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  #1  
Alt 26.06.2016, 14:55
Max60 Max60 ist offline
Sicherungsvertreter
 
Registriert seit: 13.08.2009
Beiträge: 970
E-Mobilität: Ladeinfrastruktur?

Moin,

ich habe mir mal ein paar Gedanken zur E-Mobilität gemacht. Die Autos scheinen ja schon serienreif zu sein, sofern man als Nutzer bereit ist, gewisse Einschränkungen hinzunehmen.

Die Bundesregierung hat ehrgeizige kurz- und mittelfristige Ziele, die man jetzt mit Steuergeldern beschleunigt, und VW plant, einen relevanten Anteil der Neuwagen der Zukunft zu elektrifizieren

Aber was ist mit der ganzen Ladeinfrastruktur? Es wurde sich ausgiebig Gedanken gemacht über Ladesäulen, Ladestecker und den ganzen Kram.

Aber sollte man sich nicht eher Gedanken darüber machen, wie man den Strom zu den unzähligen zu errichtenden Ladesäulen hinbekommt? Besitzer von Einfamilienhäusern, die das Auto über Nacht an der 16A-Steckdose laden haben da mit ihren 63A-Hausanschlüssen sicherlich weniger Probleme.

Aber was ist mit den ganzen Schnellladesäulen, die man plant, zu errichten? Die ziehen dann ja mal eben 50KW, um so einen Akku in 30-45 Minuten aufzuladen. Wenn man davon ausgeht, dass da mit steigender Verbreitung nicht nur ein Auto geladen werden soll, sondern vllt. 4 oder 5 parallel, dann ist man recht schnell an einem Punkt angelangt, an dem das vorhandene Leitungsnetz an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Ein weiteres Problem sind die Lademöglichkeiten in Städten. Wenn ich mir anschaue, wie hier in der Straße dicht an dicht die Autos parken.. Wie will man die alle ladetechnisch erschließen? Da gibt es doch noch überhaupt keine Leitungen für. Die intelligente Idee, Straßenlaternen mit Ladesteckern zu versehen finde ich auch eher so halbgar, wenn man bedenekt, dass die Leitungen aufgrund der länge zwar recht dick, teilweise aber mit 10A oder maximal 16A abgesichert sind. Da wird man ja tausende Tonnen Kupfer verbuddeln müssen.. Vielleicht mit anderen Spannungsebenen? Mittelspannung bis in die Ladesäulen?

Entweder da kommen jetzt richtig goldene Zeiten auf die Kabelhersteller und Tiefbauer zu, oder die Lieblingsregierung läuft mal wieder grünen Luftschlössern hinterher die faktisch nicht realisierbar sind..

Was ist eigentlich mit Wasserstoffautos? Tankstellen ließen sich doch wesentlich einfacher auf Wasserstoff umrüsten, als es die Generalsanierung der Stromnetze ganzer Großstädte wäre.. Warum wird in die Richtung nicht mehr gemacht?

Geändert von Max60 (26.06.2016 um 15:45 Uhr).
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  #2  
Alt 26.06.2016, 15:12
Benutzerbild von Lightyear
Lightyear Lightyear ist offline
selbst und ständig
 
Registriert seit: 10.06.2007
Ort: Nürnberg
Beiträge: 3.249
Wir in Nürnberg haben (Stand 02.2016) insgesamt sechs (!!!) öffentliche, frei zugängliche, Lademöglichkeiten, die einen 24/7 Zugang haben... Davon sind fünf "Langsamladesäulen"...

Ein absoluter Witz für eine Stadt mit >500k Einwohnern.

Daneben gibt's nochmal rund 30 weitere Möglichkeiten, die aber über reglementierten Zugang bieten (z.B. Markenzwang, Mitarbeiterparkplätze etc.)

In einem "meiner" Objekte habe ich eine nichtöffentliche Tiefgarage mit 42 Stellplätzen. Was soll ich da tun, wenn die ersten E-Autos kommen..?
Wer finanziert die Ladeinfrastruktur..?
Der Hausanschluß ist zwar mit 200A abgesichert, aber beliebig viele (Schnell-) Ladestationen kann ich da auch nicht dran anschließen, selbst wenn ich wollte...

In diesem Kontext war's schon ein mittleres Drama bezüglich der Pedelecs, die ja auch irgendwie geladen werden wollen.

Mein Fazit. E-Mobilität ist eine Totgeburt, solange sich keine praktikable Lösung für die Ladethematik etabliert...
__________________
Gruß aus Nürnberg,


Lightyear


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Alle Tipps ohne jegliche Gewähr, die Einhaltung aller Vorschriften obliegt dem Ausführenden!
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  #3  
Alt 26.06.2016, 17:39
andi2206 andi2206 ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 28.09.2015
Beiträge: 66
Hallo
E Autos werden die Zukunft sein.

Leider hat sich bis jetzt aber niemand Gedanken über das Laden der Batterien gemacht.

Ich hatte auch mal ein Gespräch mit Kollegen darüber, die sind gleicher Meinung.
Ich hatte damals die Idee mit Wechselaccus, die man an eine Ladestation(Tankstelle) wechseln kann.
Wenn man aber sieht, wie heute die Accus in den E Autos verbaut sind, ist das nicht möglich.
Da muß ein Umdenken bei den Autobauern stattfinden, da heute Design wesentlich wichtiger ist als Funktion.

adi2206
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  #4  
Alt 26.06.2016, 20:44
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 10.01.2005
Beiträge: 11.605
Moin zusammen,

da werden Kraftwerke abgeschaltet - wegen der Umwelt. Der Strom kommt nun aus Windmühlen. Vom Grunde her nicht schlecht. Aber auch dort ist man bei den Leitungsnetzen auf einen Schwachpunkt dieses Gedankens gekommen.

Bei den Ladesäulen ist es genauso. Ein Kunde von mir hat jetzt auch die Erkenntnis erlangt, dass die Erweiterung des Fahrzeugparks Grenzen hat. Diese Grenze ist die Sicherung vor dem Zähler. Den Technikern war dies klar. Die Kaufleute ließen sich aber von den blumigen Worten der Verkäufer blenden. Die Kaufleute haben es jetzt aber auch verstanden, nachdem die Techniker ihnen die Zusammenhänge erläutert hatten.

Und dann verkauft ein namhafter Automobilhersteller einem Gewerbekunden Ladesäulen, deren bestimmungsgemäßer Gebrauch im Haushalt zu suchen ist.

Gruß Olaf
__________________
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794
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  #5  
Alt 26.06.2016, 21:06
Benutzerbild von -Claus-
-Claus- -Claus- ist offline
im Ruhestand
 
Registriert seit: 21.01.2010
Ort: Sachsen
Beiträge: 2.894
Zitat:
Zitat von Lightyear
Wer finanziert die Ladeinfrastruktur..?
Der Autobesitzer. Und wenn der Autoverkauf dadurch ausgebremst wird, dann wird wie üblich Druck auf die Politik ausgeübt um die Kosten der (Mieter-)Gemeinschaft aufs Auge zu drücken (egal ob dann Fahrzeuge vorhanden sind oder nicht).
Zitat:
Zitat von Lightyear
Der Hausanschluß ist zwar mit 200A abgesichert, aber beliebig viele (Schnell-) Ladestationen kann ich da auch nicht dran anschließen, selbst wenn ich wollte...
Ausser den Ladesäulen wirst Du dann noch Steuerungstechnik zur Lastverriegelung einbauen müssen. Derartige Technik ist vorhanden.

Eines wird aber klar sein müssen, nicht jeder wird sich ein E-Auto kaufen können/dürfen. Denn es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Ladesäule!!!

Anstatt dem Bürger das E-Auto unredlich schmackhaft zu machen sollte die Politik lieber dafür sorgen das öffentlicher Nah- und Fernverkehr adäquat ausgebaut wird.
Gruß
Claus
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  #6  
Alt 26.06.2016, 22:23
jokari jokari ist offline
Kabelknabberer
 
Registriert seit: 30.04.2016
Beiträge: 184
Die Ladesäulenproblematik wird sich sogar noch verschärfen, wenn die ersten Tesla 3 verteilt werden.
Schaut man heute am Irschenberg vorbei, sind die meisten Ladesäulen permanent belegt. Kommen noch die Tesla 3 dazu...na dann gut Nacht

Elektromobilität ist nur für den Jenigen interessant, welcher eine Home-Ladestation besitzt + einen Aktionsradius von 250 - 300 km schafft ( zb. ZOE )
Wer irgendwo in einer Mietskaserne wohnt, hat massive Probleme, mit der ganzen Laderei

ps. wer was im Hirn hat....fährt BAHN.de oder Fahrrad !
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  #7  
Alt 26.06.2016, 22:50
ego11 ego11 ist offline
Sicherheitsexperte
 
Registriert seit: 12.11.2006
Ort: Köln
Beiträge: 1.659
Ich kann mich noch an das Drama vor einiger Zeit erinnern, als ein Mieter einer Wohnanlage mit Tiefgarage von seiner Krankenkasse einen E-Krankenstuhl genehmigt bekommen hat: Die Tiefgarage hatte keine räumliche Verbindung zum Zählerschrankraum des Gebäudes, in dem die Wohnung des Mieters sich befindet. Erst nach Ellen langem hin und her zwischen uns, dem Mieter und der Verwaltung kam eine Lösung mit Zwischenzähler hinter dem Tiefgaragenzähler zustande, aber auch nur aus Good Will aufgrund der Krankengeschichte des Mannes.
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  #8  
Alt 27.06.2016, 12:25
Benutzerbild von Chris
Chris Chris ist offline
statisch unbestimmt
 
Registriert seit: 25.07.2004
Ort: Hessen
Beiträge: 3.415
Wenn ich mir den momentanen Stand der Technik bei den Kisten anschaue, dann sage ich auch, die Dinger taugen momentan eher für Stadtverkehr. CityFlitzer;-)

Oder man muss seine Route planen, mit Ladestationen, besser mit mehreren..

Ego11 Die Steckdose für son nen E.Scooter wird meisst sogar von der Krankenkasse übernommen, sogar der Stom lässt sich abrechen. Son ein Teil hat nen Status wie nen Rollator oder der Kinderwagen im Hausflur. Kann schwer untersagt werden...
__________________
"Natur und ihr Gesetz sah man im Dunkel nicht, Gott sprach ,es werde Tesla, und überall ward Licht"
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  #9  
Alt 27.06.2016, 15:47
Benutzerbild von Strippe-HH
Strippe-HH Strippe-HH ist offline
Funkenbändiger in Rente
 
Registriert seit: 10.10.2014
Ort: Hamburg
Beiträge: 1.250
In der Tiefgarage eines Einkaufszentrums, das sich in unserer Nähe befindet, wurde eine Ladesäule für E-Autos installiert.
Nur immer wenn ich daran vorbei fahre, hängt da nie ein Auto an der Strippe.
Mir scheint so, das die E-Mobilität sich noch nicht so recht durchgesetzt hat.
Mag ja sein, aber ich fahre weiterhin mit Benzin was ja zur Zeit nicht so teuer ist.
__________________
Immer das Beste draus machen
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  #10  
Alt 27.06.2016, 16:08
Max60 Max60 ist offline
Sicherungsvertreter
 
Registriert seit: 13.08.2009
Beiträge: 970
Zitat:
Zitat von Strippe-HH
In der Tiefgarage eines Einkaufszentrums, das sich in unserer Nähe befindet, wurde eine Ladesäule für E-Autos installiert.
Nur immer wenn ich daran vorbei fahre, hängt da nie ein Auto an der Strippe..

Handelt es sich dabei um eine Schnellladesäule? Muss ja, denn eine "Langsamladung" macht bei einer Einkaufsdauer von 45 Minuten ja nicht so wirklich viel Sinn. Eine Schnellladesäule bekommt handelsübliche Akkus wohl so in 30-45 Minuten auf 80% Geladen, zieht dabei aber auch bis zu 125A aus dem 400V-Netz: http://www.slam-projekt.de/pdfs/inve.../leitfaden.pdf

Angenommen, es handelt sich um eine Schnellladesäule, dann dürfte der Stromanschluss des Einkaufszentrums damit schon gut bedient sein. Was passiert, wenn sich die Zahl der E-Fahrzeuge nun deutlich erhöht? Dann gibt es eine Schnellladesäule für 30 Kunden, die mit dem E-Fahrzeug einkaufen wollen? Oder 8 Langsamladesäulen, die vllt. 4-5% Akkuladung bringen?

Diese Ladesäule dürfte wohl eher unter "Öko-Marketing" zu verbuchen sein. Das sieht zwar alles gut aus, aber bringt für die "Mobilitätsrevolution" doch genau 0.

Zitat:
Zitat von andi2206
Ich hatte damals die Idee mit Wechselaccus, die man an eine Ladestation(Tankstelle) wechseln kann.
Wenn man aber sieht, wie heute die Accus in den E Autos verbaut sind, ist das nicht möglich.

Wechselakkus gut und schön. Ich gehe mal von einer starken Verbreitung von E-Autos aus, wie von der Bundesregierung geplant.

Wenn ich mich an einem Samstag Nachmittag an eine beliebige Autobahntankstelle an der A7 stelle, dann ist der Durchsatz der PKW, die dort tanken, nicht unerheblich. Also müsste diese Lade-Wechselstation eine recht große Anzahl an Akkus parallel laden können. Bei 125A pro Akku im Schnellladeverfahren kommen da schnell mal >>1000A zusammen. Kriegt dann demnächst jede Tankstelle ihren eigenen Mittelspannungsanschluss?

Wer bezahlt diese Generalsanierung der Stromnetze?
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