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  #1  
Alt 15.02.2012, 12:15
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 11.01.2005
Beiträge: 8.994
Isomessung bei Datenleitungen

Moin zusammen,

mal eine ganz einfache Frage zum Thema PoE.

Hierbei werden 44 V bis 54 V über die Netzwerkverkabelung geführt. Die Spannungsquelle wird sicherlich als SELV-Quelle ausgeführt.

Aus meiner Sicht wäre in diesem Fall eine Isolationswiderstandsmessung erforderlich:
DIN VDE 0100-600:2008-06, Abscnitt 61.3.4.1, mit DIN VDE 0800-1:1989-05, Abschnitt 4.2

Wie betrachtet die geneigte Leserschaft dieses?

Gruß Olaf
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Dies ist keine rechtsverbindliche Auskunft sondern meine Meinung bzw. mein Tipp für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland! Die einschlägigen Normen/Vorschriften (z. B. DIN, VDE, TAB, DGUV-Vorschriften, TRBS, NAV, EN, LBO, LAR, ArbStättV, BetrSichV, ProdSG, ...) sind zu beachten. Ein Rechtsanspruch kann hieraus nicht abgeleitet werden.



Für elektrotechnische Laien gilt: Dieser Beitrag erläutert die technischen Zusammenhänge. Die Umsetzung obliegt den konzessionierten Fachbetrieben (§13(2) NAV).
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  #2  
Alt 15.02.2012, 18:49
Benutzerbild von Alois
Alois Alois ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 28.07.2004
Ort: Hessen GG
Beiträge: 10.663
Hallo Olaf,

ich habe bisher nur mit 24 Volt bei POE zu tun gehabt. Welche Geräte werden denn mit der von Dir angegebenen Spannung betrieben?

Gruß

Alois
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  #3  
Alt 15.02.2012, 19:42
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 11.01.2005
Beiträge: 8.994
Moin Alois,

die Spannungsangabe habe ich aus Wikipedia übernommen (siehe Anlage).

Vom Prinzip her ist es aber egal, ob es 24 V oder 48 V sind.

Gruß Olaf
Angehängte Grafiken
Dateityp: pdf PoE - Wikipedia 120215.pdf (448,9 KB, 539x aufgerufen)
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  #4  
Alt 15.02.2012, 21:14
DBY656 DBY656 ist offline
Geerdeter
 
Registriert seit: 28.09.2007
Beiträge: 379
Hallo Olaf,

ob die Prüfung mit 250V DC gegen Erde, wie in VDE 0100-600 angegeben, für heutige Ethernet-Datenleitungen einen Sinn ergibt ist zweifelhaft. Zumindest für die durchgängig geschirmte Version kann man sich diese sparen, viel wichtiger ist die Beachtung möglicher vagabundierender Ausgleichsströme über die Schirmung. Eine Isolationsmessung vom Schirm gegen Erde nach einer Neuverlegung (über viel Metall) kann vor dem Kontaktieren mit den RJ45-Dosen einen Sinn machen.
Die PoE-Versorgungsquelle ist natürlich auf Herz und Nieren zu prüfen!
Auch ist der Einsatzbereich zu beachten, im industriellen Umfeld ist ein Stromnetz oftmals total mit Oberwellen und Spannungsspitzen verseucht. Da könnten deutlich spürbare Berührungsspannungen (trotz galvanischer Trennung, C macht es möglich) auftreten.

Gruß Markus
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  #5  
Alt 15.02.2012, 22:47
meisterglücklich meisterglücklich ist offline
Halbleiter
 
Registriert seit: 26.07.2006
Ort: Berlin
Beiträge: 1.121
Na, Herr Kollege Feingewinde, das läßt sich ja wohl nur mittels selbst gebateltem Prüfadapter realisieren, der müßte dann wieder nach der Prüfnorm für VDE-Prüfgeräte gefertigt sein und wohlmöglich noch eine Konformitätsbewertung durchmachen, oder?

Deine Bedenken kann ich aber nachvollziehen, wenn nach neuster Norm 25W eingespeist werden dürfen, bei einem widerstandsbehafteten Kurzschluß könnte das Leitungsnetz durchaus abfackeln.
Auf der anderen Seite sind die Netzwerkleitungen (hoffentlich inzwischen alle) halogenfrei und selbstverlöschend, so daß bei Schmelzen der Isolierung ein satter Kurzschluß einträte, der das normenkonforme Speisegerät zum Abschalten bringt.

Meine verwendeten Verdrahtungstester prüfen alle Adern gegeneinander und gegen Schirm auf Isolationsfehler, aber natürlich nicht mit der normenkonformen Prüfspannung, die Wahrscheinlichkeit eines Durchschlages bei Nennspeisespannung PoE halte aber für so gering, daß wir das unter Restrisiko verbuchen sollten, immer daran denken, daß unsere Atomkraftwerke auch mit diesem "vertretbaren Risiko" laufen...
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  #6  
Alt 16.02.2012, 08:39
Benutzerbild von kabelmafia
kabelmafia kabelmafia ist offline
Meister-Prüfer
 
Registriert seit: 07.04.2003
Ort: eigentlich Hamburg, aber überall und nirgends
Beiträge: 6.243
Moin,

ich finde das durchaus interessant...
Gucken wir mal in die relevanten Regelwerke:
DIN EN 50364:2010-02 Prüfen von Installationsverkabelung (informationstechnik)
Hier gibt es keinen Hinweis auf eine Prüfung die dem Zweck der Sicherheit dient - nein, dass soll sogar gemäß der Einführungstexte garnicht Gegenstannd der Norm sein. Dafür gebe es andere Regelwerke (mit Verweis auf...)
DIN EN 50174-2 (DIN VDE 0800-174-2:2011-09) Installtionsplanung und Installationspraktike in Gebäuden (informationstechnik)
Ja, hier gibt es schon eher was zur Sicherheit, allerdigs wird hier zwischen "Stromversorgungsverkabelung" und "Informationstechnischer Verkabelung" unterschieden. Ersteres müsse natürlich nach HD384 / EN 60364 (...also nach DIN VDE 0100...) errichtet sein.
Nach 4.1.4. dürfen die Übertragugskabel nur an Geräte angeschlossen werden, die der Normreihe DIN EN 60950 (DIN VDE 0805; Informationstechniche Einrichtugen und Geräte) entsprechen. Diese stellen eine sichere SELV oder TNV-Stromversorgung bereit und man geht dann davon aus, dass durch diese Maßnahme wohl die elektrische Sicherheit gewährleistet ist...
__________________
Der Strom kann ruhig bunt sein-ohne Kabel nützt das nix.
Bild: NAKBA 3x95/50sm 0,6/1kV VDE U 0250:1936
Dieser Beitrag wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf fundierten Kenntnissen der elektrotechn. Regelwerke. Er ist eine pers. Interpretation des Autors. Etwaige rechtliche Empfehlungen und Hinweise sind unverbindlich, eine Rechtsberatung findet nicht statt.
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  #7  
Alt 16.02.2012, 18:16
Benutzerbild von Alois
Alois Alois ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 28.07.2004
Ort: Hessen GG
Beiträge: 10.663
Hallo Olaf,

wenn ich mir die POE-Aktivierungsschritte ansehe, dann würde ein Kurzschluss vermutlich nicht eingeschaltet. Wie sich die POE-Quelle verhält, wenn ein Kurzschluss auftritt müsst man einmal klären.

Wo siehst Du die Gefahr?

Gruß

Alois
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  #8  
Alt 16.02.2012, 19:10
Olaf S-H Olaf S-H ist offline
.
 
Registriert seit: 11.01.2005
Beiträge: 8.994
Moin Alois,

es geht im Wesentlichen darum, dass die SELV-Quelle auch auf ein "isoliertes und erdfreies" Netz speist. Und bei Kleinspannungsanlagen ist u. a. auch die Messung des Isolationswiderstandes in den Normen enthalten (auch wenn viele Meinen, dass dies für Anlagen der Nachrichtentechnik nicht gilt).

Gruß Olaf
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  #9  
Alt 16.02.2012, 22:56
Benutzerbild von Alois
Alois Alois ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 28.07.2004
Ort: Hessen GG
Beiträge: 10.663
Hallo Olaf,

die Normen habe ich bislang so verstanden dass sie dafür sorgen sollen, dass Gefahren abgewendet werden sollen. Wenn eine Spannungsquelle aufgrund ihrer Spezifikation ungefährlich ist, dann erübrigt sich m.E. eine Messung wie die Isolationswiderstandsmessung.

Gruß

Alois
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