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  #1  
Alt 06.02.2017, 09:54
zebra-ma zebra-ma ist offline
Feuerwehrler
 
Registriert seit: 25.06.2007
Ort: Dinslaken
Beiträge: 592
Elektroinstallation Spanien

Guten Morgen zusammen,
ich stecke etwas in der Zwickmühle. Ein Kunde baut gerade in Spanien und die dortigen Elektriker haben sein Vertrauen nicht bekommen.

Nun möchte er, dass wir ihm unter die Arme greifen und zumindest das für ihn gewohnte Material liefern.

Beim Schaltermaterial bin ich bei Busch - Jaeger schon weiter gekommen. Wie sieht es mit dem restlichen Leitungs- und Installationsmaterial aus?

Kann mir jemand folgende Fragen beantworten:

- Ist eine Installation mit NYM in Spanien zulässig?

- Die Elektriker dort verklemmen alles in Klemmdosen mit B - Klemmen. Spricht was gegen die WAGO - Dosenklemme in einer Schalterklemmdose?

- Da dort auch Kleinverteiler von Hager in den anderen Wohnungen verbaut sind, gehe ich davon aus, dass diese eingesetzt werden dürfen.

Würde mich über entsprechende Info freuen.

Gruß
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  #2  
Alt 06.02.2017, 17:46
Trumbaschl Trumbaschl ist offline
Sicherheitsexperte
 
Registriert seit: 11.02.2004
Beiträge: 1.535
Ich würde lieber Rohr mit H07V-U verlegen, das dürfte dort üblicher sein. FI 30 mA (einer für alles), in Städten TN-C-S mit PEN-Aufteilung am Hausanschluss, am Land TT.

Licht und Steckdosen getrennt (Licht C10), bin allerdings nicht sicher ob das nur üblich oder verpflichtend ist. Anscheinend verpflichtend 2-polige LSS (1+N). Großzügige Leitungsdimensionierung scheint empfehlenswert zu sein (alleine schon im Hinblick auf die Umgebungstemperatur), in einer alten Diskussion habe ich 2,5 mm2 für 16 A und 4 mm2 für 20 A gefunden.

Die Normen sind anscheinend hier frei verfügbar:
https://fiecov.com/informacion/53/normativa-electrica/

Im Übrigen würde ICH mich an die ortsübliche Leitungsführung mit Abzweigdosen halten wenn die dort so verbreitet ist! Gerade bei Rohrinstallation kann man nie genug Zugdosen haben! Anderseits legt das Foto auf der Seite dieses E-Fachbetriebs nahe, dass in Neubauten auch mit Schalterklemmdosen gearbeitet wird:
http://www.crelectrical.net/about

Hier gibt es eine englischsprachige, sehr informative Webseite von einem spanischen Installationsbetrieb!
http://tonysparksinspain.blogspot.co...ty-supply.html

Worauf mehrfach hingewiesen wird: Hausanschlüsse sind meistens einphasig und mager, vor 2003 oft nur 16 A! Außerdem wurde der Haupt-LSS (C16) gerne ohne Erlaubnis überbrückt oder gegen einen stärkeren getauscht, da aber die Grundgebühr von der Anschlussleistung abhängt, ist das unübersehbar illegal und wird vom Netzbetreiber verfolgt. Bis 2018 sollen alle Zähler durch Smart Meter ersetzt sein, der LSS als Tarifschalter entfällt dann.

Für den Anschluss verlangt der VNB ein Prüfprotokoll (Boletin). Sofern das letzte Boletin mehr als 20 Jahre alt ist, ist auch bei simplem Eigentümerwechsel ein neues fällig!

Das hier ist ganz hübsch, Schritt-für-Schritt-Beschreibung eines professionellen Verteilertauschs:
http://www.sparksinspain.es/2015/10/...consumer-unit/
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  #3  
Alt 07.02.2017, 14:17
Benutzerbild von didy
didy didy ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 14.04.2005
Beiträge: 1.302
Zitat:
Zitat von Trumbaschl
Das hier ist ganz hübsch, Schritt-für-Schritt-Beschreibung eines professionellen Verteilertauschs:
http://www.sparksinspain.es/2015/10/...consumer-unit/
Also Professionell würde ich den Murks mit den Lüsterklemmen ja nicht nennen.....
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  #4  
Alt 07.02.2017, 15:51
ThomasR ThomasR ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 27.03.2005
Ort: Nideggen
Beiträge: 440
Bei einphasiger Einspeisung und Absicherung mit nur 16 A scheint eine gute Klemme doch ausreichend
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  #5  
Alt 07.02.2017, 23:18
zebra-ma zebra-ma ist offline
Feuerwehrler
 
Registriert seit: 25.06.2007
Ort: Dinslaken
Beiträge: 592
Hallo,

erst einmal Danke für die Antwort. Habe versucht heute abend noch nähere Infos zu bekommen.

Alles nicht ganz so einfach....

Gruß
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  #6  
Alt 08.02.2017, 02:25
Benutzerbild von didy
didy didy ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 14.04.2005
Beiträge: 1.302
Zitat:
Zitat von Trumbaschl
Bis 2018 sollen alle Zähler durch Smart Meter ersetzt sein, der LSS als Tarifschalter entfällt dann.
Was macht so ein Smart Meter dann eigentlich bei Überlastung? Aus- und nach ner Minute wieder einschalten? (Weil in der Diskussion ja wo was von "automatisch" gesprochen wird, hingegen der LSS "manuell".) Und was wenn die Überlast anhält? Automatisch den nächst höheren Tarif buchen?

Wieso ist man dort eigentlich so knausrig? Ich mein, der deutsche Wahn, jedem 30m² Wohnklo eine Leitung für 3x63A zu legen ist das andere genauso ungesunde Extrem, aber 1x16A ist jetzt ja echt nicht üppig.

Wie sieht es dort dann aus mit Klimaanlagen? Und im Winter Heizung per Wärmepumpe? Für Wärmepumpe wäre Spanien als warme Gegend ja prädestiniert.
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  #7  
Alt 08.02.2017, 09:36
ThomasR ThomasR ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 27.03.2005
Ort: Nideggen
Beiträge: 440
Laut den Beschreibungen auf der Webseite des spanischen Elis (der ein ausgewanderter Brite ist, daher in Englisch für die anderen Auswanderer in Spanien) ist das tatsächlich ein aktuelles Problem. Es scheint in der Vergangenheit völlig normal gewesen zu sein, sich die Minimalausstattung zu bestellen (3,3kW Maximallast) und den zugehörigen LSS (dort heißt er ICP) dann zu brücken, so daß man eben auch andere Lasten versorgen konnte. Der LSS hat hier nicht nur eine Schutzfunktion, sondern diente auch als harte Begrenzung bei Überschreitung der angemeldeten Belastung. Bei entsprechend ausgeführter Minimalinstallation ist das brandgefährlich und für den Versorger extrem lästig. Die Lastvorhersagen im Netz waren nicht mehr sicher berechenbar und manchmal bestand Gefahr für die Netzkomponenten (unterdimensionierte Leitungen, Trafos etc.) Die Einführung von SmartMetern war daher eine willkommene Gelegenheit für die spanischen EVU's, diese Überbrückungen auszuschließen, indem die LSS IN den SmartMetern angebracht wurden. Für den Überlastfall scheint es zwei Rückstellmöglichkeiten zu geben (zwei verschiedene SM Typen):

1. die Überlast beseitigen, alle Verbraucher abschalten, 10 sec. warten, wieder einschalten
2. die Überlast beseitigen, zum SM gehen und dort einen "grünen Knopf" drücken

Der Kollege berichtet von einem Massenandrang von Haushalten, die jetzt plötzlich ihre Anschlüsse in der Leistung anpassen wollen, weil es nun häufig zu Abschaltungen kommt.

Im Fall des SM Nr.2 gibt es Berichte über Streitigkeiten um die Zählerschränke, weil diese üblicherweise abgeschlossen sind, im Fall der Abschaltung aber jeder Nutzer (Mieter etc.) ganz schnell daran muß Vorher war das ja egal, weil die Hauptsicherung in der eigenen UV war.

Geändert von ThomasR (08.02.2017 um 10:14 Uhr).
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  #8  
Alt 08.02.2017, 19:20
Benutzerbild von Strippe-HH
Strippe-HH Strippe-HH ist offline
Funkenbändiger in Rente
 
Registriert seit: 10.10.2014
Ort: Hamburg
Beiträge: 1.075
Auf meinen insgesamt vier Mallorca- Urlauben von 1992 auf an hatte ich in den Hotels Elektroanlagen kennengelernt, die von grausam bis zufriedenstellend waren.
Als ich 2002 das letzte mal dort Urlaub gemacht hatte, entdeckte ich im Hotelzimmer eine UP-UV mit 6 TLE. wo ein RCD 25/003A ein Zweipoliger B10 LSS und ein Relais zu sehen war.
Wofür das letztere für da war das sagte mir das Hotelpersonal, an der Tür ist ein Steckkartengerät wo ich den Schlüsselanhänger reinstecken musste damit die Anlage im Zimmer funktioniert ach soooo.
Aber in Spanien scheint es mit RCD-s schon länger zu sein, ich entdeckte in einigen Gastronomiebetrieben wo ich die Verteilungen sehen konnte das schon seit längeren es diese dort gibt aber ob Vorschrift oder TT-Netz das weis ich leider nicht.
__________________
Immer das Beste draus machen
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  #9  
Alt 09.02.2017, 02:25
Trumbaschl Trumbaschl ist offline
Sicherheitsexperte
 
Registriert seit: 11.02.2004
Beiträge: 1.535
Tarifschalter gibt es in manchen Gegenden Österreichs auch, und auch dort nicht umwerfend großzügig dimensioniert, wenn auch größer als in Spanien. Bei Freunden in Alpbach (Tirol) fand ich vor dem Drehstromzähler einen plombierten Motorschutzschalter von F&G, eingestellt auf 17,5 A. Mit Elektroherd, Heizstrahler im Bad und diversem Kleinzeug haben wir den einmal erfolgreich geschossen.

Wir haben ja schon einmal gesammelt, Deutschland und die USA sind weltweit so ziemlich die Länder mit der größten Anschlussleistung für Privatkunden. Anderswo findet man alles zwischen 1x und 3x16 A bis 3x40 A (selten) bzw. 1x60 A (GB und Irland). Meine persönliche Erfahrung: einphasig unter 20 A ist schon verflixt knapp, vor allem wenn nicht wirklich alles was Wärme erzeugt auf Gas läuft. E-Warmwasserspeicher ist dann schon gefährlich, vor allem gepaart mit Backrohr (in Turin live erlebt, Muttern hat das Abendessen im Backrohr, Schwestern duscht und es wird dunkel in der Hütte).
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