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  #1  
Alt 15.05.2017, 21:09
Fabi aus Berlin Fabi aus Berlin ist offline
Kabelknabberer
 
Registriert seit: 15.01.2014
Beiträge: 201
Haftungsfrage Elektrofachkraft

Hallo in die Runde,
als VEFK ist mir bewusst, dass ich die Betreiberpflichten übertragen bekommen habe und bei groben Verstößen haftbar bin.

Bei mir im Unternehmen kommt gehäuft die Frage zur Haftung bei den Elektrofachkräften.

In wieweit sind die normalen Elektrofachkräfte haftbar?

Gruß

Fabi aus Berlin
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  #2  
Alt 15.05.2017, 21:17
Etrick Etrick ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 03.08.2007
Beiträge: 1.096
Haften bei Vorsatz immer, üblicherweise auch bei grober Fahrlässigkeit.
Bei Fahrlässigkeit kommts auf die Regelungen im Arbeitsvertrag an, dazu findet man viele Infos im Web.

Gruß

Achim
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  #3  
Alt 21.05.2017, 15:47
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 10.01.2005
Beiträge: 11.483
Moin Fabi,

jeder haftet ersteinmal für sein Handeln selbst. Bei Deinem Beispiel kommt es auch darauf an, ob der anweisende das richtige Personal ausgewählt hat.

Beispiel:
Du hast Dich davon überzeugt, dass der Altgeselle Karl Müller eine aktuelle Unterweisung zum Bedienen Deiner MS-Anlage hat, die Schaltberechtigung ausgesprochen wurde und er persönlich geeignet ist, die durchzuführende Schalthandlung auszuführen. Nun hat er anderen Interesse den Vorrang gesetzt und entsendet den Schwager von Lieschen Müller - seines Zeichens EFK im Bereich der PC-Konstruktion - in die Anlage. Bum - und der Schwager wird in einer Vase nach Hause geliefert.

Nun geht es los.
Hast Du Dich davon überzeugt, den richtigen Mitarbeiter beauftragt zu haben?
Ja. Also weiter mit Karl. Hat er die Aufgabe an den richtigen Mitarbeiter delegiert?
Nein. Also "Schuldiger Nr. 1" gefunden.
Hat der Schwager seinen Einwand kund getan?
Nein. Also "Schuldiger Nr. 2" gefunden.
Wenn Du jetzt schriftlich belegen kannst, dass die anderen beiden das Problem haben, dann sieht es für Dich nicht schlecht aus. Der Schwarze Peter liegt jetz bei Karl. Wie es dann ausgeht, erklären Dir die Anwälte.

Gruß Olaf
__________________
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794
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  #4  
Alt 28.05.2017, 16:02
MOMA2 MOMA2 ist offline
ISO-Norm Entsprechend
 
Registriert seit: 18.12.2010
Beiträge: 68
Einfache/Grobe Fahrlässigkeit

Fahrlässigkeit ist das Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt (§276 BGB).

Wer seine Handlungspflichten schuldhaft vernachlässigt
(sog. Unterlassungsdelikt),
muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.
Für den Schuldvorwurf hat die Schuldform
der Fahrlässigkeit besondere Bedeutung.

Man unterscheidet zwischen
-einfacher Fahrlässigkeit: Nicht gewusst und/oder zu leicht genommen.
Man hätte es wissen können und anders handeln müssen.
(Ordnungswidrigkeit, Verhängung einer Geldbuße)

-grober Fahrlässigkeit: Gewusst und dennoch anders oder gar nicht gehandelt
(Strafbare Handlung, Verhängung einer Strafe)

Maßnahmen:
Klären der Zuständigkeiten, Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung der Beschäftigten, ausdrückliche Übertragung der Verantwortung.

Unterweisung der Mitarbeiter in Bezug auf der Verantwortungsübertragung.

Unterweisen über die auftretenden Gefahren die üblicherweise bei Tätigkeiten auftreten sowie über die Maßnahmen zu ihrer Abwendung.

Hinweisen der Beschäftigten dass sie die Vorschriften insbesondere zum arbeitsschutzgerechten Verhalten zu befolgen haben.

Kontrollieren, ob die Anweisungen zum sicheren Arbeiten befolgt werden.

Vorbildfunktion der Führungskraft in der Praxis
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