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  #1  
Alt 30.10.2016, 17:34
Snippy30 Snippy30 ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 20.06.2016
Beiträge: 27
TFT ohne CE-Kennzeichnung

Im Rahmen der überprüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel ermittle ich die Prüffristen über die GEPI des Elektromanagers. Als Gefährdung ist in diesem Programm schon vorgegeben: "Besitzt das Arbeitsmittel eine CE-Kennzeichnung?". Diese Frage habe ich auch in Fragen der "zur Prüffristenermittlung relevanten Fragen" aufgenommen.

Ich habe jetzt hier in einem Büro das Problem, das bei einem Lenovo-Monitor, welcher ja ein renomierter und bekannter Monitorhersteller ist, das Problem, das dieser zwar ein Typenschild, aber kein CE-Kennzeichen hat.

Ansonsten ist dieses Gerät sicherheitstechnisch vollkommen in Ordnung. Muss dieser jetzt ausgesondert werden?
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  #2  
Alt 30.10.2016, 18:34
Benutzerbild von Tobi P.
Tobi P. Tobi P. ist offline
Meister in Ausbildung
 
Registriert seit: 18.11.2007
Ort: 41516 Grevenbroich
Beiträge: 1.303
Moin,

Konformitätserklärung des Herstellers anfordern, CE-Bapperl drauf und gut ist.


Gruß Tobi
__________________
Gründer und 1. Vorsitzender des "Vereins der Freunde des 175kVA Bosch"
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  #3  
Alt 30.10.2016, 20:11
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 11.01.2005
Beiträge: 11.371
Moin Snippy,

stellt sich die Frage, wie das Gerät dort hingekommen ist. Import von einem Händler aus USA anstatt vom Hersteller? Dann hat evtl. der Importeur - ggf. Dein Einkäufer - einen Fehler gemacht.

Gruß Olaf
__________________
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794
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  #4  
Alt 30.10.2016, 20:23
Snippy30 Snippy30 ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 20.06.2016
Beiträge: 27
Eine deutsche Bedienungsanleitung liegt bei, dort ist aber keine Konformitätserklärung vorhanden. Das gleiche Problem habe ich auch bei vielen Kaltgeräteanschlußkabeln. Bei manchen steht ein CE-Kennzeichen drauf, und bei anderen nicht. Und diese liegen bei Geräten bekannter Hersteller bei. Ich hatte bezüglich der Kaltgerätestecker eine Anfrage beim KomNet gestellt und als Antwort bekommen, dass dies ein sehr großes Problem sei.
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  #5  
Alt 31.10.2016, 01:40
Benutzerbild von NZ-Tafel
NZ-Tafel NZ-Tafel ist gerade online
Geerdeter
 
Registriert seit: 06.02.2016
Beiträge: 335
GMV walten lassen ist hier angesagt. Sofern das Gerät von einem renommierten Hersteller stammt und die Sicherheitsprüfung bestanden hat, ist die elektrische Sicherheit auch gegeben.
Das Problem liegt hier auf dem Papier bzw. in den Vorschriften.
Lenovo hat eigentlich einen sehr guten Support und gehört zu den Premiumherstellern, dort sollte man eigentlich problemlos eine Konformitätserklärung bekommen
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  #6  
Alt 31.10.2016, 10:28
meisterglücklich meisterglücklich ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 26.07.2006
Ort: Berlin
Beiträge: 1.489
Auf dem Gerät selbst muß auch kein CE draufsein, wenn es technisch nicht möglich oder aus anderen Gründen nicht geht (Gerät zu klein, keine Fläche für Aufkleber oder Prägungen), dann müssen die Begleitunterlagen ein CE enthalten (z.B.Bedienungsanleitung/Verpackung).
CE heißt immer noch gegenüber den "Behörden", daß es in Verkehr gebracht werden darf (weil es angeblich die relevanten Sicherheitsbestimmungen erfüllt).
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  #7  
Alt 31.10.2016, 11:22
IH-Elektriker IH-Elektriker ist offline
Unter Strom
 
Registriert seit: 09.01.2013
Beiträge: 955
Zitat:
Zitat von meisterglücklich
Auf dem Gerät selbst muß auch kein CE draufsein, wenn es technisch nicht möglich oder aus anderen Gründen nicht geht (Gerät zu klein, keine Fläche für Aufkleber oder Prägungen)....

Bei einem TFT ist das doch leicht unwahrscheinlich. Da müsste ein CE eigentlich immer drauf passen....

Ich habe gerade mal meinen Büromonitor "untersucht" - bzw. den des Kollegen am Schreibtisch gegenüber.

Auch hier gibt es ein "vermeindliches" Typenschild auf der Rückseite mit Herstellerangabe, Type und Seriennummer - sonstige Angaben Nada-Nix-Nothing....auch kein CE sichtbar.

Auf der Seite hat's dann aber USB-Buchsen - und dahinter ein unscheinbares "Kläppchen" beschriftet mit einem "I" das aussieht wie das bekannte Info-Point-Zeichen.

Und taraa - das Ding lässt sich herausziehen und darauf befindet sich das komplette Typenschild mit allen nötigen Angaben, u.a. auch das CE und ein ganzes Rudel sonstiger Prüfzeichen von UL bis hin zu CCC

Bei mir ist das ein HP-Monitor - vielleicht hat Lenovo das ja auch genauso gelöst und die Angabe da wohl designerisch "störend" auf ähnliche Art und Weise versteckt - bei ihren Thinkpad-Notebooks befinden sich bei den aktuellen Modellen die Typenschilder im Akkufach - sichtbar erst nach dem Entfernen des Akkus....
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  #8  
Alt 31.10.2016, 18:48
Snippy30 Snippy30 ist offline
Null-Leiter
 
Registriert seit: 20.06.2016
Beiträge: 27
Hier mal meine Anfrage mit Antwort bei der LASI bzw. beim KomNet:

Zitat:
Besteht für Geräteanschlussstecker keine CE-Kennzeichnungspflicht?

Frage:

In unserem Betrieb sind bei einigen Geräteanschlußsteckern für PC und Drucker keine CE-Kennzeichnungen vorhanden. Entfällt hier die Kennzeichnungspflicht?

Nachfrage:
Ja! Ich meine die Kaltgerätestecker. Ich habe nun schon einige dieser Kaltgerätestecker, welche als Orginalzubehör zu bekannten Drucker, Monitor und auch PC-Herstellern mitgeliefert wurden überprüft und keine CE-Kennzeichnung an diese gefunden. Ich bin nun etwas irritiert. Ich bin hier in unserem Betrieb die VEFK und ermittle im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung über die Gefährdungsbeurteilungen. Im Rahmen dieser Beurteilung stellte sich nun die Frage, ob ich diese Kaltgerätestecker weiter betreiben lassen kann. Die Vorgabe ist ja, dass Betriebsmittel vor 1998 auch ohne und nach 1998 auf keinem Falle ohne CE-Kennzeichnung betrieben werden dürfen. Ich kann doch jetzt nicht 100ert Kaltgerätestecker austauschen lassen, die technisch in Ordnung sind. So ganz verstehe ich den ganzen Paragraphendschungel nicht mehr. Was ist mit selbst hergestellten Verlängerungen in unserer Elektrowerkstatt. Ist dies nun auch nicht mehr erlaubt?

Antwort :

Wir gehen davon aus das Sie Kaltgerätestecker meinen.

Elektrische Betriebsmittel sind gemäß Niederspannungsrichtlinie Richtlinie 2006/95/EG -NRL http://www.baua.de/de/Produktsicherh...rspannung.html mit einem CE-Zeichen zu kennzeichnen.
Mit dieser Kennzeichnung bescheinigt der Hersteller, dass sein Produkt den grundlegenden Anforderungen aller für das Erzeugnis zutreffenden europäischen Richtlinien (z. B. Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit, Maschinenrichtlinie usw.) entspricht und einem in den Richtlinien vorgeschriebenen Konformitätsbewertungsverfahren unterzogen wurde.

Auch Geräteanschlusskabel sind elektrische Betriebsmittel.

Von der Richtlinie ausgenommene "Haushaltssteckvorrichtungen" sind Schuko- oder Euro-Stecker, da es in Europa verschiedene länderspezifische (Wand)Steckdosen und Stecker gibt.

Ergänzung nach Bewertung:

Ihre Fragen / Bedenken sind nachvollziehbar. Vom grünen Tisch aus ist diese Thematik auch nicht hinreichend / erschöpfend und klar genug zu beantworten. Zu empfehlen ist ggf. ein klärendes Gespräch mit ihrer zuständigen Marktaufsichtsbehörde / Arbeitsschutzbehörde zu führen. Vorab könnten folgende Ausführungen und Hinweise hilfreich sein.

Zu den Kaltgerätesteckern:
Es gilt die Tabelle 1 (Seite 26):
Liste mit Beispielen von Produkten innerhalb oder außerhalb des Geltungsbereichs der Niederspannungsrichtlinie. Die Liste wurde bei der Sitzung der Arbeitsgruppe Niederspannungsrichtlinie am 15. November 2006 bestätigt. Die Kaltgerätestecker fallen demnach in den Geltungsbereich der NRL.

Wurden die Stecker vor Kennzeichnungspflicht in den Verkehr gebracht, sind diese aber sicher und werden diesbezüglich regelmäßig geprüft (Grundanforderungen Produktsicherheitsgesetz und Betriebssicherheitsverordnung), so kann man zunächst davon ausgehen, dass ein gewisser Bestandsschutz besteht.

Selbst hergestellte Verlängerungen:
Für den Eigengebrauch hergestellte Produkte werden grundsätzlich vom Produktsicherheitsgesetz - ProdSG - erfasst, obwohl es sich nicht um ein „herkömmliches“ Inverkehrbringen handelt.

Aussagen zu dieser Problematik können den folgenden Dokumenten (hier Auszüge) entnommen werden:

Im Leitfaden für die Umsetzung der Produktvorschriften der EU 2016 („Blue Guide“) findet sich unter 2.3.Inverkehrbringen folgendes:

"Ein Produkt wird auf dem Unionsmarkt in Verkehr gebracht, wenn es dort erstmalig bereitgestellt wird.
In folgenden Fällen handelt es sich nicht um ein Inverkehrbringen:
…wenn das Produkt für den Eigenbedarf hergestellt wurde (Für die NRL zutreffend).
Hinweis:
Einige Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union erfassen jedoch auch für den Eigenbedarf hergestellte Produkte.
(Siehe etwa die Richtlinien über Maschinen, Messgeräte, explosionsgefährdete Bereiche (ATEX), Explosivstoffe für zivile Zwecke. Decken die Harmonisierungsrechtsvorschriften der Union den Eigenbedarf ab, so bezieht sich dies nicht auf die gelegentliche Herstellung für den Eigenbedarf durch eine Privatperson im nicht gewerblichen Zusammenhang.)"


In Leitlinien zum Produktsicherheitsgesetz LV 46 findet sich folgendes:

"Zu §1 (1) ProdSG (bzgl. für den Eigengebrauch hergestellte Produkte)

Sachverhalt:
Das ProdSG gilt, wenn im Rahmen einer Geschäftstätigkeit Produkte auf dem Markt bereitgestellt, ausgestellt oder erstmals verwendet werden.

Frage:
Erfasst das ProdSG auch für den Eigengebrauch hergestellte Produkte?

Antwort:
Grundsätzlich ja. Im Rahmen einer Geschäftstätigkeit zum ausschließlichen Eigengebrauch hergestellte Produkte werden zwar nicht auf dem Markt bereitgestellt, mit dem Terminus „erstmals verwendet“ wird der Anwendungsbereich des ProdSG jedoch auch für solche Produkte eröffnet. Allerdings knüpft das ProdSG selber keinerlei Anforderungen an die erstmalige Verwendung. Sowohl § 3 ProdSG (Allgemeine Anforderungen) als auch § 6 ProdSG (Zusätzliche Anforderungen für Verbraucherprodukte) formulieren lediglich Anforderungen an die Bereitstellung auf dem Markt bzw. das Ausstellen."


Da das ProdSG selber keine Anforderungen an die „erstmalige Verwendung“ knüpft (für den Eigengebrauch hergestellte Produkte), sind hier die Anforderungen der NRL zu entnehmen. Hier sollten auf jeden Fall die Anforderungen nach § 3 der 1. Produktsicherheitsverordnung, inklusive die einer Gefährdungsbeurteilung, erfüllt werden.
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