Interview Zukunft Atomkraft

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Elt-Onkel
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Re: Interview Zukunft Atomkraft

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

ich habe ja nicht behauptet, dass die 12 kW 24/7 gezogen werden.

Aber rechnen wir mal zusammen:

- Waschmaschine 2 kW
- Trockner 2 kW
- Geschirrspüler 2 kW
- Herd 2 kW
- Rest 4 kW

Weiss jemand, was die NB je Straßenkabel (NAYY 4x150) kalkulieren ?

In den Straßen wo wir Imobilien besitzen, sind es i.M. 12 Hausanschlüsse
zu je 44 kW.
Wenn dann jeder mit 6 kW seine Bude heizt (Gleichzeitigkeitsfaktor 1,0)
Dann sind wir bei 72 kW Grundlast 24/7.
Die üblichen Verbraucher kommen dann ja noch hinzu.
Und wehe, da gibt es noch eine Handvoll Durchlauferhitzer und Ladepunkte
in der Straße.
"Hein Mück" schert sich nicht um ein Lastmanagement.
Früher musste man sich mal Verbraucher über 4 kW vom NB genehmigen lassen.
2 kW sind weniger als 4 kW.
Aber 3 x 2 kW sind 6 kW.
Da wird niemand beim NB nachfragen, ob er seine Wohnung heizen darf.
Die Leute machen es einfach.

Deswegen sehe ich die Probleme im Januar 2023 ehr in den Verteilnetzen.

...
tm90
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Re: Interview Zukunft Atomkraft

Beitrag von tm90 »

Elt-Onkel hat geschrieben: Donnerstag 28. Juli 2022, 10:46 Deswegen sehe ich die Probleme im Januar 2023 ehr in den Verteilnetzen.
Heute ist die dazu gehörige Studie der Prognose für Winter 2022 der ÜNB veröffntlicht worden:

Fazit: Sehr viele unbekannte Faktoren können die Rechnung verhageln.

https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artike ... 22-23.html


Zur Berechnung der zusätzlichen elektrischen Heizleistung:

Wenn man von 6kW über 10h am Tag über 100 Tage ausgeht, würde ein Verbrauch von 6000 kWh zu buche schlagen.
Das wäre bei 30c/kWh Stromkosten von 1800€.
auch die Ansicht, das in der ganzen Straße alle Trockner, Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kochfelder gleichzeitig mehrere Stunden laufen ist eher theoretischer Natur.
Die Suppe wird heißer gekocht wie gegessen :D
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Elt-Onkel
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Re: Interview Zukunft Atomkraft

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

das mit den Kosten für die Stromheizung führen die Journalisten auch immer an.

Das ist aber zweitrangig.
Bevor jemand erfriert, sind ihm die Kosten egal.

6 kW als Transmissionswärmeverlust wäre für ein Einfamilienhaus gering.
Ich gehe davon aus, daß im Januar, Februar und den halben März 24/7
elektrisch geheizt werden müsste.

Das wären 75 Tage.

Verbrauch: 75 x 6 x 24 = 10'800 kWh
Kosten: 10'800 x 0,4 = 4'320,- EUR
(Ersparnis Erdgas: 1'320)
Mehrkosten: rund 3'000,- EUR

Für den Preis riskiert niemand, dass ihm die Wasserrohre einfrieren.
Dann wäre der Schaden vielfach so hoch.

Im Hause meiner Mutter hatte ich damals den Warmwasserspeicher
bidirektional ausgelegt.
Da hatte ich eine Heizpatrone 6 kW eingeschraubt.
Mit der WW-Ladepumpe, und der Hzg-Umwälzpumpe konnte man das
Haus elektrisch frostfrei halten, wenn die eingebaute Ölheizung und die vorhandene
Gasheizung beide nicht funktioniert hätten.

...
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Elt-Onkel
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Re: Interview Zukunft Atomkraft

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,

nun habe ich im Internet eine Information zum Anschlußwert gefunden.

Die Stadtwerke Eckernförde rechnen je Hausanschuss mit 18 kW.

Da war dann meine Schätzung mit 22 kW nicht so grundfalsch.

Macht dann also an einem 'üblichen' Straßenkabel 10 Hausanschlüsse.

Wenn man die 18 kW mit Gleichzeitigkeitsfaktor 1,0 ansetzt,
und dann noch die 6 kW hinzurechnet, sind es 240 kW.
Also 1/3 Überlast im Straßenzug.
Wenn man die Kennlinie anschaut, macht das die NH-1 etwa 1/4 Stunde mit.


...
IH-Elektriker
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Re: Interview Zukunft Atomkraft

Beitrag von IH-Elektriker »

Diese „Überlast“ muss gar nicht mal dauerhaft vorhanden sein. Es reicht wenn zu den Stoßzeiten (früh/abends) für ein paar Stunden jeder seine zwei oder drei Heizlüfter laufen lässt. Auch das überlastet die Verteilernetze ausreichend ;)

Das größte Problem ist der Faktor Mensch. Denn Ottonormalverbraucher ohne jegliches technische Hintergrundwissen weiß nur das Strom aus der Steckdose kommt. Und das Strom in Kraftwerken der Geschmacksrichtungen Gas, Atom und Kohle gemacht wird. Und in Windrädern und Solarzellen. Das ist dann der „grüne“ Strom. Wie das genau geht und wie der Strom in seine Steckdose kommt interessiert ihn (den Ottonormalverbraucher) nicht. Er ist halt da. 24/7, Sommer wie Winter. Und zwar ausreichend.

Also wird auch wenn zwei, drei Heizlüfter oder Radiatoren laufen noch wie sonst auch immer die Wäsche in den Trockner gesteckt und nach dem Abendessen der Geschirrspüler angeworfen. Ohne nachzudenken was da denn genau passiert und ob es nicht sinnvoll wäre nicht alles gleichzeitig einzuschalten oder die Wäsche vielleicht nicht in den Trockner zu stecken um Strom zu sparen und vielleicht das Geschirr per Hand abzuwaschen – und während der Wasserkocher dabei für heißes Wasser sorgt vielleicht einen oder zwei Heizlüfter mal abzuschalten….

Vielleicht ist es wirklich keine schlechte Idee über die Anschaffung eines eigenen Moppels nachzudenken? gutnacht1
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Elt-Onkel
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Re: Interview Zukunft Atomkraft

Beitrag von Elt-Onkel »

Hallo,
IH-Elektriker hat geschrieben: Donnerstag 28. Juli 2022, 15:05
Vielleicht ist es wirklich keine schlechte Idee über die Anschaffung eines eigenen Moppels nachzudenken?
Das ist das eine.

Das andere ist der Bereitschaftsmonteur vom NB beim Sicherungswechseln.
Wie heisst das noch ?
"Atemlos durch die Nacht ..."

Vielleicht sollte man einen Handvorrat von NH-1 und NH-2 in 250A,
und HH - Sicherungen im Keller deponieren.
Wenn dann der Monteur flucht, daß ihm die Sicherungen ausgegangen sind
könnte man vor Ort aushelfen.

Inzwischen beherberge ich 24 Stück HH-Sicherungen in 16 / 20 / 25 / 40 Ampere.
Der Ortsnetztrafo (400 bis 630 kVA), der uns versorgt ist nur 50 Meter weit weg.


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