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  #1  
Alt 13.06.2017, 21:37
Selektiv Selektiv ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 13.06.2017
Beiträge: 5
Betriebserder in Inselanlagen

Es geht um den Betriebserder bei Inselanlagen (Betrieb durch Generator oder mehrere) für z.B. Veranstaltungen, Baustellen usw. Netzform ist ein TN Netz mit 230/400V 50Hz.

Leider schweigt sich ja die aktuelle Norm 0100-410:2007-06 über den maximalen Widerstand aus und verweist auf die Berechnung: Rb/Re ≤ 50V/(Uo-50V). In der Fassung von 1983 wird ein Höchstwert von 2 Ohm angegeben, falls nicht erreichbar Berechnung mit der Formel wie auch aktuell angegeben.

Rb = Erderwiderstand aller parallen Erder
Uo = Nennwechselspannung in V Außenleiter gegen Erde
Es sind mir alle Werte klar bis auf Re (der kleinste Widerstand in Ohm von fremden leitfähigen Teilen die sich in Kontakt mit Erde befinden und nicht mit einem Schutzleiter verbunden sind und über die ein Fehler zwischen Außenleiter und Erde auftreten kann)

Was soll man denn für einen Wert für Re annehmen? An Schutzarten ist so ziemlich alles vertreten, auch Gruppenverteiler als SK1 welche direkt nach dem Generator angeschlossen sind und somit in diesem Bereich noch kein RCD.
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  #2  
Alt 13.06.2017, 22:41
Benutzerbild von Tobi P.
Tobi P. Tobi P. ist offline
Meister in Ausbildung
 
Registriert seit: 18.11.2007
Ort: 41516 Grevenbroich
Beiträge: 1.369
Moin Selektiv,

willkommen in der Welt der NEA-Techniker Der Re beschreibt im Prinzip den Widerstand der bei einem Erdschluss an der Fehlerstelle auftritt. Angeblich gabs irgendwann mal eine Tabelle mit Faustwerten die die Widerstände in bestimmten Fehlersituationen wiedergeben. Man nimmt dabei beispielsweise für eine gerissene, auf dem Boden liegende blanke Freileitung einen Wert von 7,2 Ohm an. Wenn du das jetzt mittels der Spannungswaage ausrechnest kommst du auf die berühmt-berüchtigten 2 Ohm für den Betriebserder. Anderer Fall wäre Erdschluss durch H07RN-F-Einzelader mit Mantelfehler auf nasser Wiese mit beispielsweise 357 Ohm (der Wert ist jetzt nur aus der Luft gegriffen!), dann kommst du für den Rb auf 99,16 Ohm. Kurz gesagt - Re ist immer situationsabhängig und nichts genaues weiss man nicht
Ich versuche daher grundsätzlich in der Gegend um 2 Ohm unterwegs zu sein. Ist nicht immer einfach weil in großem Maße von der Bodenbeschaffenheit und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Erder abhängig aber mit entsprechenden Aufwand meistens machbar. Wenn es gar nicht anders geht entweder Tiefenerder setzen oder im Isolationsüberwachungsbetrieb arbeiten.
Aber ich denke Markus83 und elektro.hell können da auch noch was zu sagen, die sind auch mit NEAen unterwegs


Gruß Tobi mit 2x 200kVA Insel/Netzparallelbetriebsfähigen NEA sowie 1x 50kVA Inselnetzanlage, alle mobil
__________________
Gründer und 1. Vorsitzender des "Vereins der Freunde des 175kVA Bosch"
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  #3  
Alt 13.06.2017, 23:40
Benutzerbild von kabelmafia
kabelmafia kabelmafia ist gerade online
Meister-Prüfer
 
Registriert seit: 07.04.2003
Ort: eigentlich Hamburg, aber überall und nirgends
Beiträge: 7.443
Moin,

die DGUV Information 203-032 schreibt einen maximalen Re bei TN-System von 50 Ohm vor. Wäre ja erstmal ein normativer Anfang.
__________________
Der Strom kann ruhig bunt sein-ohne Kabel nützt das nix.
Bild: NAKBA 3x95/50sm 0,6/1kV VDE U 0250:1936
Dieser Beitrag wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf fundierten Kenntnissen der elektrotechn. Regelwerke. Er ist eine pers. Interpretation des Autors. Etwaige rechtliche Empfehlungen und Hinweise sind unverbindlich, eine Rechtsberatung findet nicht statt.
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  #4  
Alt 14.06.2017, 00:21
Selektiv Selektiv ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 13.06.2017
Beiträge: 5
Hallo Tobi P,

bis jetzt hatte ich nur Anlagen mit fertigem Betriebserder vom EVU - also musste ich mir da keine großen Gedanken machen.


Das mit den defekten Leitungen, Geräte usw. habe ich mir auch schon überlegt. Problem ist halt nur welchen Wert dieser Erdschluss dann in etwa haben wird. Liegt die Leitung nur in der trockenen Wiese wird der Wert sehr hoch sein, gibt es aber Metallteile im Boden (z.B. Kranschiene, Gerüst, größerer Metallzaun usw.) und die Leitung wird daran aufgescheuert und verursacht dann einen Erdschluss dann kann es leicht sein dass der Wert sehr niedrig ist. Vermutlich sogar unter den 50 Ohm die in der DGUV Schrift gefordert werden. Dann wird ja die Forderung aus der VDE überschritten.

Die Tabelle mit den Werten für verschiedene Fehler wäre interessant, kannte ich bis jetzt noch nicht.

Die Frage ist dann nur was versucht man zu erreichen? 50 Ohm im feuchten Lehmboden ist sehr einfach, dagegen 2 Ohm im selben Boden schon einiges mehr an Aufwand. Kann die die Größe sowie die Umgebungsbedingungen der Elektrischen Anlage eine Rolle spielen - also zumindest normativ? Es ist ja auf einer Baustelle die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung größer als z.b auf einem privaten Grillfest am Teich.

In der Praxis wird man natürlich immer versuchen den Rb so niederohmig wie es nur geht zu erstellen, aber das ist halt immer eine Kosten/Nutzen Rechnung die teilweise Auftraggeber aber auch Betreiber von Baumarkt Aggregaten usw. nicht einsehen. Nach dem Motto, es steckt doch ein Erdnagel drin, wo ist das Problem... dass dieser aber mit 50cm Einschlagtiefe bereits im Kilo Ohm Bereich ist das ist ihm erst mal egal.
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  #5  
Alt 14.06.2017, 14:32
Trumbaschl Trumbaschl ist offline
Sicherheitsexperte
 
Registriert seit: 11.02.2004
Beiträge: 1.609
Ketzerisch: das private Grillfest am Teich wird in der Realität wohl eher auf erdfreien PA und isolierten Generatorsternpunkt hinauslaufen, es sei denn wir reden da von einer Hochzeit mit professionellem Equipment. Ansonsten läuft da ein Baumarkt-Moped mit irgendwo zusammengesammelten Schukoverlängerungen und Mehrfachsteckdosen, H05VV-F und IPx0.

Wirklich relevant ist die ganze Debatte also wohl nur bei professionellen NEAs und entsprechend umfangreichen Veranstaltungen.
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  #6  
Alt 02.07.2017, 21:41
Selektiv Selektiv ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 13.06.2017
Beiträge: 5
Bei kleineren Aggregaten mit erdfreiem Sternpunkt und mehreren Verbrauchern die alle mit Mehrfachsteckdosen und Verlängerungen zusammengesteckt werden wird aber auch sehr leicht die Schutzmaßnahme ausgehebelt. Streng genommen muss dann entweder ein Isowächter rein oder bis auf den ersten Abgang jeder Verbraucher mit einem einzelnen RCD geschützt werden - das macht aber keiner, habe es selbst oft genug gesehen. Selbst bei Aggregaten mit Isowächter wird nur ungläubig geschaut wenn man nach dem Erdspieß frägt der aber zur Messung des Wächters erforderlich ist. Meistens bleibt der einfach im Aggregat liegen und es wird einfach eingeschalten, Hauptsache Strom.

Für die zuletzt verwendete NEA wurde dann als Betriebserder ein Fundamenterder einer großen Halle verwendet. Es gab dann auch noch einen Schrauberder der dürfte aber im Vergleich zum Fundamenterder im Humus-Steinboden aber mehr Deko gewesen sein. Die Messung des Fundamenterders hat einen Wert von 1,7 Ohm ergeben, das hätte man mit Kreuzerdern oder Schrauberdern in dem Boden nicht so einfach geschafft. Netzform war ein TN-S Netz, da der Generator keinen geerdeten Sternpunkt bereitstellte - das wurde dann am nachgeschaltetem Klemmkasten entsprechend realisiert. Ab da gings dann auch nur noch 5-adrig weiter.
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  #7  
Alt 04.07.2017, 17:51
Probator Probator ist offline
Kabelknabberer
 
Registriert seit: 19.09.2016
Beiträge: 126
Zitat:
Zitat von Selektiv
... und somit in diesem Bereich noch kein RCD.
Wäre in den Generator nicht wenigstens ein selektiver 300mA RCD einbaubar?
Dann sieht die ganze Situation faktisch etwas entspannter aus, Norm hin oder her.
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  #8  
Alt 23.07.2017, 18:58
Selektiv Selektiv ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 13.06.2017
Beiträge: 5
Das kommt auf den Generator drauf an. Natürlich würde ein RCD am Abgang des Generator das Problem entschärfen. Das geht aber nur wirklich sinnvoll bei kleineren Aggregaten mit wenigen Verbrauchern.

In der Größenordnung wo wir bzw. ich meistens Generatoren benötige wird es schon schwierig die noch als CBR (Leistungsschalter mit Fehlerstromschutzschalter) zu bekommen da hier meines Wissens bei 250A Bemessungsstrom Schluss ist. Natürlich kann man dann noch modulare RCMs einsetzen aber das beißt sich dann mit der Versorgungssicherheit sowie der Netzspannungsunabhängigen Auslösung die mit RCMs so nicht umsetzbar ist. Ich sehe es aus der Gründen der Ausfallsicherheit schwierig bei Abgängen >125A Fehlerstromschutzschalter einzusetzen da die Leitungsanlagen dann meistens weitverzweigt sind und bei Feuchtigkeit usw. kann ein Auslösen des RCDs dann schon weitreichenende Ausfälle haben. Wenn man dann noch sagt man setzt bei nachgeschalteten Verteilern bei 63A Abgängen selektive RCDs mit 300mA ein dann sind diese nicht mehr zu den vorgeschalteten RCDs selektiv und die ganze Kette kann auslösen.
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