbst da sind die Starthilfekabel schon sehr warm geworden. Was soll dan erst bei einem 2,0 TDI "losgehen".
Ich habe im Auto einen Eigenbau mit echten 25q und guten Zangen liegen.

IH-Elektriker
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Beitrag von IH-Elektriker » Montag 10. Oktober 2016, 17:00

Es gibt bei Starthilfekabeln recht viel Billigschrott – nicht nur bei Aldi oder anderen Discountern, auch „Baumarktware“ oder das was man tlw. auch in Autofachmärkten angeboten bekommt ist nicht viel besser…

Den geringen Querschnitt sehe ich jetzt in den meisten Fällen nicht als das große Probem an. So lange niemand minutenlang „orgelt“ sondern sich an die allgemein üblichen regeln hält nur einen kurzen Startvorgang zu machen und zwischen den Startvorgängen jeweils Pausen einzulegen dürfte auch eine Erwärmung relativ ungefährlich bleiben. Wird natürlich aus Unwissenheit z.b. der großvolumige Sechszylinder zwei Minuten „am Stück“ angeorgelt sieht das schon anders aus – aber das sehe ich als Missbrauch eines Starthilfekabels an. Dazu ist es nicht gebaut.

Viel schlimmer sind die windigen Polklemmen die man teilweise gar nicht vernünftig an einem Batteriepol festbekommt. Irgendwelches billiges Pressblech in windigen Kunststoffzangen. Saubere Kontaktgabe wird da zur Glückssache !

Problematisch wird es dann wenn man solche Kabel jahrelang im Kofferraum spazieren fährt, der Kunststoff versprödet und dann wenn man das Kabel mal benötigt einfach die Zange bricht. Ist mir schon zwei Mal passiert, einmal mit einem eigenen Kabel und einmal mit einem fremden Kabel. Inzwischen habe ich mir alte, große Polklemmen in Zangenform besorgt und werde wohl demnächst selbst was basteln – ich brauche nur noch 25mm² in Rot und Schwarz mit jeweils so 3 oder 4m Länge….

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Willi S
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Beitrag von Willi S » Montag 10. Oktober 2016, 17:11

[quote="IH-Elektriker"]&#8211]

Moin!
Schwarze, hochflexible Leitung verkauft Dir der nächste Schweißtechnikladen.
Rot eher nicht. Schrumpfschlauch?
Grüße aus Kirchhellen Wetter

Willi

Meister_Stefan
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Beitrag von Meister_Stefan » Montag 10. Oktober 2016, 17:53

Ich ein Auto selber Überbrücken? Bestimmt. Bestimmt nicht mehr.
Ich habe das an meinen Sportwagen aus Stuttgart gemacht und hinterher war die Electronik im A.... . 😎

Achter mal in Autohäusern, dort werden Autos nicht 1-1 überbrückt, sondieren es werden Akkukoffer zum überbrücken genommen.

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