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  #1  
Alt 06.05.2012, 12:42
Benutzerbild von cyclist
cyclist cyclist ist offline
Bionische Stromerzeugung
 
Registriert seit: 23.11.2005
Ort: Ruhrpott, tief im Westen u. OWL
Beiträge: 2.139
RCD Typ B - FU - Nachrüstung erforderlich?

Hallo zusammen!
Bekanntlich kann es ja bei dem Einsatz von Frequenzumrichtern zu Gleichfehlerströmen kommen, die dann einen vorhandenen konventionellen RCD (Typ A) in Sättigung bringen (betäuben), so das dieser nicht mehr sicher auslöst (innerhalb von von 50-100% des Bemessungsdifferenzstroms, bzw. innerhalb von 100/200/300/400mS - je nach Netzform).

Bei Neuanlagen ist es ja kein Problem, einen (allstromsensitiven) RCD Typ B / B+ einzusetzen, da diese Problematik bekannt ist - s. u.a. DIN VDE 0100-530, Infos von Doepke, Siemens RCD Fibel etc.
Wie sieht es aber mit Altanlagen aus? Meines Wissens sind RCDs vom Typ B erst ab ca. 2005 verfügbar.
Nun geht es aber in meinem Fall um Anlagen, die vor 2000 bzw. vor 2005 errichtet wurden und bei denen nur ein klassischer pulsstromsensitiver RCD verbaut wurde.

Aus betrieblichen Gründen kann eine RCD-Auslösemessung (Auslösestrom, Auslösezeit) nur nach Abschaltung, des über den FU betriebenen Antriebs, erfolgen. Also eine reale Beeinträchtigung der RCD-Auslösung kann aufgrund dessen nicht festgestellt werden, da der FU nicht zugeschaltet ist.

Wie sieht es nun mit einer Nachrüstung aus, da ja vermutlich die Errichtung unter Einhaltung der damals geltenden VDE-Normen stattgefunden hat?
Sprich, ab wann kam die Forderung auf, das wenn ein RCD verbaut werden muss / eingesetzt ist, sowie Betriebsmittel vorhanden sind, die Gleichfehlerströme erzeugen können, das es sich dann um einen RCD Typ B handeln muss?

schon mal!
__________________
Ciao + Gruss
Markus
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  #2  
Alt 06.05.2012, 13:47
Benutzerbild von langer
langer langer ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 05.07.2010
Ort: Am Rande des Ruhrpotts
Beiträge: 1.296
Aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass eine Umrüstung auf jeden Fall besser wäre, doch ob man auf der Sicheren Seite ist wenn man nicht umbaut kann ich echt nicht sagen.
Da bin ich auch mal auf die Aussagen unserer Normenpäpste gespannt.
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  #3  
Alt 06.05.2012, 14:52
Benutzerbild von -Claus-
-Claus- -Claus- ist offline
im Ruhestand
 
Registriert seit: 21.01.2010
Ort: Sachsen
Beiträge: 2.806
Hallo cyclist
Deine Frage kann nicht mit der VDE-Norm beantwortet werden.
Die Antwort muss eher über die gesetzliche Schiene hergeleitet werden. §
Beispiel:
ArbStättV §3 GeBe und besonders §3a(1)
Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten ausgehen. Dabei hat er den Stand der Technik und insbesondere die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 7 Abs. 4 bekannt gemachten Regeln und Erkenntnisse zu berücksichtigen.
und dann
BGI/DGUV 608 Pkt 4.2 (Schutzmaßnahmen vor dem Anschlusspunkt)
Je nach Anwendungsfall und elektrischem Verbrauchsmittel sind entweder pulsstromsensitive (Typ A oder F) oder allstromsensitive (Typ B oder B+) Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) einzusetzen.

Hierdurch dürfte zumindest für den gewerblichen Bereich/Arbeitssektor auch klargestellt sein, dass eine Bewertung nach Errichtungszeiträumen nur bedingt zugelassen oder gar ausgeschlossen ist.

Ist das überhaupt schon jemanden aufgefallen?
Gruß
Claus
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  #4  
Alt 06.05.2012, 15:10
Benutzerbild von kabelmafia
kabelmafia kabelmafia ist offline
Meister-Prüfer
 
Registriert seit: 07.04.2003
Ort: eigentlich Hamburg, aber überall und nirgends
Beiträge: 7.258
Moin,

zur Nachrüstung kann ich Claus zustimmen.
Am Markt verfügbar (für ein kleines Vermögen) waren allstromsensitive RCD schon seit Mitte der 90er Jahre. Leider finde ich anhand der VDE-Registernummer gerade nicht das Zulassungsdatum.
In den Regelwerken hielt der RCD Typ B etwa ab 2004 Einzug.
__________________
Der Strom kann ruhig bunt sein-ohne Kabel nützt das nix.
Bild: NAKBA 3x95/50sm 0,6/1kV VDE U 0250:1936
Dieser Beitrag wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf fundierten Kenntnissen der elektrotechn. Regelwerke. Er ist eine pers. Interpretation des Autors. Etwaige rechtliche Empfehlungen und Hinweise sind unverbindlich, eine Rechtsberatung findet nicht statt.
Haftungsansprüche gegen den Autor, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der angebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht werden, sind ausgeschlossen.
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  #5  
Alt 06.05.2012, 21:52
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 11.01.2005
Beiträge: 11.375
Moin cyclist,

ich habe da auch noch einen:

ArbSchG:
§ 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

Da haben wir doch die Anpassungspflicht aufgrund der "neuen Erkenntnisse".

Gruß Olaf
__________________
Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2)NAV).

"Wer eine Handlung begeht, der übernimmt auch alle daraus folgende Pflichten." §33 I-3 prALR 1794
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  #6  
Alt 07.05.2012, 19:49
Benutzerbild von -Claus-
-Claus- -Claus- ist offline
im Ruhestand
 
Registriert seit: 21.01.2010
Ort: Sachsen
Beiträge: 2.806
Zitat:
Zitat von Olaf S-H
und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.
Hallo Olaf
Wenn gleich man mit ändernden Gegebenheiten vorrangig Arbeitsbedingungen/Arbeitsabläufe gemeint, so ist doch eine Anpassungsforderung für vorhandene, bessere Schutzmaßnahmen/Schutzziele erkennbar.
Nicht umsonst wird von Juristen auf die Problematik "Stand der Technik" oder "anerkannte Regeln der Technik" bei Neu zu errichtenten Anlagen hingewiesen. Diese unterscheiden sich meist erheblich von den "allgemein anerkannten Regeln der Technik".
Gruß
Claus
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  #7  
Alt 08.05.2012, 08:30
Mac Mac ist offline
Sicherheitsexperte
 
Registriert seit: 11.01.2006
Beiträge: 1.861
Zwischenfrage zur Verwendung

Hallo zusammen,
in dem Zusammenhang hätte ich auch eine Frage: In welchen Fällen muss überhaupt ein FU mit RCD betrieben werden? Doch nur bei Verwendung von Steckverbinungen kleiner gleich 20A (bzw. 32A) oder auch bei fest angeschlossenen Betriebsmitteln (z. B. Motor)?

Gruß
Mac
__________________
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  #8  
Alt 08.05.2012, 08:53
Benutzerbild von Lightyear
Lightyear Lightyear ist offline
selbst und ständig
 
Registriert seit: 10.06.2007
Ort: Nürnberg
Beiträge: 3.123
Wenn man die Abschaltbedingungen nicht anders erreicht?
Wenn es eine Werksvorschrift / Versicherungsklausel gibt?
...
__________________
Gruß aus Nürnberg,


Lightyear


Alles unter 1000°C ist HANDWARM!

Alle Tipps ohne jegliche Gewähr, die Einhaltung aller Vorschriften obliegt dem Ausführenden!
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  #9  
Alt 08.05.2012, 16:55
Benutzerbild von cyclist
cyclist cyclist ist offline
Bionische Stromerzeugung
 
Registriert seit: 23.11.2005
Ort: Ruhrpott, tief im Westen u. OWL
Beiträge: 2.139
Hallo Mac!
Oder wenn sich der angeschlossene Motor (Pumpe) in einem "besonderen" Bereich befindet, der auch von Personen, zu Wartungszwecken, betreten werden kann.
__________________
Ciao + Gruss
Markus
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