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  #1  
Alt 08.07.2017, 22:51
Funkenschlosser Funkenschlosser ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 24.06.2006
Beiträge: 354
Leitungsverlegung im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses

In einem Mehrfamilienhaus (11 Parteien) soll eine bestehende Treppenlichtschaltung um einen Taster erweitert werden.

Hintergrund: Wenn man aus dem Keller kommt und ins Erdgeschoss eintritt, ist kein Lichttaster in Reichweite. Man muss erst eine "halbe" Umdrehung im Treppenhaus mit einer Stufe gehen, um den nächsten Taster zu erreichen. Da dies von den Bewohnern als "Sicherheitsrisiko" wegen Sturzes angesehen wird, soll in der Nähe der Kellerzugangstür ein Taster installiert werden.

Die einfachste Variante, dieses mit geringem Aufwand zu realisieren, wäre die Verlegung einer Aufputzleitung von der Abzweigdose über dem besagten existierenden Taster in der Kehle zwischen Wand und Decke, dann ein Versprung und dann senkrecht herunter neben der Kellertür. Gesamtleitungsweg ca. 8-10m.

Es handelt sich um einen Altbau, aber alle existierenden Leitungen sind uP. Jetzt sagt der Architekt, dass eine Aufputzleitung wegen Brandschutzes nicht zulässig wäre und bezieht sich auf die Leitungsanlagenrichtlinie (LAR). Grundsätzlich fordert diese ja auch eine Unterputzverlegung mit mindestens 1,5 cm Putzüberdeckung. Allerdings sind auch Ausnahmen beschrieben, u.a. heißt es dort (2. Ausnahme):
"Die Leitungen dienen ausschließlich der Versorgung der Flucht- und Rettungswege, in denen sie verlegt werden."
und (4. Ausnahme)
"Es handelt sich um einzelne kurze Stichleitungen innerhalb notwendiger Flure, deren Befestigung nicht brennbar sein muss."

Ich bin der Meinung, die 2. Ausnahme kommt hier zum Tragen. Wie seht Ihr das?
Behelfsweise könnte ich auch mit der 4. Ausnahme argumentieren, allerdings sind dann wohl bestimmte (optisch unschöne) Befestigungsmittel erforderlich und die von mir präferierten Nagelschellen oder gar Leitungsführungskanäle wären dann nicht zulässig.

Wie würdet Ihr in dieser Situation vorgehen?

Der Architekt fordert ein Schlitzen der Wand und das komplette Einputzen der Leitung. Die Wände sind aber mit aufwändigem Struktur versehen und recht frisch gemalert, so dass diese Variante den Eigentümern nicht zusagt wegen der dann notwendigen Malerarbeiten.

Funky

PS: Der Einsatz eines Bewegungsmelders anstelle des Tasters wurde schon probehalber vorgenommen und wegen zu häufigen Ansprechens verworfen.
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  #2  
Alt 08.07.2017, 22:59
Benutzerbild von SPS
SPS SPS ist offline
Im Ruhestand
 
Registriert seit: 16.07.2004
Beiträge: 3.393
Hallo,
wie ist es mit einer Funklösung.
Zum Beispiel von Eltako. Taster ohne Batterie und Leitungen.
__________________
Mit freundlichem Gruß sps
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  #3  
Alt 08.07.2017, 23:02
Funkenschlosser Funkenschlosser ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 24.06.2006
Beiträge: 354
Danke schon einmal für die Idee.

Funky
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  #4  
Alt 08.07.2017, 23:03
Etrick Etrick ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 03.08.2007
Beiträge: 1.134
Für den neuen Taster einen Funktaster nehmen.
Dann brauch nur der nachstliegende vorhandene Taster eine tiefere Dose zu bekommen, damit noch die Empfangsplatine reinpasst.

Die Senderbatterie hält ewig.


Gruß
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  #5  
Alt 08.07.2017, 23:07
Funkenschlosser Funkenschlosser ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 24.06.2006
Beiträge: 354
Ja, danke auch nochmals. Die Idee mit dem Funktaster ist angekommen. Aber wie sieht es den jetzt mit der "richtigen" Auslegung der LAR in diesem Fall aus?

Funky
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  #6  
Alt 09.07.2017, 09:06
karo1170 karo1170 ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 31.03.2014
Beiträge: 263
Zitat:
Zitat von Funkenschlosser
Die einfachste Variante, dieses mit geringem Aufwand zu realisieren, wäre die Verlegung einer Aufputzleitung von der Abzweigdose über dem besagten existierenden Taster in der Kehle zwischen Wand und Decke, dann ein Versprung und dann senkrecht herunter neben der Kellertür. Gesamtleitungsweg ca. 8-10m.

Es handelt sich um einen Altbau, aber alle existierenden Leitungen sind uP. Jetzt sagt der Architekt, dass eine Aufputzleitung wegen Brandschutzes nicht zulässig wäre und bezieht sich auf die Leitungsanlagenrichtlinie (LAR). Grundsätzlich fordert diese ja auch eine Unterputzverlegung mit mindestens 1,5 cm Putzüberdeckung. Allerdings sind auch Ausnahmen beschrieben, u.a. heißt es dort (2. Ausnahme):
"Die Leitungen dienen ausschließlich der Versorgung der Flucht- und Rettungswege, in denen sie verlegt werden."
und (4. Ausnahme)
"Es handelt sich um einzelne kurze Stichleitungen innerhalb notwendiger Flure, deren Befestigung nicht brennbar sein muss."

Ich bin der Meinung, die 2. Ausnahme kommt hier zum Tragen. Wie seht Ihr das?

Die Ausnahmen sind hier anwendbar. Aufputzverlegung in nichtbrennbaren Verlegesystem (Metallkanal, StaPa...) oder offen ist lt. LAR zulässig.
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  #7  
Alt 09.07.2017, 11:22
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 10.01.2005
Beiträge: 11.629
Moin Funkerschlosser,

diese Frage kann man nur beantworten, wenn man Kenntnis davon hat, in welchem Bundesland die Hütte steht.

Gruß Olaf
__________________
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794
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  #8  
Alt 09.07.2017, 12:05
Funkenschlosser Funkenschlosser ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 24.06.2006
Beiträge: 354
Hallo Olaf,

Du hast natürlich Recht. An der Frage erkennt man gleich den Kenner ;-) Es handelt sich um das schöne Bayern... Hatte ich vergessen zu schreiben.

Grüße
Funky
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  #9  
Alt 09.07.2017, 14:09
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 10.01.2005
Beiträge: 11.629
Moin Funkenschlosser,

Bayern hat die MLAR 2005-11 baurechtlich eingeführt. Insofern darf die Leitung in einem "notwendigen Treppenraum" bzw. "notwendigen Flur" offen mit nicht brennbarem Befestigungsmaterial installiert werden.

Nebenbei: Der Architekt hat in dieser Hinsicht recht wenig zu melden. Die BayBO kennt weder den Bauleiter noch den Fachbauleiter. Aber im Art. 52 (2) ist klar geregelt, dass bei mangelnder Fachkunde des Entwurfsverfassers geeignete Fachplaner hinzuzuziehen sind.

Nun kann es jedoch sein, dass das Brandschutzkonzept hier noch ein paar Feinheiten definiert. Bitte hierzu auch dort prüfen.

Gruß Olaf
__________________
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  #10  
Alt 09.07.2017, 15:55
Benutzerbild von Strippe-HH
Strippe-HH Strippe-HH ist offline
Funkenbändiger in Rente
 
Registriert seit: 10.10.2014
Ort: Hamburg
Beiträge: 1.256
Dass das immer alles so kompliziert sein muss.

Hier in Hamburg gehen die Treppenhäuser bis in den Keller hinunter, es gibt beidseitig FH-Türen zu den Kellerfluren.
Bei älteren Gebäuden hatte man den Kellerzugang vom Erdgeschoss her, dort eine Mauer unter der Treppe zum 1.OG und eine FH-Tür davor, "Kellerhals" genannt, also auch in dem Sinne ein Brandabschnitt.
Und was an Leitungen im Kellerflur AP-Verlegt ist wäre ohnehin eine brandlast.
Was würde denn dagegen sprechen wenn eine zusätzliche NYM-Leitung durch diesem Kelleraufgang verlegt wird? an sich nicht mehr als sonst, es werden sich ja bereits Leitungen dort befinden
Das dieses sogar noch ein Architekt entscheiden muss, ist ohnehin Stupide.
Ich weiß jetzt nicht ob die Hamburgische Bauordnung es gleichermaßen so vorschreibt.
__________________
Immer das Beste draus machen
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