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  #161  
Alt 23.02.2017, 08:41
ThomasR ThomasR ist offline
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Registriert seit: 27.03.2005
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Hallo Didy,

die Diskussion über eine WP als Heizung hatten wir schon. Diese sind fast überall schon als Standard verbaut, die Hersteller sind nicht soo hinter dem Mond. Aber trotzdem frißt diese ganz ordentlich Leistung/Kapazität. Und das auch, weil unsere Automobilindustrie vor Jahren so blöd war, sich ein neues Kältemittel aufdrücken zu lassen, das nicht nur brennbar ist, sondern für die Verwendung in einer WP unter 0°C ziemlich ungeeignet.
Schon ca. 2000 gab es erste Ansätze, CO2 als Kältemittel auch in Autos zu verwenden (auf Schiffen schon seit über 50 Jahren). CO2 hat als Kältemittel für WP hervorragende Eigenschaften (Stichwort: "Temperaturgleit") und wird daher in Japan schon lange in der Gebäudeklimatisierung verwendet.
Die Norweger waren da für Europa die Vorreiter, weshalb ich damals recht oft bei der NTNU in Trondheim war
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  #162  
Alt 23.02.2017, 19:11
Benutzerbild von didy
didy didy ist offline
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Registriert seit: 14.04.2005
Beiträge: 1.374
Zitat:
Zitat von ThomasR
die Diskussion über eine WP als Heizung hatten wir schon. Diese sind fast überall schon als Standard verbaut, die Hersteller sind nicht soo hinter dem Mond. Aber trotzdem frißt diese ganz ordentlich Leistung/Kapazität.
Bin ich schon von ausgegangen - es schade aber nichts, das bei der Debatte zu erwähnen, weil vermutlich nicht jeder selbst darauf kommt.
Ob Lenkrad- und Frontscheibenheizung schon normal sind? Ich bin der Meinung das sind auch wichtige Bauteile zum Heizstrom sparen.
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  #163  
Alt 24.02.2017, 09:24
ThomasR ThomasR ist offline
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Registriert seit: 27.03.2005
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Beiträge: 522
Wir haben uns ganz einfach an vieles gewöhnt, was uns das (unbedachte) Verbrennen von fossilen Kraftstoffen "geschenkt" hat. Einen Punkt haben wir schon behandelt: das schnelle Tanken.

Ein weiterer Gewöhnungseffekt ist bei der Heizung entstanden: ein Verbrenner setzt nun einmal ca. 2/3 der eingesetzten Energie aus dem Kraftstoff in Abwärme um, ungefähr 1/3 geht dabei ins Abgas. Also hat man bei zügigem Fahren in einem 100kW Auto locker 30kW "warmes Wasser" zum Beheizen einer extrem schlecht gedämmten Fahrgastkabine zur Verfügung (eine durchschnittliche Pkw Heizung kann etwa 5kW "umsetzen"). Beim (Pkw) Diesel kam immer schon dazu, daß dieser im Teillastbetrieb weniger Abwärme produzierte. In den 90er Jahren wurde das dann zum Problem, weil die reduzierten Dieselverbräuche (Direkteinspritzer) auch die verfügbare Heizwärme minderten. Damals wurden die ganzen elektrischen Zuheizer "erfunden" (nicht die Verbrennerzuheizungen, die sind schon über 100 Jahre alt), ob als PTC im Luftstrom oder per Glühkerze im Kühlwasser etc. Heute sind PTC's im Pkw der Standard bei Dieselmotoren, Leistung bis 3kW (je nach Generator, Bordnetzmanagement).

In dieser Phase habe ich selbst bei einem großen Fahrzeughersteller diese Geräte entwickelt und getestet (daher kenne ich Finnland im Winter so gut Wir hatten schon damals beheizte Fußmatten, Lenkräder, Sitze, Scheiben etc. in den Testfahrzeugen. Nur war das in der Summe zu teuer und man hat lieber den PTC gewählt. Ein gutes Beispiel in der Serie war die Doppelverglasung beim 7er und S-Klasse: das war zu schwer und zu teuer und wurde schnell wieder eingestellt.

Heute sind wir soweit, daß man Warmluftschleier "um einzelne Personen legen kann", also nicht den ganzen Fahrgastraum beheizen muß. Ob und wie das aber vom Kunden angenommen wird bleibt abzuwarten.

Bei manchen großen Herstellern sitzen Ingenieure, die noch im alten Denken behaftet sind und der Endkunde will auch mitgenommen werden.

Elektrofahrzeuge muß man ganzheitlich denken, nicht nur "Strom kommt aus der Steckdose".
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  #164  
Alt 27.02.2017, 20:52
Benutzerbild von bettmann
bettmann bettmann ist offline
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Registriert seit: 16.02.2007
Ort: Landkreis Tübingen / Mittelfranken / Thüringen
Beiträge: 1.881
Zu Beitrag #154.

Prof. Dr.-Ing. Marco Pruckner hat mir schon einen Tag nach meiner Anfrage, einige Dokumente zur Verfügung gestellt.

An dieser Stelle, vielen Dank dafür!

Ich bitte das angehängte Dokument einfach zur Information und Entscheidungsfindung zu nutzen. Es gibt die Meinung eines Fachmanns wieder (Ist aber sicherlich individuell und stellt eine Überlegung dar.).

bettmann
Angehängte Grafiken
Dateityp: pdf 2017-02-18_BOS_Pruckner.pdf (328,4 KB, 68x aufgerufen)
__________________
Yo, wir schaffen das !!! (Bob der Baumeister)
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  #165  
Alt 28.02.2017, 06:32
Benutzerbild von Oberwelle
Oberwelle Oberwelle ist offline
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Beiträge: 8.710
Moin..

Es scheint ein Phänomen zu sein, je höher der Bildungsgrad ( Titel ) um so weiter entfernt sich die Theorie von der Praxis

OW
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Ich kann über die Richtigkeit / Vollständigkeit meiner Angaben keine Gewähr übernehmen. Immer alle Vorschriften beachten !
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  #166  
Alt 28.02.2017, 08:41
ThomasR ThomasR ist offline
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Registriert seit: 27.03.2005
Ort: Nideggen
Beiträge: 522
Zitat:
Zitat von Oberwelle
Moin..

Es scheint ein Phänomen zu sein, je höher der Bildungsgrad ( Titel ) um so weiter entfernt sich die Theorie von der Praxis

OW

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  #167  
Alt 28.02.2017, 15:32
Benutzerbild von Oberwelle
Oberwelle Oberwelle ist offline
Nie Auslernender
 
Registriert seit: 04.04.2005
Beiträge: 8.710
Moin..

in Dänemark gab es eine Studie über den Verbrauch von E-Autos..
Sehr interessant finde ich den Zusammenhang Verbrauch / Geschwindigkeit.
Ich hätte nicht gedacht, daß ein E-Auto im Stadtverkehr mehr verbraucht als auf der Landstraße, genau da hätte ich die Stärken des E-Antriebes vermutet.

Gruß OW
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Ich kann über die Richtigkeit / Vollständigkeit meiner Angaben keine Gewähr übernehmen. Immer alle Vorschriften beachten !
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  #168  
Alt 28.02.2017, 16:21
ThomasR ThomasR ist offline
Dauerbrenner
 
Registriert seit: 27.03.2005
Ort: Nideggen
Beiträge: 522
In der Studie wird auf den Durchschnittsverbrauch abgehoben. Der hohe Verbrauch im Stadtverkehr (Durchschnitt 30km/h) erklärt sich aus dem ständigen Bremsen mit begrenzter Rekuperation. Nur ein Teil der Bremsenergie kann wieder in den Akku geladen werden. Dafür ist eine Umkehr der Motorwandler erforderlich, die aber in diese Richtung nicht so effizient/leistungsstark sind. Außerdem braucht man immer einen Teil "richtige" Bremse um besser dosieren und auch im Notfall sofort stehen zu können. Daher läßt sich bei jedem E-Fahrzeug die Stärke der Rekuperation vom Fahrer einstellen.
Auf der Landstraße bremst man recht selten (je nach Fahrzyklus), daher ist der Durchschnittsverbrauch da geringer. Auf der Autobahn wird der Verbrauch über 100km/h stark ansteigen wegen des quadratisch zunehmenden Luftwiderstandes.....
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